Digimon – Die schlechtesten Designs

Nachdem wir euch im vorigen Artikel die besten Designs des Digimon Card Games vorgestellt haben und auch sonst immer von den atemberaubenden Designs dieses Kartenspiels schwärmen, darf auch die Kehrseite der Medaille nicht fehlen. Dieser Artikel widmet sich entsprechend schonungslos ehrlich den „schlechtesten“ – oder eher unglücklichsten – Designs aus dem bisher erhältlichen Pool an Karten!

Auf japanischem Stand sind aktuell bereits neun Booster Erweiterungen, 11 Starter Decks, zahlreiche Sonderprodukte und ungefähr 80 Promo-Karten erschienen. Diese umfassen (nicht 100% genau gerechnet) knapp 1600 unterschiedliche Designs! Unter diesen sind natürlich nicht nur Volltreffer zu finden, sondern auch ein paar eher weniger gelungene Designs – wobei man diese zugegebenermaßen gezielt suchen muss. Warum die Designs für diese Liste herausgepickt wurden, wird jeweils unter diesen erklärt werden.

Die folgende Liste ist, auch diesmal, vollkommen subjektiv und muss demnach selbstverständlich nicht bei allen Leuten auf Zustimmung treffen. Es wurde dabei außerdem auch die Spielbarkeit der einzelnen Karten außer Acht gelassen. Das Design bezieht sich also in diesem Fall rein auf die Optik der Karten, nicht auch auf deren Effekte und Nutzen.

1. Lop Blob

ST10-03 Lopmon ist zwar nicht per se hässlich, aber das Design ist eher misslungen. Die Idee ist süß, es und Terriermon zusammengekuschelt zu präsentieren. Gerade Lopmon sieht dabei aber wie ein merkwürdiger Blob aus. Die Proportionen wirken komisch, der Körper selbst etwas verbogen. Vor allem die Stellung des Kopfes im Bezug auf den Rücken. Leider eines der schlechteren Lopmon Kartendesigns.

Die Karte(n) findet ihr in: ST10 – Parallel World Tactician

2. Why are you running?

Diese Alternative Art-Variante von BT2-010 Byomon ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. Spielen es und Agumon? Läuft Byomon vor Agumon davon? Warum weint Byomon und sieht dabei fröhlich aus? Sind es Lachtränen? Wenn ja, was genau ist so lustig? Die schlüssigste Interpretation ist wohl, dass Byomon aus Spaß Freudentränen weint. Doch es lässt Interpretationsspielraum offen.

Die Karte(n) findet ihr in: ST11 – Starter Deck Special Entry Deck

3. Die langweiligste Secret Rare überhaupt

BT1-115 Veedramon ist eine Secret Rare-Karte aus der allerersten Booster Erweiterung. Und diese ist … furchtbar langweilig. Man bekommt in einem Display mit 24 Booster Packs zu je 12 Karten 288 Karten. In diesen hat man genau zwei Chancen auf besondere Karten, die eine beliebige Mischung aus Secret Rare oder Alternative Art-Karten sind. Bei dieser grauenhaften Pullrate sollte man meinen, dass diese Designs auch etwas hermachen. Genau das tut Veedramon aber leider nicht.

Die Karte(n) findet ihr in: Release Special Booster Ver1.0

4. Ruinierte Geschichte

Manche Karten erzählen mit ihren Artworks kleinere oder größere Geschichten. So auch die Digiei-Karten BT3-004 Minomon und BT9-004 Motimon. Die Alternative Art-Versionen sind Box Topper und unterscheiden sich lediglich im Hintergrund – einem langweiligen Standardhintergrund. Genau das ist aber das Problem, denn das Digimon-Motiv bleibt, aber die Geschichte fällt weg. Minomon hält ein Baby Leafmon fest, um es vor dem Regen zu schützen. Die AA-Version zeigt lediglich Minomon, welches Leafmon hält. Ähnlich ist es bei Motimon. Es sieht verwirrt aus und hat Farbe an den Händen, weil es Pabumon angefasst hat, welches angemalt wurde. Im Hintergrund sieht man die Übeltäter mit einem Farbeimer. Die Box Topper Variante hat absolut keinen Kontext und wirkt daher komisch. Die beiden Karten sind zwar nicht hässlich, aber durch die fehlende Geschichte sind sie einfach nicht mehr so gut wie sie sein sollten.

Die Karte(n) findet ihr in: Release Special Booster Ver1.5, BT9 – X-Record

5. Glorious Fail

Die Option-Karte BT2-099 Glorious Burst zeigt das mächtige ShineGreymon und seine Spezialattacke ausführt. Nur leider … ging dieses Design etwas in die Hose. Die Attacke sollte eigentlich gigantisch und beeindruckend sein. Dadurch, dass man möglichst viel von ShineGreymon zeigen wollte, ist der Glorious Burst aber nur eine erbärmliche, kleine Feuerkugel. Es ist zwar verständlich, dass man auch das Digimon abbilden möchte, doch sollte dabei – meiner Meinung nach – die Attacke nicht so lächerlich aussehen, sondern im Fokus sein.

Die Karte(n) findet ihr in: Release Special Booster Ver1.5

6. Howling Crusher

Die Option-Karte BT1-101 Howling Crusher hat ein ähnliches Problem wie Glorious Burst. Bei der Attacke greift SaberLeomon mit seinen leuchtenden Krallen an und zerreißt die Gegenseite. An sich ist die Darstellung nicht schlecht, doch die Alternative Art-Version ist hier klar überlegen. Sie hat mehr Dynamik und wirkt gefährlicher als die normale Version.

Die Karte(n) findet ihr in: Release Special Booster Ver1.0, Dash Pack Ver1.5

7. Mangelhafter Horror

BT3-092 MaloMyotismon steht hier stellvertretend für die meisten Digimon-Karten, die in den Anime als Hauptfeinde aufgetreten sind. Gerade Myotismon und seine Digitationen sollten eigentlich Gefahr und Wahnsinn ausstrahlen, aber keine der Karten bekommt diese Ausstrahlung hin. Die Designs sind zwar nicht schlecht, aber durch die mangelnde Gefahr auch keineswegs beeindruckend.

Die Karte(n) findet ihr in: Release Special Booster Ver1.5

8. Wer ist es?

Das Design von BT5-065 Shademon ist nicht direkt schlecht, aber sehr ineffektiv. Auch für mich als erfahrenen Fan ist es schwer, den Blick von Wendigomon abzuwenden. Wendigomon (linke, untere Ecke) zieht den Blick auf sich und lenkt dabei von Shademon, dem eigentlichen Digimon dieser Karte, ab, was nicht für das Design spricht.

Die Karte(n) findet ihr in: BT5 – Battle of Omni

9. Satz mit X

Das Problem von BT7-008 Flamemon ist die Alternative Art-Version (links). Im direkten Vergleich mit der normalen Variante fällt auf … dass das alternative Design ziemlich langweilig ist. Flamemon sitzt nur da und starrt irgendetwas an. Das Design hat nichts Besonderes. Gerade im Vergleich hat das normale Design Bewegung, Hintergrund und Story, was es viel ansehnlicher macht. Durch die Seltenheit von Alternative Art-Karten ist es also ziemlich traurig, wenn diese schlechter als die regulären Versionen sind.

Die Karte(n) findet ihr in: BT7 – Next Adventure

10. O Sole Mio

BT9-079 GranDracmon ist ein Dämonenbiest-Digimon. Es wird auch als König der Vampire bezeichnet, hat einen unsterblichen Körper und Kräfte, die selbst mit denen der 7 Great Demon Lords mithalten können. Und dennoch sieht das Design eher lachhaft aus. Wie soll man Angst vor einem solch mächtigen Wesen haben, wenn es mit seiner wallenden Mähne aussieht, als würde es gleich eine Ode anstimmen und ein Opernpublikum verzaubern. Zwar passt dies zu seiner Lore, wonach es selbst Engelsdigimon mit seiner Stimme zu Fall bringen soll, doch der Punkt bleibt: es sieht lachhaft und alles andere als beeindruckend aus.

Die Karte(n) findet ihr in: BT9 – X-Record

11. Verschenktes Potenzial

BT5-095 und -096 Transcendent Sword und Supreme Cannon sind Option-Karten und die Spezialattacken von Omnimon. Die Karten sind alles andere als schlecht oder hässlich. Im Gegenteil, die Designs sind sogar ziemlich cool. Das einzige Problem hier ist der Kartenrand. Es ist eindeutig ersichtlich, dass die Karten zwei Hälften abbilden. Doch durch den Rand kann man sie nicht ohne Trennung zusammenlegen. Die Karten nicht randlos als Alternative Art-Versionen zu gestalten ist hier einfach eine Menge verschenktes Potenzial, was irgendwann in der Zukunft hoffentlich behoben wird.

Die Karte(n) findet ihr in: BT5 – Battle of Omni

12. Hässliche Motive

Während ich bisher eigentlich das Wort hässlich vermieden habe, komme ich hierbei nicht darum herum. Dabei ist das aber nicht die Schuld der Kartendesigner, sondern es liegt an den abgebildeten Digimon. BT8-040 Betsumon und BT9-010 Atamadekachimon sind schlicht … hässliche Kreaturen. Betsumon ist ein Digimon, das quasi Cosplay macht, sieht aber furchtbar aus. Und Atamadekachimon sieht furchtbar dämlich aus mit dem Mini Dino im Mund des großen Dinos.

Die Karte(n) findet ihr in: BT8 – New Awakening, BT9 – X-Record

13. Ungewollte Schwangerschatten

Bei diesen drei Karten haben wir ein … sehr spezielles Problem. Fangen wir rechts bei Veemon an: der Titel SchwangerSCHATTEN kommt von Veemon und Angewomon. Der Schatten am Hals vom Grand Prix Alternative Art BT2-021 Veemon ist so markant und gleichbleibend dunkel, dass es so aussieht, als würde der Kopf vom Körper losgelöst schweben. Durch die Positionierung UND Schattierung kommt es bei ST3-09 Angewomon zu einer optischen Täuschung: Angewomon sieht schwanger aus. Man muss sehr genau hinsehen, um zu erkennen, dass der Babybauch eigentlich der rechte Schenkel ist und sich darüber ein sehr dunkler Schatten verbirgt, der unter dem Busen die Körpermitte verdeckt. Auch bei EX2-019 Renamon sind die Körperproportionen sehr ungünstig und es scheint eine Babykugel zu haben. Während das Artwork eigentlich sehr schön wäre, ist diese Kugel beim eigentlich sehr schlanken Design von Renamon etwas verstörend.

Die Karte(n) findet ihr in: ST3 – Heaven’s Yellow, EX2 – Digital Hazard, DC-1 Grand Prix

14. Verdrehte Körper

Diese vier Karten haben ein ähnliches Problem wie Lopmon in #1. Alle sehen aufgrund der Posen so aus, als wären deren Körper unschön verdreht oder irgendwie anders deformiert.
EX2-073 Gallantmon Crimson Mode hat an sich keinen komplizierten Körperbau. Durch die Pose sieht es jedoch aus, als wäre der Körper irgendwo in der Mitte geknickt, wodurch der Oberkörper in die eine Richtung sieht und die Beine in eine andere.
BT9-083 Omnimon Merciful Mode hätte eigentlich auch bei den besten Designs stehen können, denn es ist eigentlich optisch total cool. Die Flügel sind allerdings etwas ungünstig platziert und machen in dieser Pose so symmetrisch wenig Sinn und wurde wohl so hingebogen, damit beide am Artwork sind.
Dieses Alternative Artwork von BT3-088 LadyDevimon ist ebenfalls etwas ungünstig platziert. Durch die Perspektive und dunkle Farbe muss man länger hinschauen, um den zweiten Arm unter dem Busen zu erkennen. Auch fehlt hier etwas LadyDevimons Charakter. Eigentlich ist es ein sadistisches Biest, was hier nicht wirklich rüberkommt.
Zuletzt haben wir noch BT8-017 UltimateBrachiomon hat ein recht überladenes Design. Gerade in dieser Positionierung sieht es daher so aus, als wären die zwei kleinen Waffenöffnungen vorne sehr kleine, kurze Stummelfüße.

Die Karte(n) findet ihr in: BT8 – New Awakening, BT9 – X-Record, EX2 – Digital Hazard, Official Tournament Pack Vol.4

15. Zu viele Köche verderben den Brei

Nachdem ich die Alternative Art-Version von BT7-016 KaiserGreymon im vorigen Artikel als eine der besten überhaupt bezeichnet habe, kritisiere ich hier BT7-029 MagnaGarurumons Alternative Art-Karte. Es ist auf den ersten Blick vielleicht schwer nachzuvollziehen, warum die Karte hier gelistet wird. Und auch auf den zweiten- und dritten Blick. Das Design selbst ist nämlich absolut in Ordnung. Das Problem ist hier lediglich der direkte Vergleich mit KaiserGreymon. Dieses hat ein unglaubliches Maß an Detailliebe und Eastereggs, während MagnaGarurumon leider nichts hat. Es ist leider ersichtlich, dass sich die verschiedenen Künstler und Künstlerinnen hier nicht abgesprochen haben und daher im Vergleich MagnaGarurumon einfach sehr langweilig wurde. Hätten die Beteiligten miteinander kommuniziert und auch bei MagnaGarurumon die Spirits, die für dessen Entstehung verantwortlich sind, in den Hintergrund eingebaut, wäre es mit KaiserGreymon eines der besten Designs. Im Ist-Zustand hinterlässt es aber absolut keinen bleibenden Eindruck.

Die Karte(n) findet ihr in: BT7 – Next Adventure

16. Kompletter Overload

Hier sehen wir BT9-081 DexDorugoramon und seine Alternative Art-Version, BT8-081 Rasenmon Furious Mode, BT9-112 DeathXmon, BT9-040 Angewomon X-Antibody, P-025 GranKuwagamon, BT3-019 RagnaLoardmon und BT2-018 Volcanicdramon. Alle diese Karten hier haben dasselbe Problem: sie sind so komplett überladen, dass die Augen und das Hirn nicht wissen, worauf sie sich konzentrieren sollen und es fällt auch schwer, überhaupt zu entschlüsseln, wo genau welches Körperteil ist. Die Designs der Digimon sind schon für sich alle sehr kompliziert und überladen, doch hier kommen sie noch schlechter zur Geltung.

Die Karte(n) findet ihr in: Release Special Booster Ver1.0, Release Special Booster Ver1.5, Great Dash Pack, BT8 – New Awakening, BT9 – X-Record

17. EX1 – Classic Collection

Wie bereits im Review-Artikel zu EX1 – Classic Collection angesprochen, fehlt es diesem gesamten Set an Dynamik, da die Designs aus dem ältesten Digimon Card Game übernommen wurden und nur die statischen Artworks aus dem DigiWiki zeigen. Im Vergleich mit allen anderen Sets fallen sie,daher als eher langweilig ins Auge.

Die Karte(n) findet ihr in: EX1 – Classic Collection

18. X-Antibody

Total überladene Designs sind im Grunde das Markenzeichen von Digimon. Doch die meisten X-Antibody-Versionen von Digimon, die auch Formen ohne X-Antibody haben, bringen diesen Overload auf eine neue Ebene. Die Designs sind, dann in der Regel hoffnungslos überladen, haben zu viele Details und sehen einfach nicht mehr gut aus. BT9 – X-Record ist daher ein Set mit vielen Karten, die nicht unbedingt bei jedem gut ankommen.

Die Karte(n) findet ihr in: BT9 – X-Record

19. Tamer-Karten

Was die X-Antibody-Karten zu viel haben, haben die Tamer-Karten zu wenig. Es gibt bei diesen in der Regel keine Hintergründe, keine großartigen Designs, keine besonderen Posen oder irgendwie großartige Dynamik. Es sind immer eher statische Posen und Artworks für die Anime, die keine sonderlich große Individualität zeigen. Hier würden tatsächlich neu gezeichnete Artworks zumindest ein bisschen Abwechslung bringen.

Die Karte(n) findet ihr in: allen Digimon Booster Erweiterungen und allen Starter Decks

  • Teilt ihr diese Eindrücke?
  • Seht ihr manche Dinge komplett anders?
  • Würdet ihr selbst noch Karten in diese Liste packen, die nicht erwähnt wurden?

Lasst uns eure Meinung in den Kommentaren wissen!

Euer Katoptris

Kartenbilder entnommen von der offiziellen Digimon Card Game Website: https://world.digimoncard.com/

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