Jeder Lotus in Magic

Black Lotus ist die ikonischste Karte von Magic The Gathering. Man findet sie auf verschiedensten Deckboxen, Hüllen (Sleeves), Spielmatten und anderem Zubehör. Nur die Karte selbst findet man leider nur sehr schwer: Angesichts ihrer hohen Seltenheit und dem Preis von aktuell etwa 15.000 € für ein Exemplar in annehmbaren Zustand werden viele Spieler die Karte nie zu Gesicht bekommen. Black Lotus ist aber auch so ikonisch, dass es diverse Karten gibt, die in Namen und Effekt auf sie anspielen. Manche davon wurden auf Turnieren gespielt, andere haben nur den berühmten Namen. Hier bekommen alle Karten ihr Ranking, die das Wort „Lotus“ entweder im Namen oder Text haben. Manche werden euch wahrscheinlich überraschen, andere sind absolut erwartbar. Nur Black Lotus selbst kommt nicht vor, das wäre ein zu einfacher erster Platz…

Platz 15 & 14: Lotus-Eye Mystic und Lotus Path Djinn


Die einzigen beiden Karten mit „Lotus“ im Namen, die nichts mit dem „Original“ zu tun haben. Sie sind eher Füllmaterial für Booster und außerhalb vom Limited oder bei den Mystics vielleicht auch Commander kaum spielbar, aber der Vollständigkeit halber verdienen sie eine Erwähnung.

Platz 13 & 12: Blacker Lotus & Mox Lotus

Und zwei weitere Karten, die nur schwer in eine solche Liste passen. Die Lotus aus Unglued beziehungsweise Unhinged zeigen, wie man eine Hommage an die Magic-Ikone zur Parodie machen kann: Blacker Lotus ist einfach mal besser als Black Lotus selbst, hat aber einen winzigen Nachteil: Wenn man sie regelgemäß spielt, spielt man sie auch nur ein einziges Mal. Mit Blick darauf ist es wohl sogar ganz gut, dass es sich um eine Un-Karte handelt, die nicht turnierlegal ist. Man stelle sich mal vor, wie viele Papierkörbe sonst auf einem Vintage-Turnier rumständen. Mox Lotus opfert dagegen gar nichts, sondern ist vielmehr der beste Managenerator aller Zeiten, solange man die Kosten einer Emrakul aufbringen kann: Sie generiert unendlich Mana, welches man, dann noch total ineffizient, aber trotzdem sinnvoll in anderes Mana umwandeln kann. Vermutlich gibt es irgendwelche wahnsinnigen, die das im EDH als Win Condition (unter Hausregeln) spielen, aber ansonsten ist es einfach nur ein sehr seltsamer Managenerator.

Platz 11: Lotus Guardian

Den schlechtesten „richtigen“ Platz auf der Liste bekommt dieser dicke Flieger aus Invasion. Zuerst dachte ich, der Guardian würde drei Mana einer Farbe generieren, und wollte ihn immer noch auf den letzten Platz der Liste setzen. Nach der Erkenntnis, dass es sich einfach nur um einen übergewichtigen Paradiesvogel handelt, hat sich daran ganz sicher nichts geändert. Der Flavour ist wohl das beste an der Karte: Ein Drache, der die Lotusfelder bewacht, vor Feinden schützt und dabei selbst ein klein wenig zum Lotus geworden ist. Vielleicht sollte er noch mehr Lotus essen, dann könnte er mehr Mana generieren und die geringen Kalorien helfen vielleicht beim Abnehmen der Manakosten…

Platz 10: Lotus Blossom

Ein großer Schritt voran im Vergleich zur letzten Karte. Lotus Blossom ist langsam, aber imerhin nicht total ineffizient. Nach drei Zügen kann man sie als Black Lotus opfern, oder noch länger warten, um richtig viel Mana zu bekommen. Im Commander passt das gut in diverse Decks rund um Marken, allen voran etwa Atraxa. Wenn man dann ein Outlet für all das Mana hat, etwa eine große Hydra, kann sich Lotus Blossom schon lohnen. Dennoch ist die Karte einfach langsam: Man muss langsam auf das Mana warten und acht Mana in fünften Zug sind jetzt auch nichts weltbewegendes und können vor allem kinderleicht durch verschiedene andere Karten erreicht werden.

Platz 9: Garth One-Eye

Kommen wir zur ersten vernünftigen Karte und zur einzigen Möglichkeit, Black Lotus zu spielen, ohne Proxies zu verwenden oder den Wert eines Autos mit sich rumzuschleppen (Wobei Legacy-Spieler letzteres ja kennen). Garth kann eine von sechs der ikonischsten Karten des Spiels generieren. Ihr bekommt im Grunde alles: Zugriff auf den Friedhof, Removal gegen Kreaturen, Verzauberungen und Artefakte, Card Draw oder eine große Kreatur. Oh, und ihr bekommt Black Lotus! Der Original-Lotus ist zwar wohl gar nicht mehr so gut, wenn ihr plötzlich fünf Mana in allen Farben für sie zahlen und eine Runde warten müsst, aber so kann man ihn immerhin mal spielen. Garth ist nicht besonders spielstark und auch als Commander eher unspektakulär, weshalb er diesen Platz bekommt. Trotzdem strahlt die Karte eine Stärke und Eleganz aus, die man selten sieht.

Platz 8: Nyx Lotus

Eine der neuesten Karten auf der Liste und wohl auch eine der fairsten. Nyx Lotus erinnert an Nykthos, Shrine to Nyx in Form eines Mana Rocks. Es gab wohl mal ein Standard-Turnier in Japan, wo ein monoblaues Deck mit vier Exemplaren von ihr den dritten Platz belegt hat, aber sonst sieht man sie kaum in ernsthaften Decks. Dafür ist sie allerdings ziemlich solide im EDH: Gerade schwarze Decks können die Ramp gut gebrauchen, um ihre teuren Kreaturen und Commander wie Razaketh, the Foulblooded, Ob Nixilis, Unshackled oder Vilis, Broker of Blood früher zu spielen. Solide Karte!

Platz 7: Lotus Vale

Die Karte scheint nur darauf zu warten, komplett overpowered zu sein, aber irgendwie ist sie es nicht. Lotus Vale komprimiert sozusagen drei Länder in eines, welches zufällig den gleichen Effekt hat wie Black Lotus, ohne allerdings geopfert werden zu müssen. Mit enttappern könnte das richtig gut sein: Kiora’s Follower sorgt so etwa für drei Mana. Auch hat man mal auf eine Combo mit Blood Sun spekuliert, wodurch Lotus Vale einfach nur ein Land wäre, welches drei Mana ohne jeden Nachteil generiert. Geklapp hat allerdings nichts davon wirklich: Lotus Vale ist allen voran anfällig gegen so ziemlich jedes Landremoval (etwa auch Blood Moon) im Multiversum und, dann hat man effektiv schon drei Länder entsorgt. Dazu sind zwei ungetappte Länder nichts, was man gerne mal opfert. Auch braucht man einfach zu dringend andere Karten, um mit ihr tatsächlich auf eine Kombo zu kommen. Dass das Konzept funktionieren kann, zeigt allerdings eine andere Karte auf dieser Liste…

Platz 6: Gilded Lotus

Die erste richtige Karte auf der Liste, die besser ist als Black Lotus, wenn da nicht die Manakosten wären. Gilded Lotus beschleunigt erst weit später als das Vorbild aus Alpha, dafür aber auch dauerhaft. Im Commander passt er damit in alle möglichen Decks, besonders gut aber in alles mit teuren Karten oder Synergien mit Artefakten, etwa Teferi, Temporal Archmage, Muzzio, Visionary Architectoder Hokori, Dust Drinker, wo sie als zuverlässige Manaquelle dient, wenn Länder das nicht mehr tun. Leider konnte dieser Lotus aber nie aus Commander ausbrechen. Ein Staple im wohl beliebtesten Casual-Format verdient aber immerhin den sechsten Platz.

Platz 5: Lotus Cobra

In der Top Fünf fängt es, dann endlich mit den wirklich guten Karten an. Allen voran Lotus Cobra. Sie ist von Lotus-Eye Mystic und Lotus Path Djinn abgesehen, vermutlich die Karte auf dieser Liste, die am wenigsten an das Original erinnert, aber dafür ist sie spielstark: Als alternativer Managenerator muss man sie im Gegensatz zu Klassikern wir Llanowar Elves nicht tappen, um Mana zu generieren, sondern sie generiert das Mana automatisch mit jedem ausgespielten Land. Sie kann also noch angreifen. Das I-Tüpfelchen dabei liegt in der Synergie mit Fetchlands: Sie sorgen dafür, dass mit nur einem Land letztendlich zwei Länder ins Spiel kommen, Lotus Cobra also insgesamt zwei Mana generiert. Für die Kosten ist das extrem gut. Das vielleicht kritischste an ihr war ihre ursprüngliche Seltenheit: Lotus Cobra kam im Original Zendikar als Mythic raus, und man fragt sich wirklich, warum. Sicherlich entspricht ihre Spielstärke dieser Seltenheit und der Name trägt ein gewisses Prestige, aber eigentlich sollten Mythics ja mehr sein als nur spielstark. Ihre Rennaissance hat die Cobra übrigens 2020 und 2021 gesehen: In den Jahren wurde sie dank Zendikar Rising wieder Teil vom Standard und Teil von diversen grünen Decks, die so manch ein großes Turnier gewonnen haben. Heute sieht man sie eher nur noch im Duel Commander oder ähnlichen Formaten, aber diese Schlange sollte man nie aus den Augen lassen.

Platz 4: Lotus Field

Erinnert ihr euch noch an die Pioneer Challenger Decks? Dort gab es das schöne Deck Lotus Field Combo, und genau das ist der Grund, warum Lotus Field den vierten Platz unseres Rankings belegt. Man sieht sie in nur einem Deck , aber in dem ist Lotus Field die wichtigste Karte. In Kombination mit Thespian Stage, Pore over Pages und anderen Karten kann man so schnell genug Mana und Card Draw für Approach of the Second Sun zusammensuchen und so das Spiel gewinnen. Da das Deck immer noch aktiv gespielt wird, hat Lotus Field diesen Platz mehr als verdient.

Platz 3: Lotus Bloom

Es ist Black Lotus, nur etwas langsamer. Lotus Bloom war ähnlich wie Ancestral Vision der Versuch von Time Spiral, Power 9 Karten durch Suspend etwas fairer zu machen. Gelungen ist dieser Versuch eher mittelmäßig: Lotus Bloom war seinerzeit ein wichtiger Teil von Storm Decks, indem sie im vierten oder fünften Zug einen kostenlosen Spell und drei Mana geliefert hat. Heutzutage ist sie Teil eines Modern Decks zusammen mit Tameshi, Reality Architect und Wargate, welches einige Erfolge verzeichnen konnte. Da spielt man sie gar nicht erst, sondern holt sie mit verschiedenen Karten aus Deck oder Friedhof. Lotus Bloom ist vermutlich eine dieser Karten, die nie wirklich weggehen. Sie ist flexibel zwischen Storm und verschiedenen Combos einsetzbar und wird weiter zuverlässig Mana generieren.

Platz 2: Jeweled Lotus

Ohne Zweifel eine kontroverse Karte, aber eine, die ihre Erwähnung verdient. Jeweled Lotus ist Black Lotus mit einer Beschränkung auf Commander. Von allen Hommagen ist sie wohl am nächsten am Original an. Die Beschränkung auf Commander hält sie allerdings vom ersten Platz weg. Für Spieler des beliebten Formats ist das natürlich egal, aber es führt dazu, dass man sie quasi nie auf Turnieren sieht. Trotzdem, auch ohne Turniererfolge ist das hier eine extrem starke Karte.

Platz 1: Lotus Petal

Ein Drittel Black Lotus. Lotus Petal ist im Grunde nichts anderes als ein kostenloses Treasure Token und bietet eine kleine, aber oft ausschlaggebende Beschleunigung des eigenen Mana für den Preis einer Karte. Gespielt wird sie quasi überall, wo es geht: Im Legacy findet man sie in verschiedensten Decks, im Pauper taucht sie zumindest immer, dann sehr dominant auf, wenn Storm mal wieder spielbar ist und auch im Duel Commander ist sie in verschiedensten Decks vertreten, von CEDH ganz zu schweigen. Sie sorgt einfach dafür, dass man eine Schlüsselkarte einen Zug früher spielen kann, was sehr oft einen riesigen Vorteil ausmacht. Ganz nebenbei ist sie (von den beiden letzten Plätzen mal abgesehen) auch die einzige Common auf dieser Liste. Manchmal muss es also gar kein komplexer, besonders starker Effekt sein, um Turniere zu dominieren. Manchmal reicht ein kostenloses Mana.

Ich hoffe, diese Liste hat euch gefallen.

Spielt ihr selbst eine oder mehrere dieser Karten?
Welcher Lotus aus Magic gefällt euch am besten?

Verratet es gern in den Kommentaren! 🙂

Euer Berkut

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