Yugioh – Mit diesem Deck bezwingt ihr die Meta

Nachdem ich in meinem letzten Artikel auf einige metataugliche Budget-Decks eingegangen bin, möchte ich euch heute ein Deck vorstellen, das ich bisher noch nie so wirklich in den Blick genommen habe. Dennoch habt ihr im aktuellen Format gute Chancen, mit diesem Deck ganz gute Erfolge einzufahren.

Dogmatika-Stun

Es ist schön, dass auch im Jahr 2024 neben den sonst üblichen Runisch Stun Decks ein reines Stun Deck eine Topplatzierung erzielen konnte. Sicherlich, das mag die Ausnahme sein und dennoch könnt ihr dem Gegner mit einem Stun-Deck ordentlich zusetzen. Vorausgesetzt natürlich, ihr gewinnt den Würfelwurf und euer Gegner hat in seinem Side Deck nicht genug Optionen, um euch gänzlich auszuhebeln. Beides ist kein Garant und das Deck ist nicht stark genug, um wirklich große Turniererfolge einzufahren. 

Auf Locals könnt ihr mit diesem Deck gut abschneiden, gleichzeitig solltet ihr euch fragen, ob ihr wirklich ein Deck spielen wollt, das den Gegner schlicht nicht mitspielen lässt. Freunde macht ihr euch mit diesem Deck keine, daher würde ich euch empfehlen, es aus privaten Duellen rauszuhalten und stattdessen etwas zu spielen, was dem Gegner nicht die ganze Freude am Spiel nimmt. 

Auf größeren Yu-Gi-Oh! Turnieren werdet ihr in der Summe zwar keine der oberen Top-Platzierungen einfahren, um euren Gegner zu zermürben, reicht es aber allemal und vielleicht ist ja auch ein ganz persönlicher Sieg drin.

Nun aber genug der Vorrede, folgenden Build möchte ich euch heute vorstellen:

Das Deck

Den Build, den wir heute in den Blick nehmen, verdanken wir Gregor Garcia, der bei der Regional in Asuncion, der Hauptstadt Paraguays, in die Top 8 kam. Zu relativieren ist das dahingehend, dass die besagte Regional gerade einmal 60 Spieler aufwies und dass die südamerikanischen Tops irgendwie nie so recht repräsentativ sind. Trotzdem toppen Stun-Decks momentan überall immer mal wieder, sodass ihnen ein gewisser Wert im aktuellen Format nicht abgesprochen werden kann.

MonsterZauberFallenExtra DeckSide Deck
2 Dogmatika Ecclesia, die Tugendhafte
3 Fossiler Pachycephalosaurier
3 Jaugen, der Spiritist
3 Nadir-Diener
3 Entscheidungsschlacht von Golgonda
2 Tal der Toten
1 Zeitzerreißender Morganit
2 Topf des Wohlstands
3 Topf der Gegensätzlichkeit 
1 Karte des Untergangs
2 Mondspiegelschild
1 Landformen
3 Dogmatika-Bestrafung
3 Maßregelung
1 Synchrozone 
1 Grab des superantiken Organismus
2 Ausgeglichener Zweikampf
2 Kräfte rauben
3 Feierliches Urteil

3 Albion der markierte Drache
3 Titaniklad der Aschendrache 
1 Albion der Heiligfeuer-Drache
1 Fossilkrieger Schädelritter 
3 Ältestes Wesen N‘tss
1 Garura, Flügel des nachklingenden Lebens 
1 Sta-Brigade-Waffen Bucephalus II
1 Sta-Brigade Ferrijit die Ödnisblüte
1 Goldenes Wolkenungeheuer – Malong
2 Gameciel, der Kaiju der Meeresschildkröte
2 Dinowrestler Pankratops
2 Inspektor Boarder
1 Harpyien-Flederwisch
2 Blitzsturm
2 Raigeki
1 Geheimes Dorf der Hexer
1 Ausgeglichener Zweikampf
1 Kaiserliche Eisenmauer

Die Monster

Die Monster dieses Decks sind überschaubar: Lediglich drei verschiedene Monsternamen finden sich im Main Deck, insgesamt kommen wir auf gerade einmal acht Monsterkarten. Ihre Aufgabe ist klar: Den Gegner am Spielen hindern. Jaugen, der Spiritist verhindert Spezialbeschwörungen jedweder Art, going second kann er zum Preis einer Handkarte zudem alle als Spezialbeschwörung beschworenen Monster zerstören. Dasselbe tut im Grunde Fossiler Pachycephalosaurier, nur mit etwas besseren Werten. 

Damit die Monster nicht einfach von einer stärkeren Normalbeschwörung überrannt werden, wird üblicherweise Mondspiegelschild gespielt, das tut auch Gregor Garcia. Der Gegner muss also erst einmal ein Monster überwinden, das Spezialbeschwörungen verhindert und durch die genannte Gerätezauberkarte auch durch Kampf nicht zerstört werden kann. Das ist natürlich möglich, kostet den Gegner aber auf jeden Fall Ressourcen. 

Tal der Toten

Die Spielfeldzauberkarte aus dem Grabwächter-Thema ist die logische Konsequenz aus einem friedhofslastigen Tier 0 Format. Dank Tal der Toten kann niemand mehr Karten im Friedhof verbannen und was im Friedhof liegt, bleibt dort, denn Karten im Friedhof können nirgendwo sonst hinbewegt werden. Anzumerken ist jedoch, dass Effekte im Friedhof durchaus aktiviert werden können, solange sie die genannten Restriktionen umgehen. Karten, die bei Zerstörung einen Effekt aktivieren, können das beispielsweise weiterhin tun, das ist unbedingt zu berücksichtigen und ist gerade für FEUER-Decks eine relevante Feinheit.

Kräfte rauben

Konami hat mit der letzten Banlist damit begonnen, Floodgates zu limitieren und ich persönlich befürworte diese Maßnahme sehr. Zugleich macht dieser Schritt es Anti-Meta-Decks natürlich schwer, sich gerade in einem Tier 0 Format zu behaupten. Kräfte rauben annulliert alle Monstereffekte auf dem Feld, was das Spiel auf ein reines Beatdown-Duell reduziert. 

Ich glaube aber, dass Kräfte rauben nicht mehr lange dreimal erlaubt sein wird, also schafft euch euer Playset an, solange ihr es noch spielen dürft. 

Dogmatika

Neben der sonst verbreiteten Runisch-Stun-Version setzt sich aktuell auch die Verbindung mit Dogmatika zunehmend durch, daher nehmen wir die Dogmatika-Engine doch direkt mal in den Blick. Versteht mich bitte richtig, Dogmatika-Stun ist eigentlich ein alter Hut, interessant wird die Karte aber durch einen kleinen, juckenden Dorn aus der Albaz-Lore. 

Entscheidungsschlacht von Golgonda

Die Rede ist hier natürlich von Entscheidungsschlacht von Golgonda

Die Karte ist essenziell, denn sie schützt eure Karten vor Zerstörung – und zwar sowohl Monster- als auch Zauber- und Fallenkarten. Dafür müsst ihr nur ein Fusionsmonster vom Extra Deck auf den Friedhof legen, das Gefallener von Albaz erwähnt und das setzt dann eure Dogmatika-Engine in Gang, denn als Ziel wählt ihr Titaniklad der Aschendrache. Mit dem sucht ihr euch dann in der End Phase Dogmatika Ecclesia, die Tugendhafte

Dogmatika-Bestrafung 

Ecclesia wollt ihr möglichst schnell aufs Feld bekommen, denn mit ihr sucht ihr euch Dogmatika-Bestrafung. Die war nie wirklich teuer, seit der Rarity Collection bekommt ihr sie aber in sieben verschiedenen Seltenheitsstufen, da ist dann wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Mit ihr befördert ihr nicht nur weitere Titaniklad-Exemplare vom Extra Deck auf den Friedhof um erneut wie oben beschrieben verfahren zu können, sondern ihr schützt so auch eure Monster-Floodgates vor gegnerischen Angriffen. Alternativ könnt ihr natürlich auch Karten wie Garura, Flügel des nachklingenden Lebens wählen, um weiteren Kartenvorteil zu generieren. Der Blick ins Extra Deck zeigt, dass dieses genau auf derartige Szenarien ausgelegt ist. Beschwörungen vom Extra Deck wollt ihr in diesem Deck nicht vornehmen, zumal euch eure Monster ja in der Regel selbst daran hindern, Spezialbeschwörungen durchzuführen. 

Insgesamt ist das aber der Grundgedanke des Decks und erklärt auch die drei Nadir-Diener, mit denen ihr die Dogmatika-Engine natürlich genauso zum Laufen bringt wie mit Entscheidungsschlacht von Golgonda.

Zeitzerreißender Morganit

Lasst uns an dieser Stelle einmal kurz über Zeitzerreißender Morganit sprechen. Die Super Rare aus Cyberstorm Access war vor Release recht gehyped, schnell zeigte sich dann aber, dass sie kaum irgendwo gespielt wird. Das liegt daran, dass die Aktivierung dieser Karte euch zwar enormen Kartenvorteil generiert, ihr dafür aber keine Handtraps mehr spielen könnt. Und was nutzt es, zweimal pro Spielzug normalbeschwören zu können oder während eurer Draw Phase zwei Karten ziehen zu dürfen, wenn ihr das gegnerische Board einfach nicht brechen oder deren Genese durch Handtraps aufhalten könnt? Richtig, nicht allzu viel. 

In Decks, die generell keine Handtraps spielen, kann dieser Nachteil also spielend in Kauf genommen werden. In Dark World zum Beispiel. Oder eben wie hier im Stun-Deck. Der zusätzliche Effekt, der dem Gegner untersagt, Monstereffekte zu aktivieren, wenn ihr ein Monster als Normalbeschwörung beschwört, tut sein Übriges, fordert aber einige Bedingungen, die ihr erst einmal erfüllen müsst. Immerhin: Da die Effekte von Zeitzerreißender Morganit sowieso das ganze Duell lang anhalten, ist jede weitere Kopie, die ihr zieht, nutzlos. Dass sie durch diesen Nebeneffekt dann doch noch einen gewissen Wert haben, ist nicht verkehrt. 

Eine Frage des Geschmacks

Ich bin ehrlich, ich mag dieses Deck nicht. Generell bin ich kein Fan von Floodgates und spiele sie auch in meinen eigenen Decks sehr zurückhaltend. Das ist ein gewisses selbstauferlegtes Ethos, aber ich möchte Spaß an dem Spiel haben und dem Gegner diesen Spaß auch gewähren. Ein Stun-Deck, das darauf abzielt, den Gegner möglichst wenig mitspielen zu lassen, käme für mich also nicht infrage. Ich verstehe aber, dass diese Decks die Antwort auf die momentane Meta sind und aus der Not eines Tier 0 Formats heraus erwachsen. 

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich empfinde dieses Tier 0 Format als wesentlich angenehmer als das Tränenklage-Format und das mag durchaus daran liegen, dass es, wenn man den ganzen Feuerdecks einmal den Rücken kehrt, durchaus eine bunte Vielfalt an Decks gibt, die echt gut sind und Spaß machen. Spielt also doch mal Branded Despia oder, wenn euch das mittlerweile zu abgedroschen ist, versucht euch an den Stimmlosen Stimmen. Wer keine Skrupel kennt, möge zu Wanderbrise greifen oder ihr macht euch mal mit Yubel vertraut, bevor der neue Support kommt. Kurz: wenn ihr nicht gerade auf einem großen Turnier richtig gut performen wollt, dann lasst doch einfach die Finger von Schlangenauge, Feuerkönig und Co. Und wenn ihr schon dabei seid, von Decks die Finger zu lassen, dann lasst sie doch auch gleich von diversen Stun-Versionen. Spielt, was euch glücklich macht aber wirklich Spaß macht dieses Spiel doch vor allem dann, wenn beide Spieler Freude daran haben. 

Dennoch: Dogmatika-Stun ist wirklich günstig, die meisten Karten habt ihr vermutlich eh schon zu Hause und wenn ihr euren Gegner einfach mal richtig leiden sehen wollt, dann werft dieses Deck doch mal zusammen – dann habt immerhin ihr Spaß.

Euer

Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

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