Mittlerweile gehört es ja schon zur guten Tradition, um den Jahreswechsel herum einen Blick nach vorne auf die anstehenden Yu-Gi-Oh! Produkte 2026 zu werfen. Das machen wir natürlich auch dieses Mal.
Kluge Worte vorweg
Naja, so klug wird das jetzt nicht, aber irgendwie muss man ja Zwischenüberschriften finden, nicht wahr?
Das Interesse an diesem Artikel ist jedes Jahr bemerkenswert groß und der Ausblick auf das kommende Jahr gehört zu den meistgelesenen Artikeln im Blog. Aus diesem Grund fühle ich mich verpflichtet, an dieser Stelle über das Erwartungshaltungsmanagement zu sprechen: Ich kann euch hier nur das präsentieren, was bereits bekannt ist und wir alle wissen, dass Konami nicht gerade großzügig mit Informationen zu neuen Produkten umgeht und Kartenlisten und Produkte gerne mal recht lange geheim hält. Ich will trotzdem versuchen, recht ausführlich auf die anstehenden Produkte einzugehen.
THE CHRONICLES DECK: Spirit Charmers
Den Auftakt macht am 22. Januar das zweite Deck aus der THE CHRONICLES DECK Reihe. Dieses Mal geht es um die Spirit Charmers rund um Hiita, Dharc, Wynn, Aussa, Eria und Lyna.
Die Spirit Charmers mögen sich vielleicht nicht ganz so großer Beliebtheit erfreuen wie das Deckthema rund um den Gefallenen von Albaz, aber ich gehe davon aus, dass dieses Produkt trotzdem reißenden Absatz finden wird. Das liegt zum einen daran, dass das Deck ausschließlich aus Ultra Rares besteht und dass wie bereits beim Vorgängerprodukt auch hier wieder Promos enthalten sein werden, die durchaus einigen Wert haben können – je nach Karte und Seltenheitsstufe natürlich.
Neben neuen Karten für das Deckthema gibt es aber auch eine Reihe an Reprints und die hatten es bereits im THE CHRONICLES DECK: The Fallen and the Virtuous in sich, so auch hier: Während Karten wie Kein Dunkler Herrscher mehr oder Zugangskodier-Sprecher zwar beliebte Staples sind, aber durch diverse Reprints keinen sonderlichen Wert mehr haben, sieht es mit der Horus-Engine anders aus. Die ist nämlich hier komplett enthalten und macht die spielstarke und teure Engine nun für jedermann zugänglich. Ihr erhaltet in diesem Produkt sowohl die Permanente Zauberkarte Sarkophag des Königs als auch die bisher teuerste Karte des Deckthemas Amset, Ehre des Horus.
Selbst wenn ihr also mit den Charmers nichts anfangen könnt, kommt ihr hier auf eure Kosten. THE CHRONICLES DECK: Spirit Charmers ist allemal ein lohnendes Produkt.
Burst Protocol
So richtig zur Sache geht es dann Anfang Februar, wenn Burst Protocol in die Läden kommt. Das neue Boosterset bringt frischen Wind ins TCG und supportet altbekannte Deckthemen wie Branded oder die Magnetkrieger, aber auch metarelevante Decks wie Drachoschwanz oder Magistus, das an Relevanz gewinnen dürfte.
Mein persönliches Highlight ist Fallen of the White Dragon. Das Artwork sieht aus, als hätte der Gefallene von Albaz Gear 5 erreicht, was mir persönlich richtig gut gefällt.
Die neue Karte wird immer als Gefallener von Albaz behandelt und wird in den Decks wohl das ein oder andere Exemplar des klassischen Gefallenen ersetzen.
Wenn ihr ihn in der Hand habt, könnt ihr ein Monster, das “Gefallener von Albaz” erwähnt, vom Extra Deck auf den Friedhof legen und Fallen of the White Dragon dann spezialbeschwören. Danach dürft ihr zwar nur noch Fusions- und Synchromonster der Stufe 8 vom Extra Deck beschwören, aber nichts anderes tut ihr ja im Markiert-Deck sowieso.
Auf Beschwörung könnt ihr dann ein Ecclesia-Monster von der Hand, dem Deck oder dem Friedhof beschwören. Diese Karte knüpft also direkt an das vorangegangene Deck des Archetypes an und verbindet den Gefallenen von Albaz noch mehr mit Ecclesia, wie die Lore es ja auch vorsieht.
Maze of Muertos
Ein neues Maze-Set steht uns dann am 19. Februar bevor. Das mittlerweile vierte Set dieser Reihe wird sich voraussichtlich inhaltlich seinen Vorgängern anpassen. Das bedeutet, dass das Set durchaus relevante und dadurch auch teure neue Karten enthält. Mit dabei sind in der Regel auch ein oder zwei Reprints begehrter Karten, die aber in der Vergangenheit den Preis dieser Karten nicht wirklich gesenkt haben, da sie auch im jeweiligen Maze-Set recht selten waren.
Zugleich zeigt aber die Vergangenheit auch, dass Maze-Sets nicht wirklich gut altern. Bei Release sind sie relevant, ja, aber das hält oft nur einige Monate an und spätestens am Ende des Jahres könnten die zentralen Karten entweder nicht mehr relevant sein oder bereits einen günstigen Reprint erhalten haben – beides entwertet dann das Produkt und die seltenen Karten doch erheblich. Ob das bei Maze of Muertos auch so sein wird, kann aktuell natürlich noch niemand vorhersagen, aber es wäre nicht überraschend.
Legendary Modern Decks 2026
Auch die Legendary Decks gehen in die zweite Runde. Im Herbst erst erfreuen sich die Legendary 5D’s Decks großer Beliebtheit, nicht zuletzt, weil dort die Mulreizenden Purulia, Fuwalos und Miauls enthalten waren, drei metarelevante Handtraps im aktuellen Format. Aber nicht nur das, sondern auch Aschenblüte, Kauz & Schlossvogel oder Effektverschleierin sind dabei. Staplestechnisch gesehen waren die Legendary 5D’s Decks ein gelungenes Produkt, spielerisch gesehen eher nicht so, weil sich die Decks eben an der 5D’s Ära orientieren.
Das ändert sich nun mit den Legendary Modern Decks 2026, denn dieses Produkt enthält drei Decks, die wirklich spielstark sind – zumindest so mehr oder weniger. Ihr erhaltet hier auch wieder drei vorkonstruierte Decks, die ohne großes Zutun spielbar sind. Enthalten ist ein X-Säbel-Deck, ein Himmelsjäger-Deck und – das ist das wohl stärkste der drei Decks – ein Mitsurugi-Deck.
Viel ist über dieses Produkt bisher noch nicht bekannt, daher ist eine erste Wertung mit Vorsicht zu treffen. Von “modernen Decks” zu sprechen, dann aber Himmelsjäger und X-Säbel zu präsentieren, ist schon etwas unverfroren. X-Säbel existiert seit 2009, Himmelsjäger seit 2018, was immerhin auch schon 8 Jahre her ist. In Worten: acht. Natürlich kann neuer Support ein altes Deck immer metarelevant machen, das ändert aber nichts daran, dass zumindest auf ⅔ der Decks die Bezeichnung “modern” nicht zutrifft.
Aber lassen wir uns mal überraschen. Ich rechne damit, dass dieses Produkt noch durch den ein oder anderen wichtigen Reprint gewürzt wird und am Ende vermutlich genauso beliebt ist wie sein Vorgänger.
Rarity Collection 5

Ihr dachtet, das 25-jährige Jubiläum sei vorbei? Weit gefehlt! Wir haben zwar keine Quarter Century Secret Rares mehr, dafür aber wieder Starlight Rares und die ersetzen die Quarters einfach. Versteht mich nicht falsch, Rarity Collections sind das beste Produkt, das Konami so auf den Markt bringt, aber irgendwie hatte ich auf etwas mehr Jubiläumsexklusivität gehofft.
Aber was mecker ich eigentlich, denn hier nun sind endlich auch die letzten Karten enthalten, die wir in den bisherigen Rarity Collections vermisst haben: Kashtira Fenrir und Chaosengel halten endlich Einzug in das beste Reprintprodukt aller Zeiten.
Mit dabei ist auch Nummer C104: Schattenhorror Maskerade, eine 13 Jahre alte Super Rare, die nun endlich ihren ersten Reprint bekommt und bisher unangenehm teuer war. Die letzte der bisher bekannten Karten des Main-Pools ist Mementoal Tecuhtlica – Kombinierte Schöpfung, die ihr bisher auch nur aus Valiant Smashers bekommen könnt und die daher selbst als Ultra Rare einige Euro kostet.
Auch dieses Produkt verfügt über einen zweiten Kartenpool, doch der enthält dieses Mal nicht nostalgische Karten, sondern besondere Kartenartworks. Von alternativen Artworks zu sprechen, wäre hier etwas euphemistisch, denn eigentlich handelt es sich lediglich um die klassischen Artworks, über die man einen auffällig bunten japanischen Schriftzug geklatscht hat. Ihr merkt schon, ich bin kein Fan dieser Artworks, also so gar nicht. Wovon ich aber Fan bin, sind die Karten selbst, denn enthalten werden ikonische und spielrelevante sein, auch Handtraps finden sich hier.
Worauf ich mich aber riesig freue, sind die Fullarts, die endlich, endlich auch ins Yu-Gi-Oh! TCG kommen. Magic und Pokémon haben diese Karten schon seit 20 Jahren, One Piece seit Release und offenbar versteht nun auch Konami endlich, dass Fullarts eine gute Sache sind. 10 Karten wird es erst einmal in diesem neuen Kartendesign geben und da die Fullarts dem separaten Pool zugeordnet werden, erhaltet ihr diese entweder in Ultra Rare oder in Starlight Rare. Und eine Fullart in Starlight Rare – das schmeckt schon und könnte endlich auch den Sammlermarkt wiederbeleben, denn der scheint derzeit tot zu sein.
Ab dem 9. April dürfen wir uns über diese neuen Besonderheiten freuen.
Blazing Dominion

Am 7. Mai kommt dann das Boosterset Blazing Dominion zu uns ins TCG. Das Boosterset wird klassisch aufgebaut sein und aus 10 Secret Rares, 14 Ultra Rares, 26 Super Rares und 50 Commons bestehen. Mit Glück zieht ihr auch eine von 25 Starlight Rares, also alles wie immer.
Hier bekommen wir unter anderem den ersten Support für das neue Deckthema Elvennotes, das in Burst Protocol Premiere feiern wird.
Als Boosterset enthält dieses Produkt fast nur neue Karten, Ausnahme ist hier lediglich Roter Nova-Drache, den ihr im Promostil als Starlight Rare hier finden könnt. Das ist ein altbekanntes Konzept und wenig spektakulär, erwähnen wollte ich es trotzdem.
Alles neu in 2026
Abschließend möchte ich einen etwas erschreckenden Gedanken mit euch teilen. “Yugioh ist tot!” hört man alle paar Monate mal durch die sozialen Medien hallen und eigentlich bin ich kein Pessimist, der für derartige Orakel anfällig ist. Meine ganz persönlichen Eindrücke lassen aber durchaus Raum zur Sorge: Ich war in den letzten Monaten auf ein paar Conventions unterwegs und habe dort natürlich auch den TCG-Bereich frequentiert. Nach Yugioh musste ich da aber schon echt lange suchen. Die Händler bieten halbherzig ein paar sealed products an, das war’s aber auch. Einzelkarten findet man haufenweise zu Pokémon, ein bisschen zu Magic und One Piece und gar nicht zu Yu-Gi-Oh!. Auf der Comic Con in Stuttgart habe ich nicht einen Händler gefunden, der Yugioh-Karten einzeln verkauft hat, und die Comic Con in Stuttgart dürfte zu den größten Conventions dieser Art in Deutschland gehören. Hinzu kommt, dass im vergangenen Jahr viele deutsche Yugituber ihren Job an den Nagel gehängt haben oder nur noch sehr vereinzelt Yugioh-Content machen: Julioh ist weg (mein Herz blutet immer noch), D.TV macht kaum noch Yugioh-Videos und Nivska hat dem Streamen den Rücken gekehrt, womit auch der wunderbare Podcast Draw Standby Main stirbt.
Nun sind Influencer aber ja auch immer ein Teil der Vertriebsstrategie eines Unternehmens und wie sollen neue Yugioh-Produkte an den Mann gebracht werden, wenn wir die verfrühten Influencer-Openings nicht mehr haben?
Konami muss also dringend aktiv werden und es fühlt sich so an, als würde genau das stattfinden: Frühe Reprints spielstarker (und teurer) Karten, Fullarts, ansprechende Reprintprodukte und Innovation im Produktdesign und Spielformat sind durchaus erkennbar. Es ist schade, dass Konami gerade so viel richtig macht und das Spiel trotzdem derzeit so wenig konsumiert wird.
Ich wünsche mir für 2026, dass Konami konsequent an diesen Neuerungen festhält und die öffentliche Freude an Yugioh wieder wächst.
Euch allen wünsche ich einen guten Start in ein hoffentlich erfreuliches Yugi-Jahr.
Euer
Hyozan







