18m² Quatsch – Eine Nostalgiereise durch meine Yugioh-Biographie

Und da saßen wir nun. Wo vorhin noch Ameisen und andere Insekten auf dem Boden herumirrten, haben wir uns breitgemacht und unsere Yugioh Karten platziert. Wir waren eine Entourage aus mehreren neun-jährigen Vorstadt-Kids, die es wissen wollten. Die Kartenstapel wurden parat gelegt und die ersten Karten wurden gezogen.

Das Franchise rund um Yugi und Kaiba zog uns bereits 2001 ins Reich der Finsternis und als 2002 dann endlich die ersten 103 Spielkarten aus dem Booster Set Legend of Blue Eyes White Dragon released wurden, war es uns klar: Das wird krass werden!

Ein Deck hatten wir damals noch nicht, geschweige denn eine Ahnung, wie wir das Spiel spielen sollten. Wir waren jung und naiv. Jeder hatte um die 30 zufällige Yugioh-Karten. Lebenspunkte gab es keine, stattdessen wurden die Kreaturen besiegt, indem ihre DEF-Werte auf null reduziert wurden. Eben durch den ATK-Wert des angreifenden Monsters – ist klar soweit. Erst später lernten wir die Duell-Regeln von unserem ganz persönlichen Salomon Muto, Jutta (Klarnamen natürlich geändert).

Dinge, die ich mir als Kid noch nicht leisten konnte: Das erste Yu-Gi-Oh Display LOB – Legend of Blue Eyes White Dragon

Salomon Muto in ihrer Reinform

Jutta war unsere vertrauensvolle Kartendealerin und die Besitzerin der örtlichen Drogerie. Sie war groß gebaut, hatte lange braun-blonde Haare und eine zierliche Brille auf ihrer Nase sitzen. Die Drogerie war keine normale Drogerie, wie wir sie heute von DM und Rossmann kennen. Es gab dort kein Parfümtheke, keine Hygieneartikel, keine Schminkabteilung oder Hornhautentferner. Viel mehr gab es dort Warhammer-Figuren, Filmposter, allerlei Spirituelles wie Duftkerzen und Räucherstäbchen. So liest es sich sehr bizarr, aber es waren 18m2 komischer Quatsch.

Unser Kinderherz schlug immer etwas höher, wenn wir den Raum betraten und unser Highlight auf der linken Seite des Ladens sahen: die Kartentheke. Es war unsere Kartentheke, weil sich nicht nur meine Entourage dort jeden Tag pünktlich um 14:00 Uhr zur Öffnungszeit und nach Schulschluss getroffen hat, sondern alle Kinder aus dem Dorf.  Alles war cool: Wir hingen dort ab, haben miteinander getauscht, die Spielregeln gelernt und meine Mutter wusste stets wo ich war. Zu meinem Glück war neben der Kartentheke direkt noch die größte Süßigkeitenauswahl der Kommune. Es gab nicht nur Yugioh Booster, sondern auch Pokemon, Digimon und Magic Karten zu kaufen. Mühselig stotterten wir mit 20 ct und weiteren Münzen Booster Pack für Booster Pack ab. Für Jutta hat es sich gelohnt: Im Laufe der Zeit war der Andrang auf das kleine Geschäft so groß, dass Jutta uns sogar ihren Garten zur Verfügung stellte, wo wir zocken durften und regelmäßig Turniere organisiert haben. Das nenne ich mal Kundenbindung!

Yugioh war zu dem Zeitpunkt ein tolles Hobby. Viele Freunde haben es gespielt und wir hatten nach der Zeit auf der Straße eine coole Location zum Spielen gefunden. Einen Haken gab es dennoch: es war für mich als neun-jähriger Bengel verdammt teuer. Im Monat habe ich 10 € Taschengeld bekommen, davon hätte ich mir bei Jutta 2 Booster kaufen können. Wie ich mir trotz meines mageren Einkommens ein solides Deck aufbauen konnte, lest ihr im zweiten Teil meiner Nostalgiereise. Stay tuned und bis bald!

Doch bevor wir zum Ende kommen, folgt natürlich noch das Wichtigste! Wer bin ich überhaupt?! Ich bin Luke und putze hier nur. Ach was, ich schreibe ab sofort für Gate To The Games über Yugioh und Pokemon! Mich interessiert nicht nur das TCG, sondern auch unnützes Wissen sowie die Nostalgie drumherum. Meine Wenigkeit ist 24 Jahre alt, Medienpädagoge und nerdisch by nature.

Wie verlief denn eure Kindheit mit Yugioh? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, auf die ihr noch immer gerne zurückblickt? Wenn ihr Interesse an der Nostalgie rund um Yu-Gi-Oh und/oder Pokemon habt, schreibt es gerne in die Kommentare! 🙂

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Euer Luke

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