5 Karten aus… Alpha (#1)

Herzlich willkommen zu „5 Karten aus…“. In dieser Reihe möchte ich euch aus jedem Set fünf Karten vorstellen und etwas über sie erzählen. Die Karten können alles sein von jenen, die Turniere bis heute dominieren bis hin zu Commons, die zwar nie gespielt wurden, die aber eine Anekdote verdienen. Auch die Sets bekommen eine Einführung, sodass am Ende eine Reise durch die gesamte Geschichte von Magic steht. Zu den Sets selbst: Jedes Set, das neue Karten eingeführt hat, soll einen eigenen Artikel bekommen. Modern Masters wird, daher wohl ein wenig vernachlässigt.

Alpha aus dem Jahr 1993 war das erste Set überhaupt und fast mehr ein Prototyp für Magic als ein Set selbst. Die Kartentexte sind oft kaum wiederzuerkennen, manche Mechaniken kamen nie wieder und das Balancing ist aus heutiger Sicht gelinde gesagt eine Katastrophe. Umso schwieriger fällt es, dieses Set auf fünf Karten zu beschränken. Die Power 9 muss man irgendwie erwähnen, klar. Standardländer darf man auch nicht vergessen, sicher. Die folgenden fünf Karten sind also nur ein Versuch die Anfänge von Magic zusammenzufassen:

Black Lotus

Das überrascht niemanden, oder? Black Lotus steht für so vieles: Mark Poole als Künstler, der bis heute neue, großartige Artworks für Magic zeichnet; eine Spielstärke, die dafür sorgt, dass man den Lotus quasi überall spielen muss, wo man darf; die Reserved List, die verhindert, dass Black Lotus jemals einen Reprint erfahren dürfte. Die Karte steht auch für negatives: Ihr Preis ist vielleicht das extremste Beispiel dafür, wie alte Karten, mit denen man eigentlich einfach spielen möchte, unerschwinglich werden. Außerdem ist sie so stark, dass man sie bis auf Vintage nirgends spielen darf. Sie ist damit wohl auch einer der ersten, aber bei weitem nicht der letzte Balancing-Fauxpas in Magic.
Hier soll Black Lotus aber in einer ganz anderen Funktion stehen: Als Ikone. Die Karte steht für so vieles, dass sie gewissermaßen das Maskottchen des Spiels geworden ist. Ihr Artwork findet sich auf Kartenhüllen, Deckboxen und anderem Merchandise, ihr Name ist so ziemlich jedem Spieler bekannt. Es gibt Unmengen an Anspielungen auf sie zwischen Lotus Petal, Gilded Lotus und zuletzt Jeweled Lotus oder Lotus Field.
Black Lotus ist Magic the Gathering

Volcanic Island

Nach einer Karte, die Magic geformt hat, kommt nun eine, die in Alpha gar nicht enthalten war. Klingt komisch, aber Volcanic Island wurde durch einen Fehler gar nicht in Alpha gedruckt und war erst in Beta enthalten. Das gleiche Schicksal ereilte übrigens Circle of Protection: Black. Das dürfte sie übrigens zur seltensten Karte aus normalen Sets machen. Volcanic Island ist außerdem Teil der ursprünglichen Doppelländer. Diese waren die ersten und einzigen Länder, die zwei Farben produzieren und immer ungetappt ins Spiel kamen. Bis heute sind sie damit enorm wichtig für klassische Formate wie Legacy oder Vintage, sondern auch großartig in Commander.

Rock Hydra

Vielleicht die erste Karte dieser Liste, die viele von euch gar nicht kennen. Sie ist nicht stark und wohl eine der enttäuschendsten Rares, wenn man einen Alpha-Booster öffnet. Dafür zeigt sie einen Design-Ansatz, den man bis heute in vielen Karten findet: Top-Down-Design. Hier hat niemand gefragt, was eine gute Karte sein könnte, sondern alleine, wie man die mythologische Figur der Hydra als Magic-Karte wiederspiegeln könnte. Das Ergebnis ist beeindruckend: Schaden tut der Hydra nicht weh, sondern schlägt ihr nur einen Kopf ab, den man aber für etwas Mana beschützen kann. Für etwas mehr Mana kann man ihr sogar einen neuen Kopf bescheren. Reflektiert wird das in einem Wording, das heute einfach nur verwirrend ist, damals aber zweifellos intuitiver war als irgendwelche „Marken“. In späteren Sets hat man das spielerisch besser umgesetzt, aber die originale Hydra verdient einen Platz hier.

Lightning Bolt

Kommen wir wieder zu einer Karte, die fast jeder kennt. Lightning Bolt ist wohl der beste Burn Spell. Er steht damit stellvertretend für ein Deck, das fast so alt ist wie Magic selbst. Er ist eine wahnsinnig starke Karte, die in jedem Format, in dem man sie spielen darf, mindestens ein wenig gespielt wird. Drei Schaden sind genug, um viele Kreaturen für nur ein Mana zu zerstören und gleichzeitig auch gegen Spieler effizient. Trotz aller Spielstärke war der Bolt, wie er oft auch nur genannt wird, dabei nie so stark, dass er einen Ban gerechtfertigt hätte.
Ganz nebenbei ist Lightning Bolt auch Teil eines uralten Cycles: Die Boons aus Alpha, bestehend aus Healing Salve, Ancestral Recall, Dark Ritual, dieser Karte und Giant Growth sind dabei wieder ein Beispiel für komisch schlechtes Balancing: Healing Salve ist unspielbar schlecht, Giant Growth zumindest im Limited und Casual okay, Bolt und Ritual waren immer turnierrelevant und Ancestral Recall ist so overpowered, dass sie Teil der Power 9 ist. Schön ist übrigens auch, wie Bolt als einzige der Karten hier noch heute reprinted wird. Man findet ihn unter anderem auf der Liste und damit mit etwas Glück in Set Boostern.

Demonic Attorney

Demonic Attorney (LEA)

Diese Karte ist SEHR verboten. Ursprünglich war das Konzept hinter Magic, dass man Karten als Einsatz in einem Spiel setzt und dann das Spiel, um diesen Einsatz den sogenannten Ante spielt. Dazu gab es dann Karten, die wiederum mit den aufs Spiel gesetzten Karten interagiert haben.
Wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist das mindestens sehr nahe an der Grenze zum Glücksspiel, was in diversen Ländern gesetzlich reguliert bzw. verboten ist. Ante kommt nur auf neun Karten überhaupt vor und ist inzwischen ein Relikt vergangener Zeiten. Offiziell wird es nicht mehr gespielt und die entsprechenden Karten sind überall verboten.

Das war ein Blick auf Alpha in fünf Karten. Ja, hier hätten noch viele andere stehen können: Birds of Paradise und Llanowar Elves als die ersten Manageneratoren, Grizzly Bears als Ursprung der Bären (2/2 Kreaturen für zwei Mana) oder Standardländer als vielleicht ursprünglichste Karten. Alpha ist immer noch ein faszinierendes Set und wenn ihr mal ein paar Momente habt, schaut euch mal die Karten daraus an.

Beta und Unlimited bestanden nur aus Reprints (von Volcanic Island und Circle of Protection: Black abgesehen), insofern ist das nächste Set in dieser Reihe Arabian Nights.

Im nächsten Artikel der Reihe geht es, um „Arabian Nights“!

Welches Artwork gefällt euch am besten?
Seid ihr Besitzer einer Karte, die Magic geformt hat?

Verratet es uns in den Kommentaren!

Euer Berkut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.