Yugioh – All das Warten und dann das…

Das Warten hat ein Ende und die Banlist ist da. Doch die ist leider nicht so gut wie erhofft…

YCS Paris und die Banlist

Es ist nicht das erste Mal, dass Konami die Banlist am Ende eines Events veröffentlicht und irgendwie mag ich grundsätzlich diese Form der Veröffentlichung auch. Die Liste wurde heiß erwartet, während der Veranstaltung nahm der Jubel dann aber erkennbar ab, denn die Liste lässt einfach zu viele Probleme offen. 

Generell muss man die Banlist-Politik im TCG kritisch hinterfragen, vom Inhalt der Liste einmal ganz abgesehen. Im OCG wurde die Veröffentlichung der Liste Tage vorher angekündigt. Im TCG hingegen hält man sich da üblicherweise sehr bedeckt und auf einmal ist dann die Liste einfach da. Dieses Mal hat Konami im Voraus immerhin bekannt gegeben, dass am Ende der YCS Paris eine Überraschung warte und es war klar, dass das nur die Banlist sein kann. Das mag ja nett gedacht sein, aber ich verstehe diese Geheimniskrämerei nicht. Was wäre so schlimm daran, einen Banlist-Zyklus zu etablieren und diesen klar zu kommunizieren? Ich verstehe, dass man sich nicht tagesgenau festlegen möchte, aber so ungefähr eingrenzen und antizipieren kann man einen Zeitraum doch. Soll dadurch der Hype entfacht werden? Das geht aber gehörig nach hinten los, denn die Listen lassen manchmal lange auf sich warten und wenn sie dann auch noch so unbefriedigend sind wie diese Liste, dann ist der Frust groß. 

Die verbotenen Karten

Schauen wir uns doch mal an, was diese Liste tut und beginnen mit den Karten, die fortan nicht mehr gespielt werden dürfen.

Erzherrscher Kristya

Floodgates sind einfach immer ungesund und dem Spiel die wichtigste Beschwörungsart zu nehmen, ist einfach nicht cool. Das Verbot von Erzerrscher Kristya ist also die absolut richtige Entscheidung und ich bin sehr dankbar, dass Konami weiterhin Floodgates erkennt und konsequent verbietet, das dürfte gerne noch kompromissloser stattfinden.

Dimensionsverschieber

Dass Dimensionsverschieber in der Vergangenheit von drei auf eins ging, war der erste richtige Schritt, aber eigentlich hätte man diese Karte direkt verbieten müssen. Auf eins kam er zwar lange nicht mehr so oft zum Einsatz, aber blieb als potenzielle Win-Condition weiterhin valide. Dass nun endlich das vollständige Verbot erfolgt, ist einfach nur konsequent und richtig, aber längst überfällig.

Kewl-Empfang Drehregler

Kewl-Empfang war in den vergangenen Monaten das stärkste Deck der Turnierszene und daran war Kewl-Empfang Drehregler maßgeblich beteiligt. Obwohl diese Karte erst in Blazing Dominion ins TCG gekommen ist, ist sie nun direkt verboten worden. Es ist untypisch für Konami, neue Karten direkt zu verbieten, aber hier wohl die richtige Entscheidung, auch wenn die Kewl-Empfang Spieler das sicher nicht gerne hören. 

In die Hand des Gegners schauen zu können, ist einfach eine verdammt unfaire Sache. Aus diesem Grund ist K9-04 Noroi im Mai bereits verboten worden und aus diesem Grund geht man nun auch bei Drehregler diesen Weg. Wenn Konami sich dieses Problems also bewusst ist, wieso zum Teufel zwingt das Toon-Deck den Gegner, mit offenen Karten zu spielen? Ja, mir ist klar, dass auf diese Weise die Fähigkeiten des Millenniumsauges dargestellt werden sollen, aber im Ernst, das muss doch nicht sein. 

Zugleich könnte man natürlich auf den Gedanken kommen, dass die Möglichkeit, in die Hand des Gegners zu schauen, eine Mechanik sein soll, die exklusiv den Toons zur Verfügung steht und so diesem Deck den Weg ebnet. 

So sehr ich Hits gegen Kewl-Empfang begrüße, so sehr nervt es mich jetzt schon, im Toon-Format mit offener Hand spielen zu müssen. 

Aufzieh-Jäger

Gegnerische Handkarten auf den Friedhof zu legen, ist unschön und sollte nicht viel Raum im TCG haben. Aber auch wenn Aufzieh-Jäger im OCG seit zwölf Jahren und in Master Duel seit mittlerweile vier Jahren verboten ist, hat die Karte im TCG nun nicht für die gravierendsten Probleme des Spiels gesorgt. Da wären andere Karten wohl drängender gewesen, aber gut, es wird kaum schaden, dass diese Karte nun verboten ist. 

Schutzkodier-Sprecher

Schutzkodier-Sprecher wurde in den letzten Wochen vor allem eingesetzt, um über Linkclimbing in Zennas trügerische Puppenmädchen zu gehen und dann über Verzauberinnen-Quartett in Blüte jedes beliebige Monster aufs Feld zu bekommen. Dass Schutzkodier-Sprecher verboten wird, war absolut erwartbar. Da dadurch lediglich eine Extra Deck Engine nicht mehr so einfach spielbar ist, sind keine konkreten Decks von diesem Verbot betroffen. Und natürlich wird bereits an Alternativen getüftelt und die laufen fortan wohl über Selene, Königin der Meistermagier.

Reprodocus

Reprodocus gehört keinem Archetype an, ist als Linkmonter generisch nutzbar, da es einfach nur zwei beliebige Monster als Material benötigt und manipuliert entweder die Eigenschaft oder den Typ eines Monsters. Auf diese Weise kann der Anwender zum Beispiel immer in die Unterweltlerschmied-Engine bridgen, selbst wenn er sonst nichts weiter tun kann. Oder aber Reprodocus schafft zwei valide Superpolymerisation-Targets und kann so gegnerische Monster ohne Probleme entsorgen. Und letztendlich könnte man mit Reprodocus ein Monster auch zum Hexer werden lassen und dieses dann für Dunkler Magier der Zerstörung opfern und was das bedeutet, sehen wir ja gerade am aktuellen Turniergeschehen. 

So oder so ist Reprodocus nicht notwendig und darf gerne verboten werden, denn diese Karte tut einfach nichts Gesundes. Mich erinnert die Karte ein wenig an Raubpflanze Verte-Anakonda, denn auch mit der konnte man dann noch spielen, wenn man eigentlich gar nicht mehr spielen konnte. 

Trügerischer Herrscher Ultimitl Bishbaalkin

Einer von wenigen präventiven Hits dieser Banlist ist das Synchromonster Trügerischer Herrscher Ultimitl Bishbaalkin. Das ermöglicht gerade unter Toon einen toxischen FTK und auch wenn sich FTK-Strategien nicht durchsetzen sollten, ist die Möglichkeit, diese zu nutzen, dennoch da und das allein ist schon einfach ungesund.

PSI-Hüllenlord Omega

PSI-Hüllenlord Omega war schon länger eine Problemkarte und ist daher bereits limitiert worden. Dass sie jetzt ganz verboten wurde, liegt vor allem an Decks wie Elfnote, die den Effekt nutzen können, um dem Gegner so bis zu zwei Handkarten zu klauen. Solche Karten sind unfair und Konami hat mit dieser Banlist besonders dieses Problem im Blick. 

Die limitierten Karten

Die Sektion der limitierten Karten ist ernüchternd klein, aber immerhin werden zwei Karten limitiert, die gut gewählt sind.

Elfnote Tinia

Über das Wegnehmen von Handkarten haben wir schon gesprochen, das macht Elfnote Tinia auch, weshalb sie sicherlich die richtige Wahl ist, wenn man Elfnote schwächen möchte. Als Consistency Hit taugt diese Entscheidung also allemal. Zugleich wird Elfnote deswegen aber sicher nicht komplett verschwinden, auch wenn das Deck, wenn man PSI-Hüllenlord Omega dazuzählt, mit drei mehr oder weniger direkten Hits klarkommen muss. 

Gesperrtes Machtpatron-Portal – Terminus 

Machtpatron etwas zu schwächen, ist sicherlich nicht die schlechteste Idee, denn der Archetype wird gerne als Engine in Kunstmagus und Elfnote gespielt. Diese Limitierung begreift sich also als weiterer Schlag gegen Elfnote, denn sowohl Elfnote Tinia als auch Gesperrtes Machtpatron-Portal – Terminus werden üblicherweise auf drei gespielt. 

Weiterer Support ist außerdem angekündigt und wie sich das Thema darunter entwickelt, wird wohl einfach abzuwarten sein. 

Die halblimitierten Karten

Aus Gründen der Konsistenz habe ich mich dazu entschieden, hier in der Überschrit auch den Plural zu verwenden, aber eigentlich ist der unzutreffend, denn tatsächlich ist nur eine Karte halblimitiert.

Mit guter Laune markiert

Ja, die Schnellzauberkarte Mit guter Laune markiert wird eigentlich dreimal gespielt, daher ist es schon irgendwie relevant, dass diese Karte nun auf zwei geht. Aber seien wir mal ehrlich: Branded wird dadurch nicht ausreichend geschwächt und auch wenn ich das Deck sehr liebe und es vermutlich für immer mein Favorit bleiben wird, wäre es langsam an der Zeit, dass Branded Platz macht für neue Decks. Gefallener des weißen Drachen wäre ein Banlist-Kandidat gewesen, aber Konami hat sich hier für den sanfteren Weg entschieden. Vielleicht verschwindet Branded aber mit der Zeit auch so von den Turniertischen und der Powercreep regelt das Problem. Und wenn nicht, dann freue ich mich einfach als Branded-Fan darüber. 

Nicht mehr auf der Liste

Bemerkenswert umfangreich ist die Sektion der Karten, die nicht länger von der Banlist betroffen sind. Hier finden wir nicht nur offensichtliche Lockerungen von zwei auf drei, sondern auch Karten, die aus dem Verbot direkt auf drei gehen.

Meister der Gedanken

Diese Karte darf erst ab dem 28. September gespielt werden, geht dann aber direkt auf drei. Ob damit Psi-Decks gestärkt werden sollen, weiß ich nicht, ich glaube aber kaum, dass Meister der Gedanken fortan einen krassen Einfluss auf das Spielgeschehen haben wird. In Genesys wird die Karte zwar gerne gespielt, aber außerhalb einer passenden Engine oder des entsprechenden Archetypes findet Meister der Gedanken kaum Anwendung

Losgekettete Seele von Sharvara

Unchained bekommt in Magnificent Maestros neuen Support und ist derzeit eh nicht wirklich metarelevant, sodass es unproblematisch ist, dem Deckthema seine dritte Kopie von Losgekettete Seele von Sharvara zurückzugeben.

M-X-Säbel-Beschwörer

Der Effekt von M-X-Säbel-Beschwörer ist gar nicht mal schlecht, dürfte aber im aktuellen Spiel nicht ausreichen, um wirklich was Blödes damit anzustellen. Vielleicht finden die Superhirne im TCG eine Möglichkeit, diese Karte zu missbrauchen, aber aktuell sieht es so aus, dass M-X-Säbel-Beschwörer ruhig zurückkehren darf. 

Aufzieh-Träger Zenmeilen

Ein Aufzieh-Monster geht, ein Aufzieh-Monster kommt. Da nun Aufzieh-Jäger verboten ist, kann die Karte, die den Jäger aufs Feld holt, zurückkehren.

Ältestes Wesen Norden

Auch Ältestes Wesen Norden darf erst ab dem 28.09. gespielt werden und da sehe ich schon deutlich mehr Potenzial als bei Meister der Gedanken. Mit Ältestes Wesen Norden kehrt ein Superpoly-Target zurück, das zusätzlich über einen starken Effekt verfügt. Als Material braucht ihr Xyz- oder Synchromonster und das ist je nach Format wirklich ohne Probleme zu erreichen, da ihr hier kaum festgelegt seid.  

Metamorphose

Metamorphose war bisher auf eins und ist da nicht wirklich gespielt worden, also geht sie jetzt auf drei. Das macht diese Karte dann schon brisanter, denn jetzt ist die Chance, sie zu ziehen, deutlich höher und da sie nicht elegant suchbar ist, ist das ein relevantes Kriterium. 

So kann nun potenziell jedes Deck in Zukunft eine kleine Ra-Engine spielen und den Sun God of Darkness beschwören, was dann als unerwarteter OTK schnell zur ständigen Bedrohung wird.

Ob Metamorphose also wieder komplett zu erlauben eine gute Idee war, wird sich zeigen. Ich bezweifle es, denn irgendetwas Blödes wird den Spielern schon einfallen. 

Runischer Brunnen

Runisch gehört zu den Decks, die ich absolut nicht leiden kann, daher erfreut es mich wenig, dass Runischer Brunnen jetzt wieder auf drei ist. Aber was soll’s, so wirklich oft sieht man das Deck ja gar nicht und der Brunnen wurde sowieso immer nur auf zwei gespielt, wirklich ändern dürfte sich also nichts.

Albtraum-Trugbild

Immer wieder sprechen wir über die unfairen Vorzüge, das Duell eröffnen zu dürfen und dann erlaubt Konami einfach mal Albtraum-Trugbild und das dann auch noch direkt dreimal. Wieso? Wenn ich anfange, kann ich jetzt meine gesamte Hand ausspielen und dann hoffen, im gegnerischen Zug Handtraps nachzuziehen, um dem Gegner seinen eh schon schwierigen Zug noch mühsamer zu machen. Ich sehe in dieser Karte gar keinen Mehrwert und kann nicht verstehen, warum die jetzt wieder erlaubt sein muss.

Köstliche Purrely-Erinnerung

Die Vergangenheit hat die Halblimitierung von Köstliche Purrely-Erinnerung nötig gemacht, mittlerweile ist Purrely aber kein turnierrelevantes Thema mehr und daher spricht nichts dagegen, ein wenig zu lockern. Generell bin ich ein Fan davon, Karten nicht auf der Banlist versauern zu lassen, wenn es plausible Argumente dagegen gibt. 

Voreiliges Begräbnis

Ich warte immer noch auf die Rückkehr von Schwerer Sturm, aber stattdessen wird an anderer Stelle weiter gelockert. Ich sehe darin kein Problem, also gibt es auch zu dieser Entscheidung nichts mehr weiter zu sagen, oder?

Was fehlt?

Die Posten auf der Banlist sind weitgehend nachvollziehbar und gelungen. Dennoch haben wir es mit keiner guten Liste zu tun, denn sie greift einfach zu wenige Probleme auf und ändert nicht genug. Dabei wären die Möglichkeiten vielfältig gewesen. Gehofft wurde unter anderem auf folgende Einschränkungen. 

Vom Grab gerufen

Die derzeit einzige verlässliche Möglichkeit, die Übermacht des ersten Zuges gering zu halten, ist der Einsatz zahlloser Handtraps. Das funktioniert mal besser und mal schlechter, aber es sollte zumindest möglich sein. Vom Grab gerufen ist einfach zu generisch, verhindert den gegnerischen Versuch zu stören viel zu einfach und gehört daher verboten. 

Kauz & Schlossvogel

Tja, das mit Handtraps ist so eine Sache. Einerseits wollen alle, dass Going first geschwächt wird und da kommt der Floodgate-Effekt von Kauz & Schlossvogel natürlich gelegen. Zugleich hindert der Vogel viele Decks eben komplett am Spielen und das ist ja dann auch nicht Sinn der Sache. Zugleich kann der Kauz die Mulreizenden aufhalten und die sind die wichtigste Waffe, wenn man nicht anfangen darf. Hinzu kommt, dass Kauz & Schlossvogel mittlerweile suchbar ist, was bedeutet, dass selbst eine Limitierung nicht mehr ausreicht. Sich im Laufe des Zuges diese Handtrap zu suchen und dann im gegnerischen Zug nur einmaliges Suchen zu erlauben, ist schon hart toxisch, weshalb der Vogel eigentlich verboten gehört hätte.

Aschenblüte & Freudiger Frühling

Ja, going second ist Aschenblüte & Freudiger Frühling eine wichtige Karte, um den Gegner am Suchen zu hindern, aber wenn ihr anfangt und mit der Aschenblüte die gegnerischen Mulreizenden annullieren könnt, ist das eben nicht mehr so gesund. Generell müssen Fuwalos, Purulia und selten Miauls einfach durchgehen, wenn man im Duell eine Chance haben möchte. 

Der Gefallene und die Tugendhafte

Diese Schnellzauberkarte wird längst nicht mehr nur in diversen Branded-Varianten gespielt und dient als ressourcenstarker Boardbreaker. Auf eins wäre diese Karte gut aufgehoben, dann lässt sie sich schwer recyceln und kann nicht so einfach wiederverwendet werden, wie das gerade durch Ecclesia und der dunkle Drache und Albion der markierte Drache möglich ist. 

Finsterer Ausrottungshexenmeister

Wieso hat Konami den Finsteren Ausrottungshexenmeister nicht verboten? Seit dem neuen Support rund um den Dunklen Magier ist diese Karte sowieso wieder eine halbwegs große Gefahr, im bevorstehenden Toon-Deck erlaubt dieses Monster aber einfach mal einen FTK. Stellt euch das mal vor: Ihr geht auf ein Turnier, habt viel Zeit und Mühe in die Vorbereitungen gesteckt, habt geübt und euer Deck optimiert, habt viel Geld in die Karten investiert und dann stoßt ihr auf Toon und bevor ihr auch nur irgendwie spielen könnt, werdet ihr von eurem Gegner besiegt. Wie kann so eine Karte bei dieser Perspektive legal bleiben? 

Entzauberer

Vor allem Maliss hat in der letzten Zeit Mittel und Wege gefunden, den Entzauberer ungesund einzusetzen. Floodgates gehören verboten und ein Floodgate, das die Nutzung von Zauberkarten komplett unterbindet, erst recht. Das war schon in den ganzen Cyber Drache Builds uncool, aber Cyber Drache hat eben nicht das kompetitive Level von Maliss, da mag das noch irgendwie legitim sein. Dass Konami hier nicht eingegriffen hat, ist irgendwie irritierend.

Die Diabellstar-Engine

Einige Stimmen haben auch eine Einschränkung der Diabellstar- oder Azamina-Engine gefordert. Man hätte GESUCHT: Sündhafte Beutesucherin zum Beispiel auf eins setzen können, zugleich ist es aber auch irgendwie legitim, dass die Engine nicht gleich durch die Banlist geschwächt wird, kaum ist sie mal metarelevant. Zwar war die Diabellstar-Engine in der Vergangenheit hoch kompetitiv, Azamina war bisher aber nur kurz mal im Turniergeschehen präsent und hat erst durch die diversen ROLAD-Versionen jetzt wieder an Bedeutung gewonnen. 

Mitsurugi

So langsam wäre es dann doch mal ganz nett, wenn Konami Mitsurugi einen Riegel vorschöbe: Das Deck ist schon lange metarelevant und bildet zusammen mit ROLAD und Azamina eine wahrlich ungesunde Mischung. Generell bin ich nicht so der Fan davon, einfach verschiedene potente Engines zusammenzuwerfen und dann alles abzuräumen: Ritual von Licht und Finsternis gekoppelt mit Azamina gekoppelt mit Dunkler Magier gekoppelt mit Mitsurugi in einem diabolischen 60 Karten Haufen – das muss doch nicht sein.  Und davon abgesehen ist Mitsurugi zusammen mit Toons eine echte Sache, auf die wir alle sicherlich gerne verzichten würden.

Das Problem mit dem Würfelwurf

In den letzten Wochen kam wieder einmal die Diskussion darüber auf, dass der Würfelwurf entscheidet, wer das Match gewinnt. Joshua Schmidt hat sich dazu klar geäußert und es sind vor allem seine Überlegungen, auf die immer wieder verwiesen wird. Und in der Tat zeigt sich, dass der Spieler, der anfangen darf, mit großer Mehrheit auch den Sieg davonträgt. So ein bisschen wurde dem durch Turn 0 Plays entgegengewirkt, aber irgendwie hat sich das auch nicht so recht durchgesetzt und Engines wie K9 sind mittlerweile kaum noch vertreten. Handtraps bleiben also das einzige konstante Mittel, um den Gegner in seinem Zug am Spielen zu hindern und das macht Handtraps relevanter denn je. Dass Vom Grab gerufen nicht verboten worden ist, ist also definitiv der falsche Ansatz. Einerseits. Andererseits kursieren eben haufenweise durchschnittliche Decks, die nur halbwegs erfolgreich performen können, wenn sie ungestört spielen und diese Decks sind auf Vom Grab gerufen angewiesen. Es ist also immer eine heikle Sache: Denkt man eine Banlist nur von der Turnierszene her, wäre die Sache eindeutig, berücksichtigt man darüber hinaus aber auch kleinere Turniere oder private Duelle, so sind es besonders die schwächeren Decks, die sehr unter einer Banlist leiden. Statt also auf Handtraps zur Verteidigung zu setzen, müssten die Möglichkeiten im ersten Zug geschwächt werden. Wie wäre es zum Beispiel, wenn der Spieler, der nicht beginnt, gleich zu Beginn sechs Karten zieht und dann während seiner Draw Phase eine siebte? Oder wie wäre es mit einer neuen Master Rule, schließlich ist die letzte schon wieder sechs Jahre her? Oder wie wäre ein umfangreicheres Angebot an Turn 0 Optionen, die generisch sind und somit jedem Deck zugänglich sind? Möglichkeiten gäbe es wohl genug.

Leider versäumt es die aktuelle Banlist, sich diesem Problem zu stellen und erste, wenn auch vielleicht provisorische Maßnahmen zu ergreifen. 

Neue Banlist, nichts gelöst 

Die Banlist macht einerseits gute Dinge, aber insgesamt viel zu wenig. Das Spiel ist so hoch kompetitiv, dass sanfte und halbgare Maßnahmen nicht wirklich effektiv sind und das zeigt sich hier. Präventivmaßnahmen fehlen ebenfalls und da wir im TCG ja nur sehr selten Verbotslisten bekommen, muss Konami entsprechend vorausschauend agieren. Auch das hat nicht stattgefunden, sodass eigentlich nur die Möglichkeit einer Emergency-Banlist bleibt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Spieler Spaß an einem Tier 0 Format mit Kenntnis der gegnerischen Hand und FTKs haben. 

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe mir deutlich mehr von dieser Banlist erhofft. Klar bin ich froh, dass meine Decks nicht angefasst wurden und ich nach wie vor mein ROLAD-Azamina-Deck spielen kann. Das geht sicher allen so, die von der Banlist verschont geblieben sind, aber das kann ja irgendwie auch nicht das Kriterium sein. 

Konami hat in den letzten 12 Monaten sehr viel richtig gemacht, angefangen mit der Einführung des Genesys-Formats über die Overframe Artworks bis hin zu echten Raritäten in Gestalt der Grand Master Rares. Jetzt allerdings schwächelt der Konzern und steht einmal mehr vor einer Mammutaufgabe: Das Spiel muss wieder fairer werden, den Würfelwurf zu gewinnen darf nicht mehr alleiniges Kriterium sein – und da tut die Banlist einfach viel zu wenig.

Abschließend noch ein kleiner Aufruf in eigener Sache: Solltet ihr die Logos der verbotenen, limitierten oder halblimitierten Karten in besserer Auflösung haben, sagt gerne Bescheid. Ich wäre dankbar, wenn ich die mal gegen hochwertigere Bilder austauschen könnte.

Euer

Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

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