Die letzten Wochen war es eher ruhig in der Yugioh-Welt und auch hier im Blog. Klar, wir haben die Rarity Collection V bekommen, aber von den Overframe Rares einmal abgesehen war das Set bestenfalls durchschnittlich und ließ viele wichtige Karten vermissen. Jetzt ist Blazing Dominion da und das Set wurde gleichermaßen heiß erwartet und gefürchtet.
Die besten Karten aus Blazing Dominion
Die meisten von euch werden bereits wissen, dass Blazing Dominion einen immensen Einfluss auf die Meta haben wird. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein etwas genauerer Blick, denn das Set bringt nicht nur Support mit, der Decks an die Spitze der Meta katapultiert, sondern auch generische Karten, die derzeit jeder in die Finger bekommen will. Fangen wir aber mit dem spezifischen Support für konkrete Archetypes an!
Alter Archetype, neuer Support
Wie immer in einem Hauptset bekommt eine Vielzahl an Deckthemen neuen Support, doch dieses Mal hat der es stellenweise echt in sich.
Kewl-Empfang Drehregler und Kewl-Empfang Knistern


Kewl-Empfang wird mit Blazing Dominion das neue Spitzen-Deck werden und das ist unter anderem dem neuen Support geschuldet.
Die Utra Rare Kewl-Empfang Drehregler erlaubt es euch wie immer, dass ihr den Empfänger für eine Synchrobeschwörung von der Hand nehmen dürft, sofern ihr Drehregler als Material benutzen würdet. Das ist nicht neu und soll hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
Neu hingegen ist, dass ihr sie und einen Empfänger von der Hand vorzeigen und dann einen Empfänger als zusätzliche Normalbeschwörung beschwören dürft, was das Deck noch mal schneller macht. Wird Kewl-Empfang Drehregler außerdem selbst als Material für eine Synchrobeschwörung verwendet, könnt ihr einen von zwei Effekten aktivieren: Entweder legt ihr eine Karte vom Friedhof des Gegners unter sein Deck oder aber ihr schaut euch die Hand eures Gegners an und sucht euch danach als Belohnung noch eine Kewl-Empfang Zauber- oder Fallenkarte aus dem Deck und fügt sie eurer Hand hinzu. Gar nicht unfair oder so.
Apropos Informationsbeschaffung: Während Drehregler euch Wissen über die gegnerische Hand verschafft, schenkt euch Kewl-Empfang Knistern Kenntnis über das gegnerische Extra Deck: Auf Synchrobeschwörung dürft ihr euch ebendieses nämlich anschauen und dann eine Karte davon bis zur End Phase offen verbannen. Gerade im ersten Zug kann es ungemein aufschlussreich sein, das gegnerische Extra Deck zu kennen und daraus das Deck des Gegners abzuleiten.
Wird Knistern außerdem auf den Friedhof gelegt, nachdem sie zuvor synchrobeschworen worden ist, könnt ihr sie direkt wieder spezialbeschwören. Dann dürft ihr noch mal ins gegnerische Extra Deck blicken und bis zur End Phase sogar zwei Karten verbannen.
Besonders das Wissen über die gegnerische Hand ist so immens wichtig und gut, dass ihr Kewl-Empfang Drehregler definitiv dreimal spielen solltet. Aber auch Knistern ist nicht zu unterschätzen, denn so erfahrt ihr direkt, ob der Gegner vielleicht Superpolymerisation spielt und vor welchen Karten ihr euch in Acht nehmen müsst. Das Deck avanciert dadurch zur absoluten Bedrohung und wird künftig so manches Turnier dominieren.
Wunderauswerferin
Heißt wie ein Hexer, sieht aus wie ein Hexer, ist vom Typ Hexer, ist eigentlich aber ein wahrer HELD: Wunderauswerferin macht HELD-Decks so unglaublich viel besser, dass ihr sie unbedingt auf drei spielen müsst. Aber keine Sorge, obgleich diese Karte so unglaublich wichtig ist, ist sie nur eine Super Rare und somit preislich unbedenklich. Was macht diese Karte aber nun so gut? Schauen wir uns den Effekt an:
Zunächst wird sie immer als HELD behandelt, was schon mal gut und wichtig ist. Außerdem könnt ihr sie von der Hand spezialbeschwören, indem ihr ein Neo-Weltraum-Monster vom Deck auf den Friedhof legt. Auf Beschwörung könnt ihr euch dann auch noch eine Zauber- oder Fallenkarte vom Deck auf die Hand holen, die explizit den Namen eines Elementar-HELD-Monsters erwähnt. Und wenn Wunderauswerferin auf den Friedhof gelegt wird, dürft ihr on top auch noch eine Karte vom gegnerischen Friedhof verbannen.
Ihr seht, diese Karte löst nahezu jedes Problem, das HELD-Decks so hatten: Sie gewährt euch Zugriff auf wichtige Karten, füllt euren Friedhof und sucht euch nach den wichtigen Zauber- und Fallenkarten. Damit könnten die Helden wieder ernsthafte Gegner im modernen TCG werden.
Superkanonen-Panzerzug Rakete
Man nehme einen Zug, setze Düsenjets darauf, dann Kanonen, darauf dann eine Festung mit noch mehr Kanonen und natürlich haufenweise Panzerung, bloß die Panzerung nicht vergessen! Et voilà: Fertig ist der Superkanonen-Panzerzug Rakete. Ernsthaft, das Artwork sieht aus, als hätte sich ein Fünfjähriger Waffenfan hier ausgetobt. Ich selbst bin nicht so der Fan der Züge, aber ich weiß, dass das Deck eine recht große Fanbase hat, deswegen wollte ich euch die neue Karte nicht vorenthalten. Anders als sonst bei dem Deckthema üblich geht es hier nicht vordringlich um OTKs, sondern um Annullierungen, obgleich die 1000 Punkte Burndamage und die ATK von 5000 einen OTK natürlich mehr als begünstigen.
Gebaut ist dieser Klopper übrigens auch recht schnell, Züge-Decks werden diese Karte also definitiv in ihr Extra Deck aufnehmen.
Der blutrote König
Kleiner Funfact vorweg: Im Englischen heißt diese Karte The Crimson King und damit genauso wie der große Antagonist in vielen Stephen King Werken, allen voran in seinem achtteiligen Epos Der dunkle Turm. Na, wenn das mal kein rechtliches Problem gibt? Aber die Verwechslungsgefahr ist nun auch eher minimal und im Deutschen hat man sich bei der Kartenübersetzung für Der blutrote König entschieden, was ihn klar von Stephen Kings Der scharlachrote König abgrenzt.
Nun aber zu der Karte selbst, die das Herz aller Jack Atlas Fans da draußen höher schlagen lassen dürfte:
Wird Der blutrote König synchrobeschworen, könnt ihr eurer Hand eine Karte, die Rotdrachen-Erzunterweltler erwähnt, suchen und sie der Hand hinzufügen, was für sich genommen schon mal echt heftig ist. Richtig wild wird es dann aber beim zweiten Effekt, denn der ist ein Schnelleffekt, mit dem ihr auf die Aktivierung gegnerischer Monstereffekte reagieren könnt. Dann könnt ihr den König verbannen und einen beliebigen Rotdrachen-Erzunterweltler vom Extra Deck beschwören, was als Synchrobeschwörung behandelt wird. Das so beschworene Monster bekommt dann doppelte ATK und kann nicht durch gegnerische Karteneffekte zerstört werden, was super heftig ist und so manchen OTK ermöglicht. Man stelle sich nur mal vor, Glühender Rotdrachen-Erzunterweltler König Elend wäre erlaubt… So oder so ist diese Karte Anlass genug, sich das Deckthema noch einmal anzuschauen und vielleicht über das Structure Deck: The Crimson King nachzudenken.
Macht-Vizedrache
Die Secret Rare Macht-Vizedrache macht einen Rotdrachen-Erzunterweltler, der als Synchromaterial diese Karte nutzt, immun gegen Zerstörung durch Kampf. Das ist nett, aber andererseits haben die Synchromonster allesamt eine stattliche ATK, die der Gegner sowieso erst einmal überbieten können muss. Zuvor könnt ihr Macht-Vizedrache von der Hand spezialbeschwören, sofern ihr entweder keine oder nur FINSTERNIS Synchromonster kontrolliert. Auf Beschwörung sucht euch der Vizedrache dann auch noch ein Resonator-Monster. Dann könnt ihr anschließend zwar nur noch FINSTERNIS-Synchromonster vom Extra Deck beschwören, aber das juckt das Deck nun auch nicht so.
Generische Karten
Spielt man nun keines der Themendecks, ist so ein Hauptset schnell eher von mäßigem Interesse. Nun gibt es aber auch eine Reihe an Karten, die an keinen konkreten Archetype gebunden sind.
Super-Duper-Polymerisation
Ist der Name nicht großartig? Superpolymerisation war schon klasse, aber stinkt ab gegen Super-Duper-Polymerisation – jedenfalls was den Namen angeht.
Super-Duper-Polymerisation mag vom Effekt her nicht ganz so krass sein wie Superpolymerisation, ist aber durchaus spannend. Mit ihr wählt ihr ein Effektmonster auf einer beliebigen Spielfeldseite und beschwört dann ein Monster vom Extra Deck, das dieselbe Eigenschaft und denselben Typ haben wie das angewählte Monster. Dessen Effekte werden zwar annulliert und die Aktivierung dieser Karte kostet euch 2000 Lebenspunkte, aber das ist zu verschmerzen, denn ihr seid noch nicht fertig: anschließend fusioniert ihr nämlich das zuerst gewählte Monster und das vom Extra Deck beschworene Monster, was eine tolle Sache ist. Alternativ könnt ihr das eben als Spezialbeschwörung beschworene Monster auch zerstören. Das ist nun vielleicht nicht so krass, aber es gibt ja haufenweise Extra Deck Monster, die über bemerkenswerte Friedhofseffekte verfügen. Aber klar, das gegnerische Monster noch mitzunehmen, ist generell die bessere Option.
Feierliche Anschuldigung
Endlich wird’s mal wieder feierlich! Seit den Anfängen von Yu-Gi-Oh! existiert die Falle Feierliches Urteil und auch heute noch wird diese gerne gespielt, seither sind aber ein paar Karten dazu gekommen, unter anderem auch Karten, die im Deutschen in “Ernst” umgedichtet wurden, obwohl das englische Vorbild konsequent beim Begriff “solemn” geblieben ist. Weiß der Himmel, warum.
Die letzte dieser Karten war übrigens Feierlicher Schlag und dessen Release liegt nunmehr auch schon 10 Jahre zurück. Es war also höchste Zeit für eine neue Karte und jetzt haben wir da eben Feierliche Anschuldigung.
Zum Preis von 1500 Lebenspunkten könnt ihr die Aktivierung einer gegnerischen Zauber- oder Fallenkarte annullieren und zerstören. Anschließend kann die so annullierte Karte in diesem Spielzug nicht noch einmal aktiviert werden. Das ist ein solider Effekt, richtig wild wird es aber mit dem zweiten Effekt. Hier müsst ihr 3000 Lebenspunkte zahlen, annulliert dann auch eine Zauber- beziehungsweise Fallenkarte, die dann aber verbannt wird. Anschließend verbannt der Gegner alle weiteren Kopien der besagten Karte vom Deck oder der Hand. Dieser Effekt killt halt umgehend Decks wie Glanztaifun oder Himmelsjäger, aber auch Decks, die stark von einer Spielfeldzauberkarte abhängig sind, sind mit der Existenz dieser Karte maximal unattraktiv.
Das beste an Feierliche Anschuldigung ist, dass sie gleichzeitig auch Fallendecks wieder etwas mehr stärkt. Wenn ihr nämlich eine verdeckte Falle vorzeigt, könnt ihr Feierliche Anschuldigung in dem Zug aktivieren, in dem ihr sie gesetzt habt.
Dominus-Funke
Dominus-Säuberung und Dominus-Impuls sind noch nicht mal erschwinglich, weil sie in der Rarity Collection keine oder kaum Aufmerksamkeit erhalten haben, da schiebt Konami schon die nächste Dominus-Falle nach und natürlich ist auch die preislich wieder eher unangenehm.
Voraussetzung dafür, diese Karte von der Hand zu aktivieren, ist, dass euer Gegner in dem Spielzug bereits einen Monstereffekt in der Hand oder im Friedhof aktiviert hat. Dann kann Dominus-Funke ein gegnerisches Monster wählen und verbannen und anschließend darf der Gegner ein Monster von der Hand spezialbeschwören, sofern ihr keine Fallen im Friedhof habt. Wie immer gibt es auch eine Einschränkung die Monster-Eigenschaft betreffend: Hier dürft ihr danach für den Rest des Duells keine Effekte von Monster mit den Eigenschaften WIND, ERDE, FEUER oder WASSER mehr aktivieren, was gerade im Bereich der Handtrap-Monster durchaus relevant sein kann, da die gerne mal eine der genannten Eigenschaften haben. Trotzdem: Dominus-Funke ist eine starke Karte und kann richtig eingesetzt den Gegner so richtig nerven. Aufpassen müsst ihr nur mit den erwähnten Nachteilen.
Fydraulis Harmonia
Und last but not least kommen wir zur absoluten Spitzenkarte des Sets: Wir haben eine neue Handtrap!
Fydraulis Harmonia ist außerhalb des Archetypes der Grund, warum Kewl-Empfang im aktuellen Format so stark ist und begünstigt generell Synchrodecks immens. Sobald der Gegner einen Monstereffekt aktiviert, könnt ihr Fydraulis Harmonia per Schnelleffekt daran anketten. Dann zeigt ihr diese Karte und bis zu fünf Synchromonster in eurem Extra Deck vor und führt nacheinander die folgenden Effekte aus, je nachdem, wie viele Monster ihr insgesamt vorgezeigt habt.
Habt ihr nur Fydraulis Harmonia und ein Synchromonster vorgezeigt, könnt ihr die neue Handtrap als Spezialbeschwörung beschwören. Habt ihr hingegen insgesamt mindestens vier Monster vorgezeigt, könnt ihr zusätzlich eines der vorgezeigten Synchromonster auf den Friedhof legen. Und wenn ihr das Potenzial dieser neuen Karte voll ausschöpft und sie selbst und fünf Synchromonster vom Extra Deck vorzeigt, zerstört ihr ein Monster auf der gegnerischen Spielfeldseite – ohne zu zielen, netterweise.
Anschließend könnt ihr zwar bis zum Ende eures nächsten Spielzugs keine Effekte von Monstern, die vom Extra Deck beschworen worden sind, aktivieren außer von Synchromonstern, aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle in Synchrodecks.
Wenn ihr mit Fydraulis‘ Effekt beispielsweise Goldenes Wolkenungeheuer – Malong auf den Friedhof legt, könnt ihr zusätzlich zum Zerstören eines Monsters auch noch eine Karte auf die Hand zurück geben und das ist dann schon ausgesprochen nervig.
Kein Wunder also, dass uns Fydraulis Harmonia krasse S:P Kleine Ritterin Vibes gibt, denn die ging nach Release auch für stolze 100 Euro über den Ladentisch – mit dem Unterschied, dass ihr Fydraulis im Gegensatz zur Kleinen Ritterin dreimal braucht.
Ein bisschen was für’s Sammlerherz
Sammler kommen in Hauptsets generell eher weniger auf ihre Kosten und werden neuerdings vor allem ein Auge auf die Overframe-Rares geworfen haben, die schon in Ultra Rare nicht ganz günstig sind, in Starlight Rare aber immens hohe Preise erzielen können. Ein kleiner Leckerbissen ist, abgesehen von den Starlight Rares insgesamt, dann aber auch in Blazing Dominion mit dabei und der ist eigentlich ein alter Hut…
Roter Nova-Drache
Ja, Roter Nova-Drache begleitet uns bereits seit schlappen 16 Jahren, hat in dieser Zeit zwar den ein oder anderen Reprint erhalten, aber dann doch nicht so viele wie man vielleicht annehmen würde.
Jetzt jedenfalls bekommen wir den ikonischen Drachen als Starlight Rare und im alternativen Artwork. Wobei, der Begriff “alternatives Artwork” ist hier vielleicht etwas euphemistisch, tatsächlich handelt es sich lediglich um eine Großaufnahme des bisherigen Artworks. Das finde ich etwas enttäuschend, die Karte selbst ist nämlich eigentlich echt cool!
Lohnt sich Blazing Dominion?
Seit längerer Zeit haben wir es hier mal wieder mit einem Hauptset zu tun, bei dem sich die Anschaffung von sealed Produkten wieder mehr lohnt. Klar, jeder möchte Fydraulis Harmonia ziehen, aber davon abgesehen gibt es eben noch eine ganze Reihe anderer Karten, die spielstark sind oder die hohe Werte erzielen. Karten wie Feierliche Anschuldigung zu besitzen und in den Staples-Ordner zu packen, ist nicht verkehrt.
Sealed products bergen natürlich immer ein gewisses Risiko, mit Verlusten aus dem Geschäft rauszugehen. Primär solltet ihr aber keine Produkte mit der Absicht kaufen, Gewinne daraus zu schlagen – das funktioniert vielleicht bei Pokémon, nicht aber bei Yu-Gi-Oh! Und auch wenn das oft kritisiert wird, finde ich es eigentlich sehr angenehm, dass dadurch die Yu-Gi-Oh!-Community fast ausschließlich aus Leuten besteht, die sich ernsthaft mit dem Spiel und den Karten befassen und das Hobby nicht nur als Investment sehen. Immerhin: ihr habt die – wenn auch geringe – Chance, eine Starlight Rare zu ziehen und auch sonst macht das Öffnen von Boostern einfach Spaß.
Inhaltlich wird Blazing Dominion die Meta ordentlich auf den Kopf stellen und die letzte Woche erschienene Banlist leistet ihren ganz eigenen Beitrag dazu, dass wir mit diesem Set in ein neues Format steuern, das mit großer Sicherheit von Kewl-Empfang dominiert werden wird.
Euer
Hyozan










