Yugioh – Der aktuelle Staples-Guide

Einiges tut sich in der Yugioh-Welt. Das ist erst einmal nichts neues, denn mit jedem neuen Produkt kommt Bewegung ins Spiel. Was aber dann doch bemerkenswert ist, ist, wenn neue Handtraps und Staples ins TCG gespült werden und da passiert gerade einiges!

Auf der Jagd nach Staples

Ich habe es bereits mehrfach erwähnt, aber ich kann jedem Spieler nur empfehlen, einen Staples-Ordner zu führen. Ihr solltet von den Karten, die generisch sind und potenziell irgendwann einmal zum Einsatz kommen könnten, unbedingt jeweils ein Playset besitzen. Das gilt auch dann, wenn die Karten aktuell limitiert oder sogar verboten sind, denn das kann sich immer mal ändern und ihr wollt nicht dann kaufen, wenn alle kaufen. 

Nun hat sich im Bereich der Staples über längere Zeit hinweg nicht allzu viel getan. Die letzte wirklich relevante Staple war S:P Kleine Ritterin, danach kam kaum noch was Neues, auch wenn bestehende Staples und Handtraps immer mal wieder gereprintet wurden und ihr mittlerweile auf einen Großteil der begehrten Allrounder für kleines Geld Zugriff bekommt. Durch diverse Rarity Collections sind Staples mittlerweile keine große Investition mehr und manchmal sogar ganz problemlos in Structure Decks, Legendary Decks oder CHRONICLES DECKS erhältlich. 

Das ändert sich aber gerade wieder ein bisschen, denn der Trend zeigt, dass es derzeit nun doch wieder die ein oder andere generische Karte gibt, die ihr besitzen solltet, deren Anschaffung aber preislich gesehen eher eine unangenehme Geschichte ist.

Heute wollen wir gemeinsam auf ebendiese Karten blicken und auch einen kleinen Blick in die Zukunft wagen, denn da kommt durchaus noch mehr…

Die Dominus-Fallen

Die Dominus-Karten dominieren das Spiel seit ihrer Premiere in The Infinite Forbidden vor zwei Jahren. Da bekamen wir Dominus-Säuberung, im Herbst 2024 folgte dann Dominus-Impuls und in Blazing Dominion Dominus-Funke. Alle drei Karten sind spielrelevant und entsprechend sind auch alle drei Karten recht teuer. Das gilt nicht für Dominus-Spirale aus Doom of Dimensions, die ist für eine Secret Rare sehr bezahlbar und selbst als Starlight Rare nicht wirklich teuer. 

Die Dominus-Fallen passen aufgrund ihrer Restriktionen nicht in jedes Deck, ihr solltet im besten Falle aber ein Playset jeder besitzen. Impuls und Säuberung haben bereits einige Reprints erhalten und ich könnte mir vorstellen, dass wir hier bald Reprints bekommen, die diese Karten wirklich günstig machen. Ich war tatsächlich etwas enttäuscht, dass das nicht bereits in der Rarity Collection V geschehen ist, aber rechne damit, dass das bald nachgeholt wird. Dominus-Funke hingegen ist noch ganz neu und wird sicher noch eine ganze Weile auf ihren Reprint warten müssen. Durch den Wegfall der Mega Tin ist nun eben auch nicht mehr so ganz kalkulierbar, wann eine Karte mit einem Reprint rechnen darf. 

Feierliche Anschuldigung

Die neue Konterfalle aus der Feierlich-Familie hatte einen etwas holprigen Start: Zu Beginn war die Karte trotz ihrer offensichtlichen Spielstärke nicht übertrieben gehypt und entsprechend auch nicht übertrieben teuer. Die ersten großen Turniere zeigten dann aber, dass sich diese Karte sehr wohl lohnt und die Preise zogen an. 

Feierliche Anschuldigung macht im Alleingang jedes Deck, das auf eine bestimmte Zauberkarte, etwa einen Feldzauber, angewiesen ist, unspielbar und sollte sich demnach unbedingt in den Side Decks befinden. Dennoch ist es bemerkenswert, das ein Deck wie Glanztaifun, das eben sehr von einer Zauberkarte abhängig ist, sich nach wie vor recht gut im TCG behaupten kann. 

Illusionstor

Die Zauberkarte aus Maze of Muertos hat ihren Weg in diverse turnierrelevante Side Decks gefunden. Der Grund ist klar: Mit Illusionstor zerstört ihr alle gegnerischen Monster und beschwört dann ein Monster vom gegnerischen Friedhof auf eure Spielfeldseite, das ihr dann natürlich wieder als Material für diverse Extra Deck Beschwörungen verwenden könnt. Diese Karte kostet euch zwar die Hälfte eurer Lebenspunkte, aber hey, das ist es durchaus wert, zumal Lebenspunkte mittlerweile ja im Turniergeschehen nicht mehr die Relevanz haben wie einst. 

Kein Wunder also, dass euch diese Karte aktuell etwa 40 Euro abverlangt. Die gute Nachricht ist, dass viele Side Decks sie nicht dreimal spielen, da ihr ihren Effekt sowieso nur einmal pro Duell verwenden könnt und jede weitere Kopie eine tote Karte ist. 

Fydraulis Harmonia

Neue Handtraps lösen immer erst mal einen großen Hype aus und das war anfangs bei Fydraulis Harmonia nicht anders, als diese Karte mit Blazing Dominion ins TCG schwappte. Mittlerweile hat sie sich zwar preislich etwas reguliert, ist aber immer noch eine teure Anschaffung, vor allem als Playset. 

Auf lange Sicht wird diese Karte auch wieder an Relevanz verlieren, solange aber Synchrodecks, vor allem natürlich Kewl-Empfang, so dominant sind, bleibt auch Fydraulis Harmonia wichtig. Wenn ihr nun nicht aktiv ein Synchrodeck spielt, braucht ihr diese Karte nicht, aber falls sie irgendwann einen Reprint in der Rarity Collection IX bekommt, solltet ihr zugreifen, solange sie günstig ist. Staples werden auch nach günstigen Reprints oft recht schnell doch wieder teuer und das solltet ihr unbedingt auf dem Schirm haben. Bis Fydraulis Harmonia wirklich erschwinglich ist, wird es aber sicher noch eine ganze Weile dauern. 

Der Gefallene und die Tugendhafte

Die Karte ist in THE CHRONICLES DECK: The Fallen & The Virtuous in Ultra Rare erschienen, hat sich seither aber als Staple in zahlreichen Decks etabliert und ist längst keine reine Branded-Karte mehr. Preislich liegt sie in Ultra Rare bei ca. 12 Euro, was für eine Karte aus einem vorkonstruierten Deck schon eine Hausnummer ist. Da ihr aber zusätzlich auch noch Ecclesia und der dunkle Drache spielen müsst, kostet euch die kleine Engine in der Summe doch ein ordentliches Sümmchen. Früher oder später wird sich aber auch das wieder legen und es werden schon Stimmen laut, die hier ein Verbot dieser Schnellzauberkarte fordern – nicht ganz zu unrecht, finde ich. 

Ancient Secrets

Ich liebe das OG-Artwork der neuen Zauberkarte Ancient Secrets. Die Karte existiert derzeit nur in Japan, wird aber früher oder später sicher auch zu uns kommen und vielleicht sogar das coole Overframe-Artwork mitbringen. 

Die OG-Referenz zeigt sich aber nicht nur im Artwork sondern auch im Effekt, für den braucht ihr nämlich ein Normales Monster. Ihr beschwört dieses zunächst einmal vom Deck, der Hand oder dem Friedhof, allerdings darf es höchstens Stufe 4 haben, wenn ihr es vom Deck beschwören wollt. Alternativ, und hier wird‘s spannend, könnt ihr auch einen der folgenden Effekte aktivieren, sofern ihr ein Normales Monster kontrolliert:

Ihr könnt alle gegnerischen Monster zerstören oder alle seine Zauber- und Fallenkarten. Oder ihr zieht zwei Karten oder ihr beschwört ein Monster von einem beliebigen Friedhof auf eine Spielfeldseite. Das Prinzip erinnert also an Talent der drei Taktiken, denn dort wie hier findet ihr die Effekte verschiedener Karten in einer vereint. Hier sind es nun eben Raigeki, Harpyien-Flederwisch, Topf der Gier oder Wiedergeburt

Das ist ein absurd guter Effekt, denn er gewährt euch maximale Flexibilität und benötigt als Voraussetzung, eben anders als bei Talent der drei Taktiken, keine gegnerische Interaktion. Das bedeutet, ihr allein schafft die Aktivierungsbedingungen für Ancient Secrets. Normale Monster werden dadurch massiv gepusht, was ich eine super Sache finde, denn Normale Monster sind einfach cool.

Spatial Trunade 

Die gute Nachricht ist: Für die Zauberkarte Spatial Trunade haben wir bereits einen Release-Termin (Beyond the Brave, das Anfang Oktober erscheint). Die schlechte Nachricht ist: Diese Karte wird mit absoluter Sicherheit absurd teuer. 

Auch hier kicken, wie bei allen der neuen Staples, die OG-Vibes, denn die Karte erinnert natürlich an Riesen-Trunade. Ihr Effekt ist simpel wie effektiv:

Zuerst gebt ihr zwei Karten auf dem Feld auf die Hand zurück und müsst die Karten dafür nicht mal wählen. Dann müssen beide Spieler so viele Karten unter das Deck liegen, wie sie mit diesem Effekt auf die Hand genommen haben. Heißt im Klartext, dass ihr mit Spatial Trunade zwar die eigenen Ressourcen zurück ins Deck bekommt, viel wichtiger ist aber, das gegnerische Feld auszudünnen und dem Gegner dann noch zwei Handkarten wegzunehmen. Das ist super stark und wird bestimmt rege gespielt werden, zumal diese Karte wirklich an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. 

Mind Mirror Force

Konami fährt gerade wieder mal so richtig auf dem Retro-Zug und bringt uns im Zuge dessen auch eine neue Spiegelkraft mit. Mind Mirror Force heißt die neue Falle und während alle anderen Spiegelkräfte im Turniergeschehen keine Relevanz haben, könnte Mind Mirror Force die erste Spiegelkraft seit Jahren sein, die es wieder zu einiger Turnierrelevanz bringen könnte. 

Erst einmal: wie cool ist bitte dieses Artwork? Das gibt mir doch krasse Königreich der Duellanten Flashbacks und das ist wunderbar, denn das war die Staffel, mit der ich ins Yugioh-TCG eingestiegen bin. 

Um Fallenkarten kompetitiv zu halten und ihr ihre langsame Aktivierungsbedingungen zu nehmen, ist es notwendig, dass sie von der Hand oder in dem Spielzug, in dem sie gesetzt wurden, aktiviert werden können. Letzteres ist hier der Fall, sofern der Gegner mindestens fünf offene Karten kontrolliert. Zusätzlich können die Aktivierung und der Effekt dann auch nicht annulliert werden. Für eine Falle klassischerweise eher untypisch ist sie also sowohl Going First als auch Going Second eine nicht zu unterschätzende Karte. 

Wird sie aktiviert, könnt ihr so viele gegnerische Karten wie möglich annullieren und zerstören. Das ist allerdings an eine der folgenden Aktivierungsbedingungen geknüpft: 

Das gegnerische Monster mit der höchsten ATK muss einen Angriff deklarieren, der Gegner aktiviert einen Monstereffekt, der Karten auf dem Feld zerstört oder, und das ist wohl der relevanteste Effekt, der Gegner aktiviert während eures Zuges einen Monstereffekt in der Hand oder auf dem Feld. 

Heißt im Klartext: Ihr setzt Mind Mirror Force zu Beginn eures Zuges und sobald der Gegner euch mit einer Handtrap oder einem Monstereffekt belästigt, jagt ihr sein gesamtes Feld hoch. Zwar könnt ihr danach bis zum Ende des nächsten Zuges nicht direkt angreifen, aber das ist auch gar nicht nötig, denn das gegnerische Board zu brechen ist wichtiger als die Lebenspunkte direkt anzugreifen. Wenn ihr geschickt spielt, erholt der Gegner sich von diesem Schlag nicht mehr so ohne Weiteres und ihr habt danach noch genug Zeit, um euch seiner Lebenspunkte anzunehmen. 

Wie heftig sind die Staples wirklich?

Yugioh ist ein sehr schnelllebiges Spiel, wie ihr wisst und da tut sich gerne auch mal was, was nicht so zweifelsfrei antizipiert werden kann. Schon oft haben Karten im Voraus einen ordentlichen Hype ausgelöst und waren letztendlich gar nicht so krass – oder waren eher belächelt und haben sich schließlich doch als wichtige Ressourcen herausgestellt. Alles ist möglich in diesem TCG und insofern ist es auch schwierig, jetzt schon verlässliche Prognosen zu treffen, gerade was diejenigen Karten angeht, die erst noch in grauer Zukunft erscheinen werden.

Und dennoch: Generische Karten sollten nie unterschätzt werden und können auch eine ganze Weile in eurem Staples-Binder lauern, bis sie ihr Format finden und dann richtig abräumen. Klar sein dürfte aber, dass die Karten, die ich euch heute vorgestellt habe, auf keinen Fall zu unterschätzen sind und ihr alle davon im Blick behalten solltet. Verbotene Krone etwa war nach Release recht schnell verhältnismäßig günstig, ist aber nach mehreren guten Auftritten auf diversen Landesmeisterschaften wieder enorm im Preis gestiegen. Wie immer solltet ihr euch auf lange Sicht diese Karten alle zulegen, aber wenn ihr aktuell nicht gerade darauf angewiesen seid, dann wartet ruhig noch auf den nächsten bezahlbaren Reprint. Wann der kommen mag, ist aufgrund des Wegfalls der Mega Tin nun schwer zu sagen. Man mag Konami viel vorwerfen können, aber in puncto Reprints sind sie eigentlich immer recht zügig dabei. 

So oder so solltet ihr zuschlagen, sobald der Reprint etwas bezahlbarer ist, denn die Preise solcher Karten steigen eher früher als später wieder und dann ärgert ihr euch.

Ich persönlich bin sehr gespannt auf die Karten, die uns da noch erwarten und darauf, wie sie die Decks und Side Decks der Spieler beeinflussen werden. Gerade die Karten mit coolen OG-Artworks sprechen mich an und ich glaube, da werde ich nicht drum herum kommen. Und ihr so?

Euer

Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

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