Modern Horizons 2: Set Review – Reprints und Fazit

Willkommen zum Abschluss der Set-Review von Modern Horizons 2! Lasst uns hier etwas über die Reprints des Sets und deren Bedeutung für Modern sowie über das Set insgesamt reden.

Sanctum Prelate

Beliebt in Legacy Death and Taxes, und da sieht man ihn auch schon im Modern. Dazu sind Menschen immer noch ein recht beliebtes Modern Deck, das diesen Kleriker gut verwenden kann. Starker Reprint!

Counterspell

Eine der ältesten und simpelsten Karten, aber für Control auch eine der besten: Counterspell macht seinen Job zuverlässig und effizient, und genau das macht ihn zu einer hervorragenden Karte für Control. Der Gegenzauber ist ähnlich wie etwa Cyrptic Command nicht übermäßig auffällig, macht seinen Job aber eben effizienter als so ziemlich alle anderen. Interessanter Reprint, auf dessen Auswirkungen ich mehr als gespannt bin!

Imperial Recruiter

Eine weitere gute Karte für moderne Menschen. Der Recruiter macht die gleiche Aufgabe wie in anderen Formaten auch und sucht einfach die passende Kreatur für die aktuelle Spielsituation raus. Gute Karte, die die Reaktionsfähigkeit des Decks noch weiter erhöht.

Goblin Bombardment

Eines der günstigsten Opfer-Outlets im Format, welches noch dazu angenehm aggressiv ist. Das Bombardment hat bis jetzt nur einen Platz in wenigen Modular-Decks, aber irgendwann könnte die kritische Menge für Aristocrats erreicht sein.

Flame Rift

Control erhält ein Staple aus Legacy, also ist es nur fair, dass Burn auch eins erhält. Flame Rift verursacht vier Schaden für zwei Mana und ist damit einfach auch sehr effizient. Der Schaden an einem selber ist vor allem gegen Control ziemlich egal. Es dürfte vor allem mono rote Decks stärken, die nicht mehr Boros Charm hinterherweinen müssen. Bislang sieht man zugegeben noch nicht allzu viel vom Rift, was auch an der Dominanz aggressiver Decks im Modern liegen mag, gegen welche Flame Rift manchmal Selbstmord sein kann, aber spätestens mit einer Änderung des Metagames dürfte sich diese Hexerei in manche Herzen brennen.

Vindicate

Das wohl flexibelste Removal in Magic ist in Modern angekommen. Klar, es ist langsam und drei Mana ist ein etwas hoher Preis, der aber durch den starken Effekt wettgemacht werden dürfte. Bislang sieht man den Klassiker in Orzhov Midrange und Esper Control und Stoneblade, und in diesen eher langsameren Decks wird er auch weiter eine gute Figur machen.

Shardless Agent

Cascade ist und bleibt eine starke Mechanik. Der Agent ist nicht nur Mitbegründer des neuen „Cascading Footfalls“-Deck, in welchem er die Hexerei mit Suspend sehr schnell ins Spiel bringt, sondern auch in Human-Decks eine Kreatur, die zwar nichts Unfaires macht, aber sehr effizienten Kartenvorteil mitbringt. Starker Reprint!

Cursed Totem

Eine richtig heftige Sideboard-Karte, die etwa Elfen, aber auch Combo-Decks wie Helios oder Devoted Remedies komplett aus dem Spiel nehmen kann. Man muss aber einräumen, dass dies im aktuellen Metagame kaum notwendig ist. Eine weitere Karte, die mit einer Änderung des Metas ihren Weg in das Format finden wird.

Fetch Lands: Marsh Flats, Scalding Tarn, Verdant Catacombs, Arid Mesa und Misty Rainforest

Marsh Flats (MH2)

Hier gibt es nicht viel zu sagen, und trotzdem sind die Karten SEHR relevant für den Wert des Sets. Fetch Lands sind mit die besten Länder des ganzen Spiels und erhalten hier einen weiteren, immer benötigten Reprint. Immer schön, sie in einem Set zu sehen!

Mishra’s Factory

Die Fabrik ist in manchen Decks besser als Mutavault, und diese spielen sie genau deswegen. Bislang sieht man sie vor allem in Death and Taxes, wo sie einfach eine weitere Kreatur darstellt, welche als 3/3 blicken kann statt als 2/2 wie der Klassiker. Decks, die auf ein paar farbige Länder verzichten können und vielleicht auch noch von der Eigenschaft als Artefaktkreatur profitieren, werden diese Karte sicher gut nutzen können.

Das war’s dann aber wirklich mit den einzelnen Karten des Sets. Kommen wir also zu einem Fazit.

Fazit

Zuerst einmal: Wirklich zu stark scheint diesmal nichts zu sein. Klar, Ragavan ist extrem gut und hat einen Platz in manchen Decks gefunden, dürfte aber jedenfalls nicht viel besser als Goblin Guide sein. Dauthi Voidwalker taucht in vielen Decks auf, dürfte aber nicht zu dominant sein. Er bietet aber quasi zufällig Removal gegen Friedhöfe, was es solchen Decks in Zukunft unnötig schwer machen könnte und für einen Ban ausschlaggebend sein könnte. The Underworld Cookbook ist eine starke Engine, die für sich genommen aber nicht zu stark ist. Wenn das ganze Madness-Konzept an Fahrt gewinnt, kann daraus ein sehr starkes Deck entstehen, aber das ist noch nicht abzusehen. Die wohl stärkste Karte ist dann Urza’s Legacy. Die Möglichkeit, beliebige kleine Artefakte mit einem Land kostenlos herauszusuchen, ist extrem mächtig. Mit entsprechendem Support könnte diese Karte etwas zu stark werden, aber das war’s dann auch. So etwas wie damals Hogaak sehe ich diesmal nicht, auch wenn sich das natürlich noch herauskristallisieren könnte.

Ansonsten sind wohl vor allem die Reprints spannend. Counterspell zeigt wohl am besten, auf welchem Power-Level das Format inzwischen angekommen ist, aber auch Shardless Agent zieht Parallelen zwischen Legacy und Modern. Im Wesentlichen handelt es sich aber um Reprints, die wirklich sinnvoll erscheinen, wie etwa Flame Rift, Vindicate oder Goblin Bombardment.

Noch ein paar Worte zum Namen: Das Set heißt Modern Horizons 2. Vielleicht bin ich da pingelig, aber eine Karte wie Garth, die offenkundig nur für Commander geeignet ist, hat hier meines Erachtens nichts zu suchen und würde in verschiedensten anderen Sets besser passen. Gleiches gilt für sowas wie Scion of Draco oder Carth the Lion. Diese Karten gehören meines Erachtens einfach nicht in ein Set, das sich offenkundig auf Modern konzentriert. Nicht jede Common oder Uncommon muss für Modern passen, aber wenn ich ein Booster, was für Modern gemacht ist öffne und mir eine Rare entgegenspringt, die für EDH gedacht ist, wäre ich schon enttäuscht. Das ist allerdings eine recht subjektive Sache und es sind auch nur wenige unpassende Karten im Set.
Dagegen muss man aber fünf Karten loben: Die Fetchlands würden normalerweise hier keinen Platz finden, da sie ja schon im Modern legal sind. Sie trotzdem zu reprinten ist ein weiterer wichtiger Schritt, Manabases einigermaßen bezahlbar zu machen.

Ich denke, man muss Modern Horizons 2 folgendermaßen verstehen: Das Set ist der Versuch von Wizards, Modern zu beeinflussen, ohne beim Design der Karten durch das Power-Level beschränkt zu sein. Manche Puristen mögen das für problematisch halten, ich finde es aber weit besser als zu starke Karten im Standard oder Bans als einzige Form der Formatbeeinflussung. Klar, Modern Horizons 2 hat großen, plötzlichen Einfluss auf ein Format, das sich sonst eher langsam bewegt, aber das hatten Karten wie Uro auch.

Ein paar Worte möchte ich noch zu den Artworks des Sets verlieren, und zwar sehr positive: Man scheint hier leicht in eine Retro-Richtung zu tendieren, trifft aber vor allem den Artstyle früherer Sets hervorragend. Barbed Spike sieht aus, als wäre die Karte aus Kaladesh, viele Artefakte zeigen ganz offen die „Mirrodiner“ Herkunft und Sol Talisman erinnert wunderbar an diverse Moxen und ähnliche seltene Artefakte aus der Geschichte des Spiels. Besagter Retro-Artstyle kommt etwa in Karten wie Liquimetal Torque oder The Underworld Cookbook zu tragen. Es ist sicherlich Geschmackssache, aber in meinen Augen dürften sich gerade ältere Fans über sowas freuen.

Wo wir gerade beim Kochbuch sind: Ich weiß nicht, ob es so eine gute Idee ist, eine Karte, die man auf ernsthaften Turnieren sehen wird, Asmoranomardicadaistinaculdacar zu nennen. Natürlich wird er einen Spitznamen von der Community bekommen, aber ich sehe schon, dass es irgendwo eine Streiterei geben wird, ob man für Pithing Needle den ganzen Namen aufsagen muss. Nichts gegen solche Witzeleien, aber doch bitte lieber in Casual Sets oder auf Karten, deren Spielstärke auf Limited ausgerichtet ist.

Fragt sich, wem man das Set empfehlen kann. Eines vorweg: Anfänger sind mit anderen Produkten besser bedient. Modern ist angesichts der Kartenpreise, aber auch Komplexität nicht gerade anfängerfreundlich und auch wenn dieses Set mit Fetch Lands einen guten Beitrag zur Manabase liefert, braucht man noch zu viele andere Dinge.
Casual-Spieler bekommen hier trotz des Namens spaßige Karten, zahlen dafür aber auch deutlich. Modern-Spieler, an sich die Zielgruppe des Sets, können es sicherlich gebrauchen, andererseits sind hier Einzelkarten wie so oft wohl die bessere Option.
Es gibt daher eine Sache, die man an dem Set mögen muss: langfristige Preisentwicklung. Fetch Lands werden (wie immer) bald wieder im Preis steigen und die besten Rares des Sets sind jetzt schon gutes Geld wert. Für Investoren ist es daher ein gutes Set, aber nicht nur für die: Jeder, der in seiner Spielgruppe auch einfach oft Karten tauscht, erhält hier eine Menge attraktiver Karten, um von anderen die Karten zu erhalten, die er braucht. Gepaart mit der hohen Anzahl an schlichtweg spielbaren Karten dürfte man so das Investment in weiten Teilen mit wenigen Karten wieder einholen und verbleibt mit vielen starken Karten, mit denen man in verschiedenen Formaten seinen Spaß haben kann.

Kurzfassung: Modern Horizons 2 wird vor allem dann ein großartiges Set, wenn ihr genug Leute kennt, die tauschwillig sind, also das perfekte Set, um sich auf das Ende der Pandemie vorzubereiten.

Euer Berkut!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.