Die unterschiedlichen Hüllenarten 2022- ein Überblick

Als ich vor ewigen Zeiten mal als Kind mit Pokémon angefangen habe, gab es Soft Sleeves und vielleicht noch die klassischen Hüllen von Ultra Pro neben irgendwelchen Billig-Hüllen mit SEHR wilden Motiven. Die Motive mögen immer noch wild sein, aber inzwischen ist die Auswahl an Hüllen deutlich größer, gerade auch mit Blick auf unterschiedliche Hüllenarten. Wenn ich mich nicht verrechne, kann man seine Karte aktuell theoretisch vierfach einpacken und auch ,wenn das keiner macht, verdeutlicht es doch die humoristische Absurdität des Sammelkartenzubehörs. Ich möchte euch hier einen kleinen Überblick geben, welche Arten es alles gibt, wofür man diese nutzt und welche ich empfehlen kann.

1. Hüllengröße – Standard oder Mini?

Die erste Frage, ist die nach der Hüllen-, beziehungsweise Kartengröße. Bei TCGs gibt es eigentlich nur zwei, das amerikanische Format, oft einfach nur „Standard Size“ genannt (circa 64 x 89 mm), welches man etwa auch bei Pokerdecks wiederfindet, und das japanische Format, oft auch „Small“ oder „Mini“ genannt (circa 57 x 83 mm), welches für Bridge-Karten verwendet wird. Normale Hüllen sind natürlich etwas größer, meist zwei bis drei Millimeter mehr. In der Konsequenz heißt das, dass ihr Karten nur in die dazugehörige Hülle stecken solltet. Man kann Karten mit kleineren Maßen zwar theoretisch in große Hüllen stecken, aber glaubt mir, das fühlt sich nicht gut an.

Es gibt darüber hinaus noch vereinzelte größere oder kleinere Karten, da diese aber meistens nur ästhetischen Wert haben und nicht beim Spiel verwendet werden, würde ihre Auflistung hier den Rahmen sprengen.

Hier noch eine kleine Auflistung der Sammelkartenspiele, die ihr bei Gate to the Games findet und deren Hüllengröße:

Standard: Pokemon, Dragoborne, Dragon Ball TCG, Force Attax, Final Fantasy TCG, Rebel Attax, Flesh and Blood, Fortnite TCG, Future Card Buddyfight, Force of Will, Gate Ruler, Hero Attax, Digimon TCG ,Hero Realms, WIXOSS, Star Realms, Magic the Gathering, Match Attax, Weiß/Schwarz

Mini: Yu-Gi-Oh! und Cardfight Vanguard

2. Hüllenarten

Natürlich gibt es nicht nur eine Art von Hülle, sondern im wesentlichen vier, wobei ihr von jeder Art dutzende verschiedene Hersteller findet.

„Normale“ Hüllen

Ein etwas ungeschickter Name, aber das sind halt die Hüllen, an die man als erstes denkt. Zwei Schichten Plastik (Polypropylen, um genau zu sein), eine durchsichtig, eine nicht, die an drei Kanten zusammengeschweißt sind. Ihr kennt sie. Man schiebt die Karten von oben herein und sie bieten Schutz und sorgen dafür, dass man bei beschädigten Karten von hinten nicht erkennen kann, dass ein solcher Schaden vorliegt.
Diese Hüllen nutzt man für so ziemlich jedes Deck, sie sind quasi die „Skin“ für den Kartenstapel. Erlaubt euch also ruhig etwas Kreativität bei der Farb- und Motivwahl.

Im weiteren kann man hier noch zwischen „matten“ und „glänzenden“ Hüllen unterscheiden. Matte Hüllen haben eine Art Textur und rutschen leichter übereinander, was beim Mischen helfen kann, während glänzende Hüllen oft etwas schönere Farben haben.

Welche Marken sind dabei empfehlenswert? Eigentlich sind mittlerweile alle großen Marken solide, man sollte nur auf Hüllen aufpassen, die keinen Markennamen tragen. Ich persönlich bin ein Fan von Dragon Shield, aber auch Ultra Pro Eclipse, Legion oder Ultimate Guard Katana. KMC hatte früher außerdem sehr gute Hüllen, inzwischen hört man da aber manchmal von schwankender Qualität. Die normalen Hüllen von Ultra Pro waren früher durch das Symbol am Rand ziemlich unpraktisch, mittlerweile verzichtet man meines Wissens darauf, was sie zumindest passabel macht. Arkero-G konnte ich noch nicht testen, aber gerade angesichts des günstigen Preises sind sie sicherlich für Einsteiger interessant.

So weit, so einfach, jetzt kommen sozusagen die Hüllen für Experten:

Inner Sleeves

Auch als „Perfect Size“ oder „Perfect Fit“ bekannt, sind diese Hüllen sehr eng und dafür gedacht, sie zwischen eine Karte und die normale Hülle zu schieben. Der Prozess, auch als Double Sleeving bekannt, funktioniert folgendermaßen: Erst schiebt ihr die Karte mit dem oberen Rand voran in die Inner Sleeve. Achtet dabei darauf, dass ihr sie ganz hereinschiebt und möglichst keine Luft lasst. Dann schiebt ihr die „behüllte“ Karte ganz normal mit dem unteren Rand voran in die normale Hülle. Das mag etwas eng werden und erfordert ein bisschen Übung geht, dann aber schnell.
Der Vorteil hierbei liegt darin, dass ihr die Karte nicht nur vor kleinen Kratzern, etwa am Rand schützt, sondern die Karte dicht abschließt, was auch Schutz vor Staub und zu einem gewissen Grad sogar vor Flüssigkeiten bietet. Noch eine Anmerkung zur Dicke: Ein Deck in normalen Hüllen wird 20-25% dicker, wenn man es double sleeved. Gerade für Anfänger mag das alles übertrieben erscheinen, wenn manche Decks allerdings Monatsmieten kosten, kann sich der kleine Betrag schon lohnen, um diese zu schützen. Dazu mischen sich Decks mit Inner Sleeves in meinen Augen besser, aber das ist subjektiv.

Zu den Varianten:
Zum einen gibt es Inner Sleeves mit einem dunklen Rücken. Diese sind gut, wenn die normalen Hüllen nicht komplett blickdicht sind und ihr auf jeden Fall verhindern wollt, dass man den Kartenrücken sieht. Für manche Turniere kann das enorm wichtig sein, für ein paar Runden am Küchentisch weniger. Trotzdem eine sinnvolle Sache.
Dann gibt es noch Inner Sleeves, mit einer seitlichen Öffnung. Die Karten können so leichter in die Hülle geschoben werden, bieten aber deutlich weniger Schutz, gerade vor Flüssigkeiten. Für die Aufbewahrung sind sie okay, aber für Schutz durch Double Sleeving kann ich nur von diesen abraten. Außerdem gibt es noch verschiedene verschließbare Hüllen, die durch den Verschluss die Sicherheit erhöhen wollen. Praktische Erfahrung habe ich damit keine, aber mehr Plastik zum Schutz der Karte kann zumindest nicht schaden.

Bei Inner Sleeves ist in meinen Augen keine Marke viel besser als andere. Mir sind KMC Perfect Size am liebsten, da sie nach meinem Empfinden rundere Kanten haben als andere, bei denen die Schweißnaht minimal deutlicher ist, aber das ist ganz ehrlich Haarspalterei, zumal KMC in Deutschland nicht so leicht zu finden ist. Entscheidet hier ruhig ganz nach dem Preis, ihr werdet ohnehin selten die Inner Sleeve direkt in der Hand haben.

Over Sleeves

Hier wird es langsam exotisch. So exotisch, dass man unter dem Begriff „Over Sleeves“ oft die Hüllen findet, die ich hier als „normal“ bezeichnet habe. Gemeint sind hier allerdings Hüllen, die man über die normalen zieht. Es gibt nur wenige Anbieter, überwiegend japanische wie KMC, die dieses Produkt überhaupt herstellen.

Wo liegt also der Sinn? Klar, Double Sleeving ist völlig ausreichend und selbst gute Hüllen wie Ultra Pro Eclipse kosten bei weitem nicht so viel, dass man sie besonders schützen müsste. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Event-Hüllen. Mittlerweile sind sie meines Wissens etwas seltener, aber früher wurden auf großen Events, etwa Magic Grand Prix, Hüllen mit exklusiven Artworks als Preise ausgegeben. Diese sind natürlich selten und teilweise auch einges wert. Dazu kam oft, dass die Qualität dieser nicht die beste war und man sich schnell über Kratzer aufregen konnte. Over Sleeves können dies verhindern. Ich habe keine Erfahrung mit ihnen und kann somit auch keine Empfehlung geben, die Erwähnung haben sie jedoch gleichwohl verdient.

Soft Sleeves

Man kennt sie auch unter dem Namen „Penny Sleeves“. Soft Sleeves sind sehr günstige und dünne Hüllen mit durchsichtiger Vorder- und Rückseite, die oft wenige Millimeter größer als normale Hüllen sind. Sie sind weitaus biegsamer als normale Hüllen und schlichtweg „billiger“. Zum Spielen kann man sie zumindest casual verwenden und ehrlich gesagt finde ich sie gar nicht so schlecht wie viele andere, aber die eigentliche Verwendung ist in der Lagerung. Sie kosten lediglich etwa einen Cent pro Hülle und bieten genug Platz für zehn Karten, mehr mit etwas Gewalt. Da es sich hier wirklich, um billige Wegwerfhüllen handelt, sollte es auch recht egal sein, welche Marke man wählt. Ich empfehle, immer ein paar von ihnen griffbereit zu haben, um eine kleine Gruppe von Karten oder ähnliches zwischen zu lagern.

Toploader

Ehrlicherweise sind Toploader keine richtigen Hüllen, fallen aber in meinen Augen in eine ähnliche Kategorie. Sie bestehen aus festem Plastik, in welches eine (oder mehrere) Karte eingeführt werden kann. Der Unterschied zu Hüllen liegt darin, dass ein Toploader auch guten Schutz vor Knicken und sowas wie Stempeln bietet, vergleichbar mit stabiler Pappe. Man verwendet Toploader nicht zum Spielen, sondern zum Transport, insbesondere Versand hochwertiger Karten. Beachtet dabei bitte eins: Steckt nie eine Karte alleine in einen Toploader, da sie darin nur herumfliegen wird. Steckt sie vorher in irgendeine andere Hülle, am besten mit einer oder zwei anderen Karten zum Schutz und ihr habt hohe Sicherheit für den Versand eurer Schätze.

3. Zusammenfassung

Vielleicht habt ihr in der Hoffnung auf eine Zusammenfassung nur ans Ende des Artikels gescrolled. Hier ist sie also:

1: Die Marke ist nur bei normalen Hüllen wichtig, dort solltet ihr aber verschiedene ausprobieren, um euren Liebling für Stabilität und Mischgefühl zu finden.
2: Wenn eure Kartensammlung wächst und Decks langsam wirklich Geld wert sind, nutzt Inner Sleeves im Double Sleeving-Verfahren für maximale Sicherheit und Comfort.
3: Over Sleeves sind für den weiten Großteil der Spieler uninteressant.
3: Soft Sleeves und Toploader sind für den Transport und die Lagerung von Karten wichtig, nicht jedoch für das Spiel an sich.

Ich hoffe das ich euch hiermit einen kleinen Einblick in die verschiedenen Hüllen/Sleeves verschaffen konnte. Bitte achtet immer auf die richtige Hüllengröße, damit eure Karten nicht beim sleeven beschädigt werden.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Hüllen/Sleeves gemacht?
Sind sie für euch eine Option?

Verratet es gern in den Kommentaren!

Euer Berkut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.