Yugioh – Die Top 32 der YCS Seattle 2017 und ihre Techkarten

IMG_0611Hallo liebe Yu-Gi-Oh!-Spieler und Freunde des gepflegten Kartenspiels. In diesem Artikel für Gate-to-the-Games schaue ich mir die Top 32 der YCS Seattle 2017, Washington, genauer an! Besonders im Fokus stehen oft genutzte Karten sowie gute Techkarten, die eure Decks auf das nächste Level bringen können!

Trotz neun Stunden Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Seattle habe ich mir die Zeit genommen und natürlich alle Feature Matches der dort stattfindenden YCS angeschaut. Es war ja schließlich die erste YCS, die mit den in Raging Tempest erschienenen Yugioh Karten ausgetragen wurde und das vorher vorhandene Meta kräftig aufmischen sollte.

Veni, Vidi, Vici

Während die YCS Bochum 2016 noch vom Paleozoisch Themendeck rund um „Krötellig Umwerfend“, dem Metallfose Pendeldeck sowie dem ABC Themendeck dominiert wurde, so veränderte sich das Bild der Top 32 dieser YCS innerhalb von nur zwei Monaten fast gänzlich.

IMG_0612Von den 32 besten Decks griffen ganze 30 Stück in kleineren und größeren Anteilen auf die Zoodiak-Engine zurück. Dabei waren sowohl das pure Zoodiak Deck, als auch das Zoodiak-Kaiju Deck am erfolgreichsten. Ersteres setzt darauf mit vielen Handtraps à la „Fliegendes „C““, „Maxx „C““ oder „Geisteroger und Schneehase“ den gegnerischen Zug bestmöglich zu unterbrechen, während Letzteres, sich dadurch auszeichnet, dass es etablierte Felder des Gegner sehr schnell zerstören kann, um anschließend sein eigenes Feld aufzubauen. Mit einer dieser beiden Varianten konnten sich 20 Spieler eine der begehrten Spielmatten mit dem Motiv „Nummer 93: Utopia Kaiser“ sichern.

Die anderen zehn Spieler setzten auf Varianten des Zoodiak Decks mit Artefakten, Kozmo, Metallfosen oder Infernoids. Lediglich zwei 60 Karten Decks, welche aber auch mit einer neuen Karte aus Raging Tempest gerüstet waren, konnten sich neben den Zoodiak Varianten einen der begehrten Plätze sichern.

Der kleinste gemeinsame Nenner und wieviele Karten spiele ich um eine YCS zu toppen?

Wer das OCG Meta der letzten Monate mitverfolgt hat, der konnte erkennen, dass sich ein kleinstmöglicher, aber dennoch konstanter Anteil an Zoodiak Karten für ein erfolgreiches Turnierdeck herausstellte, welcher aus

3x Zoodiak-Rattpier
1x Zoodiak-Schweifpeitsche
3x Zoodiak-Sperrfeuer

im Maindeck sowie jedem Zoodiak Extradeckmonster in einfacher Ausführung bestand. Dies erweiterte man noch um „Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel“ und Geschwindigkeitsroid Taketomborg“ inklusive „M-X-Säbel-Beschwörer“ sowie „Feuerformation – Tenki“. Mit diesen Karten hat man sehr schnell und einfach Zugriff auf die derzeit wohl stärkste Engine des gesamten Spiels. Die Ergebnisse aus Seattle bekräftigen diese Annahme nochmals.

Mit drei Decks in den Top 32 konnte sich das Infernoid Deck durchsetzen. Zwei der Drei setzten auf eine 60 Karten Variante mit der Zauberkarte „Nachbars Gras ist grüner“. Diese gibt dem Deck, die nach derm Limitierung von „Gedankengang“, so schmerzlich vermisste Geschwindigkeit um seine Karten schnell in den Friedhof zu bekommen. Im Gegensatz zu den anderen Zoodiak Decks werden die beiden aus dem Maindeck beschworenen Zoodiak-Rattpier nicht dazu benutzt um das XYZ-Monster „Daigusto Emeral“ zu beschwören, sondern um „Bujintei Kagutsuchi“ zu beschwören, welcher die fünf obersten Deckkarten auf den Friedhof sendet. Ein weiterer Grund für die Stärke der Infernoids ist wieder eine neu erschienene Karte, nämlich „Leerenfestmahl“. Durch ihren Effekt beschwört man normalerweise zwei Kopien von „Infernoid Dekatron“, welche „Infernoid Onuncu“ und „Infernoid Devyaty“ in den Friedhof legen, und einen Infernoid Sjette im gegnerischen Zug und hat somit sehr viel Interaktion.

Shine Bright like a Diamond

IMG_0615Hierbei sticht sofort die sehr alte Schnellzauberkarte „Mein Körper als Schutzschild“ ins Auge, welche manche Leser vielleicht noch aus der Zeit kennen, in denen Gladiatorungeheur das Meta dominiert haben. Diese Zauberkarte schützt – für den heutzutage günstigen Preis von 1500 Lebenspunkten – vor einem zerstörenden Effekt, indem sie die Aktivierung annulliert und die entsprechende Karte anschließend zerstört. Aktiviert der Gegner nun die Zauberkarte „Unterbrochener Kaiju Schlummer“, welche benutzt wird, um das Feld für den anschließenden OTK freizumachen, so kann man sich meist einen weiteren Zug erkaufen, sollte der Gegner nicht noch eine Kopie des „Unterbrochenen Kaiju Schlummer“ auf der Hand haben. Noch besser kommt die Karte gegen „Zoodiak – Drachzack“ zur Geltung, weil sie diesen noch dazu zerstört und dem Gegner damit ein Monster nimmt. Während der Trend im OCG schon lange zu zwei bis drei Kopien dieser Karte im Maindeck hingeht, so denke ich, dass die Spieler in Europa diesem Trend folgen werden, denn Monsterzerstörung wird mit dem nächsten Format wieder extrem wichtig werden. Dies sieht man auch an der wieder öfter verwendeten Fallenkarte „Reißender Tribut“, welche nach aktueller Verbotsliste jedoch limitiert ist.

Noch eine Karte, welche auch vom Zweitplatzierten der YCS Seattle 2017, Noah Greene, verwendet wurde und mir sofort ins Auge gesprungen ist, ist die gute alte „Spiegelkraft“. Jeder Spieler kennt sie und weiß aber auch, dass diese Karte in den vergangenen Formaten wenig bis kaum gespielt wurde. Dies nahmen sich die Entwickler des Spiels scheinbar zu Herzen und entwickelten neue Versionen der Karte, welche jeweils den Attributen Wind, Feuer, Erde und Wasser zugeordnet werden können. Noah Greene benutzte sowohl die normale „Spiegelkraft“ als auch die „Stürmische Spiegelkraft“, welche dem Gegner alle Monster in Angriffsposition wieder auf die Hand zurückgibt. Diese Karten spielte er vor allem, um der derzeit sehr beliebten Karte „Dimensionsbarriere“ nicht schutzlos ausgeliefert zu sein. Sollte man seine Kombo starten und im Laufe dieser dann von der „Dimensionsbarriere“ erwischt werden, so muss man seinen Zug normalerweise beenden und ist dem Gegner schutzlos ausgeliefert. Hat man nun aber die Spiegelkraft gesetzt und schafft es diese aktivieren, so wird der OTK-Versuch geblockt und man kann durch seine eigene Kombo wieder Oberwasser gewinnnen.

IMG_0614Eine weitere sehr interessante Karte, welche ich persönlich schon länger im Auge habe und gerne in meinem Infernoid Deck benutze, ist die permanente Falle „Spirituelle verräterische Schwerter“. Sie ist um Juli 2016 im The Dark Side of Dimensions Movie Pack anlässlich des gleichnamigen Kinofilms erschienen und erhielt Anfang Januar 2017 ihren Reprint im zugehörigen Movie Pack Gold. Der Gewinner der YCS Bochum 2016, der US-Amerikaner Billy Brake, benutzte die Karte in seinem Runde 10 Feature Match und konnte durch ihren Effekt seine Monster vor einer Zerstörung im Kampf bewahren, denn die Falle annulliert für 1000 Lebenspunkte den Angriff eines gegnerischen Monsters. Dieser Effekt war für ihn jedoch nicht der Hauptgrund diese Karte zu spielen. In seinem 60 Karten Infernoid Deck hoffte er die Karte in seinen Friedhof zu bekommen, um sie in der gegnerischen Battle Phase aus selbiger zu verbannen und sichdamit vor einem direkten Angriff durch gegnerische Monster zu schützen. Mit Hilfe von „PSI-Hüllenlord Omega“, einer in diesem Deck essenziellen Karte, kann man sich die verbannte Karte wieder in seinen eigenen Friedhof zurücklegen und das gleiche Spiel von vorne beginnen.

IMG_0613Mein persönlicher Favorit, da sie meiner Meinung nach ziemlich unter dem Radar fliegt, ist die Fallenkarte „Verschwundener Wind“. Warum diese Karte nur in so niedriger Seltenheit gedruckt wurde, verstehe ich bis heute nicht, aber umso besser für jeden Spieler, der derzeit günstige Optionen mit Effektnegierung in seinem Main- oder Sidedeck sucht. Vom Prinzip her ist diese Karte eine spezifischere Version von „Durchbruchfähigkeit“, welche nur spezialbeschworene Monster negiert. Allerdings kann man sie nochmal aus dem Friedhof auf seine Spielfeldseite setzen und damit den Effekt nochmal nutzen. Die Tatsache, dass sowohl die Halbierung der Angriffspunkte als auch die Negierung des Effektes von permanenter Dauer ist, macht diese Karte für mich noch stärker als die allseitsbekannte „Durchbruchfähigkeit“. In Aktion sehen konnte man die Karte im Top 32 Feature Match zwischen einem Paläozoisch-Zoodiak Deck und einem Kaiju Zoodiak. Besonders im Paläozoisch Deck bietet sie einen Mehrwert, da man seine Karten im Friedhof zweimal an sie anketten kann.

Wie geht es nun weiter?

Während die YCS Seattle 2017 ein ganz klarer Wegweiser für die Richtung des Metas der nächsten Monate darstellt, so muss man dennoch festhalten, dass man jederzeit mit einer aktualisierten Verbotsliste rechnen muss, welche wieder alles auf den Kopf stellen kann. Ich denke jedoch, dass die von mir vorgestellten Karten für viele Duellanten eine positive Bereicherung beim Deckbau darstellen werden.

Zum Abschluss möchte ich mich bei euch fürs Lesen dieses Artikels bedanken und hoffe, dass ich allen Interessierten einen kurzen Rückblick über die Ereignisse der letzten Woche geben konnte!

Euer Aliakhsander

Über Aliakhsander

Yu-Gi-Oh!-Spieler mit viel Erfahrung im Metabereich, der gerne junge und auch bisher unentschlossene für den Competitivebereich des Spiels begeistern möchte :)

One Reply to “Yugioh – Die Top 32 der YCS Seattle 2017 und ihre Techkarten”

  1. Michael

    Wenn wir hier über nützliche Karten reden, sollten auch Ertränkede Spiegelkraft und Bebende Spiegelkraft Erwähnung finden. Erstere mischt bei einem Angriff alle Monster in Angriffsposition ins Deck zurück, zweitere verdeckte alle Monster in Angriffsposition permanent. Besonders die zweite ist gefährlich, da sie Pendel- Xyz- und Synchro-Decks sofort Lahmlegen kann. Besonders zu empfehlen gegen Blumen-Kartian, D/D und das allseits beliebte FINSTERNIS-Synchro.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.