Yugioh – Der König der Spiele ist zurück!

Kein anderes Deck hat meine Yugioh-Zeit so geprägt wie Chaos. Nicht, dass ich 2004 auch nur im Ansatz das Geld für Schwarz glänzender Soldat – Soldat des Lichts oder Chaos-Imperatordrache – Gesandter des Endes gehabt hätte, aber das Deck hat mich ein ums andere mal geknechtet. Jetzt ist das Deck zurück! Zumindest so halb…

Chaos 2004 und 2026

Bis 2004 das Chaos-Thema in der Boosterserie Invasion of Chaos erschien, waren vor allem Hand Control und zuvor Beatdown Decks die Wahl der Metaspieler. Chaos war das erste Deck, das tatsächlich als so etwas wie ein Metadeck bezeichnet werden konnte und Konami musste reagieren und erstmals auch Karten verbieten. Verglichen mit heute war Chaos dennoch relativ simpel zu spielen: Ihr füttert den Friedhof mit LICHT- und FINSTERNIS-Monstern und nutzt diese, um eure beiden Bossmonster Schwarz glänzender Soldat – Gesandter des Anfangs und Chaos-Imperatordrache – Gesandter des Endes zu beschwören und dem Gegner damit vielleicht sogar obendrauf noch den unfairen Yata-Lock zu drücken, der ihn komplett am Spielen hinderte. Die beiden Bossmonster verfügten für damalige Verhältnisse über immens starke Effekte. Neu war auch die Möglichkeit, elegant spezialbeschwören zu können und den Friedhof dafür nutzen zu können. Ihr seht schon: Chaos war damals immens stark und in vielen Punkten innovativ. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, kann ich euch meinen mittlerweile bald sieben Jahre alten (tempus fugit!) Artikel über die Entwicklung der Meta empfehlen. 

Chaos Origins bringt nun neue Karten mit, die thematisch zum Chaos-Thema passen. Dabei muss man aber ein wenig differenzieren: Die neuen Karten greifen weder auf die Beschwörungsmechanik der ehemaligen Chaos-Giganten zurück, noch benötigt das Deck irgendwelche Karten des damaligen Deckthemas, was ja oft der Fall ist, wenn alte Deckthemen neu interpretiert werden. 

Deswegen ist bei den neuen Karten aus Chaos Origins, um die herum sich zunehmend ein eigenes, metataugliches Deck formiert, eher von „Ritual von Licht und Finsternis“ zu sprechen, in Anlehnung an die zentrale Zauberkarte der neuen Monster. Zugleich haben die neuen Karten aber große Parallelen zu den ehemaligen Chaos-Monstern: Manche haben das Wort „Chaos“ im Namen, andere erinnern optisch an die Bosse vergangener Zeiten. In Ansätzen finden wir auch einen Fokus auf LICHT- und FINSTERNIS-Monster, obgleich das eher unbefriedigend ist: Die Karte Ritual von Licht und Finsternis zeigt die Waffen von Schwarz glänzender Soldat und Dunkler Magier des Chaos, der neue Schwarz glänzende Soldat ist aber, ähnlich wie seine unmittelbaren Vorgänger, ein ERDE-Monster und eben kein LICHT-Monster. Eine Ausnahme war da Schwarz glänzender Soldat – Gesandter des Anfangs, der war nämlich LICHT. LICHT-Monster sind in dem neuen Deck leider recht unterrepräsentiert und das finde ich schade.

Schauen wir uns aber doch erst einmal an, was wir da Neues bekommen haben:

Neues Futter in Chaos Origins

Gemeinsam mit euch möchte ich mir die neuen Karten aus Chaos Origins einmal anschauen, die wir in dem neuen Meta-Contender spielen können und auch sollten. Der neue Archetype „Ritual von Licht und Finsternis“ ist recht umfangreich, daher wird dieser Abschnitt nun etwas länger.

Schwarzes Chaos

Beginnen wir mit einer der wichtigsten Karten, der Secret Rare Schwarzes Chaos. Die benötigt ihr in der puren Variante dreimal und als Secret Rare braucht ihr dafür auch ein recht bemerkenswertes Budget.

Schwarzes Chaos kann nur als Spezialbeschwörung beschworen werden, indem ihr ein Krieger- oder Hexer-Ritualmonster von der Hand oder dem Friedhof zurück ins Deck mischt. Auf dem Feld ist dieser Hexer dann eine echte Bedrohung: Zum Einen bleibt er von aktivierten Effekten des Gegners unberührt, solange ihr eine Ritualzauberkarte im Friedhof habt. Zusätzlich könnt ihr während eurer Main Phase zwei Karten des Gegners verbannen und ja, dieser Effekt zielt nicht!

Ihr könnt aber auch Schwarzes Chaos selbst von der Hand abwerfen und dann eine Permanente Falle, die Ritual von Licht und Finsternis erwähnt, vom Deck oder dem Friedhof direkt offen auf eure Spielfeldseite legen. Durch diesen Effekt wird Schwarzes Chaos von seiner immensen Feldpräsenz mal abgesehen auch zu einem One-Card-Starter, weshalb ihr ihn eben auch dreimal spielen solltet. 

Griffoh

Wo wir Dunkle Magier und Schwarz glänzende Soldaten haben, darf auch Kuriboh für das komplette Yugi-Feeling nicht fehlen und das ist hier das kleine Fellknäuel Griffoh. Per Schnelleffekt könnt ihr ihn abwerfen und dann einen von zwei Effekten aktivieren: 

Entweder wird der nächste Kampf- oder Effektschaden in diesem Spielzug zu 0, was kaum mal relevant sein dürfte, ich wollte es aber der Vollständigkeit halber erwähnt haben. 

Wir haben es vor allem auf den zweiten Effekt abgesehen: Ihr könnt eine Schnellzauber- oder Fallenkarte, die Ritual von Licht und Finsternis erwähnt, direkt vom Deck setzen – und im selben Spielzug noch aktivieren. Dadurch wird Griffoh zu eurem Hauptstarter, der euch eine solide One-Card-Combo ermöglicht. 

Zusätzlich könnt ihr Griffoh als das gesamte Material für eure Ritualbeschwörungen verwenden, was ihn auch nützlich macht, wenn ihr mehrere Kopien auf der Hand oder im Friedhof habt oder nachzieht. 

Magier des dunklen Chaos – Schwarzes Chaos

Ritualmonster kamen jetzt schon zur Sprache und natürlich liefert der Archetype diese gleich mit. Beide haben nostalgische Chaos- und Yugi-Vibes und beide gibt es auch in sehr coolem Overframe-Artwork.

Magier des dunklen Chaos – Schwarzes Chaos ist eine der Karten, die Ritual von Licht und Finsternis in ihrem Kartentext erwähnen, was für Karten wie Keltenmystiker noch wichtig wird. Auf dem Feld ist der neue Magier des dunklen Chaos nur anfällig für zielende Effekte, alle anderen funktionieren nicht. Außerdem schützt er eure Zauber- und Fallenkarten vor Zerstörung und Verbannung. Obendrauf könnt ihr euch einmal pro Spiezug auf Beschwörung eine Zauberkarte vom Friedhof zurück auf die Hand holen und eine Karte auf der gegnerischen Spielfeldseite verdeckt verbannen – dieser Effekt zielt nun aber. 

Schwarz glänzender Soldat – Soldat des Lichts und der Finsternis

Heißt Soldat des Lichts und der Finsternis, wird mit Ritual von Licht und Finsternis beschworen, ist aber ein ERDE-Monster. Ohne Spaß, das triggert mich echt! 

Auch Schwarz glänzender Soldat – Soldat des Lichts und der Finsternis wird nur von zielenden Effekten tangiert und kann außerdem nicht durch Kampf zerstört werden. Dieser Schutzeffekt ist echt nicht zu unterschätzen und ungemein lästig, zumal, wie wir später sehen werden, die beiden Ritualmonster noch zusätzlich geschützt werden. Ähnlich wie Magier des dunklen Chaos bringt auch Schwarz glänzender Soldat zwei Effekte mit, die ihr jeweils einmal pro Spielzug aktivieren könnt: Auf Beschwörung könnt ihr eine gegnerische Karte wählen und diese verbannen. Kämpft der Soldat außerdem gegen ein gegnerisches Monster und zerstört dieses, erhält er 1500 ATK und kann sogar noch einen zweiten Angriff durchführen. Das erinnert ein wenig an Schwarz glänzender Soldat – Soldat des Chaos, der zu meinen persönlichen Lieblingsmonstern gehört, nur ist der Effekt des neuen Soldaten eben noch mal besser. 

Keltenmystiker

Ist das Artwork nicht cool? Der Elfenschwertkämpfer in dynamischer Pose mit coolem Effekt. Je nach Build könnt ihr diese Karte auch zwei- oder dreimal spielen und da sie nur eine Super Rare ist, kommt ihr hier günstig weg. Sie ist auch das einzige LICHT-Monster, das ihr innerhalb des Archetypes spielt, was ebenfalls bemerkenswert und für Karten wie Chaosengel nicht unwichtig ist. 

Wird Keltenymstiker als Normal- oder Spezialbeschwörung beschworen, könnt ihr die gesamte Hand vorzeigen. Dabei sollte sich auf eurer Hand eine Karte befinden, die Ritual von Licht und Finsternis erwähnt, dann könnt ihr nämlich drei Karten ziehen und müsst dann zwei Karten abwerfen. Dadurch relativiert ihr das große Risiko, dem Gegner Wissen über die eigene Hand zu gewähren, direkt wieder. Außerdem könnt ihr dann in diesem Spielzug nur noch eine Karte vom Extra Deck beschwören, aber das ist in diesem Deck eh nicht so relevant. Relevant ist stattdessen aber, dass ihr Keltenmystiker als Tribut anbieten könnt und dann ein Ritualmonster von der Hand beschwören könnt, das Ritual von Licht und Finsternis erwähnt. 

Schädel-Erzunterweltler des Chaos

Schwarzer Magier, Kuriboh, Soldat des Schwarzen Lichts und Elfenschwertkämpfer – da darf natürlich auch Beauftragter der Dämonen nicht fehlen und der kommt in Gestalt von Schädel-Erzunterweltler des Chaos daher. 

Wenn ihr den auf der Hand oder im Friedhof habt, könnt ihr drei Karten von den Friedhöfen beider Spieler oder aus der Verbannung unter das Deck zurücklegen und Schädel-Erzunterweltler dann spezialbeschwören. Das funktioniert aber nur, wenn eine der so recycelten Karten Ritual von Licht und Finsternis erwähnt. Wird Schädel-Erzunterweltler des Chaos auf den Friedhof gelegt, etwa durch Keltenmystiker, könnt ihr einen Ritualzauber von der Hand oder dem Deck auf den Friedhof legen und euch dann eines eurer beiden Ritualmonster aus dem Deck suchen. So erhaltet ihr mit nur einer Karte Zugriff auf sowohl die Ritualzauberkarte, die ihr millt und das dazugehörige Ritualmonster. 

Ritual von Licht und Finsternis

Sie ist natürlich unsere Ritualzauberkarte und funktioniert weitgehend wie eine klassische solche. Bemerkenswert ist, dass ihr den zu entrichtenden Tribut auch vom Friedhof nehmen und verbannen könnt, das schont dann doch die Ressourcen, denn Ritualbeschwörungen sind meistens recht kostenintensiv. 

Ritual von Licht und Finsternis kann sich außerdem selbst und zusätzlich eine Karte die sie erwähnt, vom Friedhof recyceln. 

Mystische Chaosbox

Jetzt kommen wir in den Bereich der wohlbekannten Yugi-Tricks, die wir gut aus dem Anime kennen und die in den Anfängen des TCGs bereits wenig erfolgreiche Entsprechungen fanden. 

Aktivieren könnt ihr die Schnellzauberkarte Mystische Chaosbox, wenn euer Gegner eine oder mehrere andere eurer Karten als Ziel wählt. Dann könnt ihr die angewählte Karte auf die Hand zurückgeben, eine Karte auf dem Spielfeld zerstören (ohne zu zielen!) und dann sogar ein Monster, das Ritual von Licht und Finsternis von der Hand spezialbeschwören. Wir hingegen Mystische Chaosbox durch eine gegnerische Karte zerstört, dürft ihr sogar ein entsprechendes Ritualmonster vom Deck oder der Hand beschwören! 

Diese Karte mag nur eine Common sein, ist aber ungemein stark und erlaubt es euch, gegnerische Effekte in eigenen, enormen Kartenvorteil umzuwandeln. Ich verstehe ehrlich gesagt gar nicht, wieso so viele Builds sie nicht spielen. 

Magische Chaoshüte

Auch die Magischen Hüte bekommen einen neuen Boost in Gestalt von Magische Chaoshüte. Und dieser Effekt ist wirklich witzig: Aktivieren könnt ihr die Schnellzauberkarte, wenn der Gegner einen Monstereffekt oder eine Normale Zauber- oder Fallenkarte aktiviert. Dann nehmt ihr drei unterschiedliche Zauber- oder Fallenkarten vom Deck und ein Monster, das Ritual von Licht und Finsternis im Kartentext erwähnt, aus eurer Main-Monsterzone. Aus den Zauber- und Fallenkarten werden dann verdeckte Spielmarken und auch das Monster wird verdeckt, dann werden die Karten gemischt und der gegnerische Karteneffekt ändert sich und muss nun eine der verdeckten Karten zerstören. In jedem Fall habt ihr ordentlich Feldpräsenz, mit der ihr weiterarbeiten könnt und erhaltet so gezielten Zugriff auf passende Zauber- und Fallenkarten, die ihr so in den Friedhof bekommt und gerade im Fall von Ritual von Licht und Finsternis ist das ja durchaus gewünscht. 

Gedankenvermischung

Episch geht es auch weiter mit der wichtigen Fallenkarte Gedankenvermischung, die ihr üblicherweise zweimal spielen solltet und die ihr ja problemlos suchen könnt.

Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers könnt ihr euch ein Monster, das die besagte Ritualzauberkarte erwähnt, vom Deck auf die Hand holen und dann eine Karte abwerfen. Mit Gedankenvermischung könnt ihr außerdem auf gegnerische Effekte reagieren, indem ihr ein Monster der Stufe 7 oder höher vom Deck auf die Hand zurückgebt. Danach beschwört ihr von der Hand ein Monster, das ebenfalls das Ritual von Licht und Finsternis erwähnt, von der Hand, aber natürlich nicht das Monster, das ihr erst zurückgegeben habt. Dieser Effekt ist nicht once per turn und so können Magier des dunklen Chaos – Schwarzes Chaos und Schwarz glänzender Soldat – Soldat des Lichts und der Finsternis immer wieder den Platz tauschen und sich gegenseitig abwechseln. Das zusammen mit dem sowieso schon bemerkenswerten Schutz der beiden Monster, hat der Gegner echte Probleme, zumal der Magier und der Soldat ja auch über beachtliche Angriffswerte verfügen. 

Deckbau

Die zentralen Karten des Themas kennt ihr jetzt, sprechen wir also als nächstes über den Deckbau. Die Ratios hier sind Empfehlungen, die sich aktuell so zu etablieren scheinen, aber sicherlich ist das Deck noch nicht vollends analysiert, sodass sich hier vielleicht auch noch was ändern kann. 

Wenn ihr genug Geld habt, dann legt euch doch Gefallener des weißen Drachen zu, denn das Deck spielt gerne eine kleine Albaz-Engine. Klar, der Chaos-Deckcore ist nun auch nicht gerade günstig und recht groß, aber wenn ihr das Budget habt, ist es hier gut investiert. Auf diese Weise gewinnt ihr an Startern und habt Zugriff auf Der Gefallene und die Tugendhafte. Alternativ könnt ihr aber auch Seelenresonator spielen, das ist sehr viel günstiger – aber eben auch nicht ganz so stark. 

Beim Extra Deck seid ihr sehr frei, das seht ihr ja. Ihr habt den Platz für ein großes Superpoly-Package und einige Slots braucht ihr bekanntlich auch, wenn ihr Der Gefallene und die Tugendhafte spielt. Abgesehen davon: tobt euch aus!

Zeit für ein Duell!

Ich hadere immer, ob ich bei meinen Deckprofilen auch immer über Combos sprechen soll. Einerseits möchte ich euch die Möglichkeiten der Decks, die ich vorstelle, nicht vorenthalten, andererseits sind verschriftlichte Combo-Guides auch einfach immer eine sperrige Sache. Hier nun war die Entscheidung dankbar einfach, denn die Standard-Combo ist kurz und das Endboard wirkt erst mal nach nicht viel. Das liegt aber daran, dass ihr auch im gegnerischen Spielzug viel mitspielt. 

In eurem Zug

Für eure One-Card-Combo braucht ihr erst einmal Griffoh, deswegen spielt ihr den auch dreimal. 

Werft also Griffoh ab und setzt euch die Falle Gedankenvermischung, die ihr Griffoh sei Dank dann auch direkt aktivieren könnt. 

Zur Erinnerung: Mit Gedankenvermischung könnt ihr eurer Hand ein Monster des neuen Archetypes vom Deck hinzufügen und müsst dann eine Karte abwerfen. Für beides wählt ihr den neuen Beauftragten der Dämonen, Schädel-Erzunterweltler des Chaos.

Wird der nämlich abgeworfen, dürft ihr die Zauberkarte Ritual von Licht und Finsternis auf den Friedhof legen und euch Magier des dunklen Chaos – Schwarzes Chaos aus dem Deck suchen.

Nun aktivieren wir den Recycling-Effekt der Ritualzauberkarte im Friedhof und nehmen sie selbst und den Schädel-Erzunterweltler zurück auf die Hand. Und ich denke, ihr ahnt schon, was kommt: 

Wir führen eine ganz klassische Ritualbeschwörung durch und nutzen als Material unseren Griffoh im Friedhof. So beschwören wir unseren Magier des dunklen Chaos, der uns dann auch noch eine Zauberkarte (im Zweifelsfall die Ritualzauberkarte) zurück auf die Hand holen kann. 

Unser Endboard besteht also nur aus der Fallenkarte Gedankenverbindung und dem Ritualmonster Magier des dunklen Chaos – Schwarzes Chaos. Das klingt erst einmal nach nicht viel, ist aber in Wirklichkeit total gut und das aus mehreren Gründen:

Ihr seid sicher vor Nibiru, das Urwesen, da ihr ja nur ein Monster beschwört. Und auch Mulreizendes Fuwalos funktioniert nicht, weil ihr keine Beschwörungen aus dem Extra Deck durchführt. Unendliche Unbeständigkeit oder Effektverschleierin? Nutzlos, weil ihr keine unverzichtbaren Monstereffekte auf dem Feld aktiviert. 

Außerdem schafft dieses Endboard die idealen Bedingungen, um im gegnerischen Spielzug dann so richtig mitspielen zu können. 

Im gegnerischen Zug

Im gegnerischen Spielzug tun wir etwas ganz Ähnliches wie in unserem eigenen Zug zuvor: Wir aktivieren den Sucheffekt von Gedankenvermischung, suchen uns dieses Mal aber Griffoh. Und erneut werfen wir den Schädel-Erzunterweltler ab. 

Dadurch dürfen wir eine weitere Kopie der Ritualzauberkarte vom Deck auf den Friedhof legen und suchen uns nun unser anderes Ritualmonster, Schwarz glänzender Soldat – Soldat des Lichts und der Finsternis.

Erneut werfen wir dann Griffoh ab und setzen uns dieses Mal die Schnellzauberkarte Magische Chaoshüte, die ihr nach Belieben auch in diesem Spielzug noch aktivieren könnt. 

Resümieren wir kurz: Ihr habt einen zusätzlichen Schutz auf dem Feld in Gestalt der Chaoshüte. Ihr verfügt über eine super nervige Fallenkarte, die der Gegner nicht zerstören kann, da sie durch den Effekt des Magiers des dunklen Chaos geschützt ist. Und ihr verfügt über eine Monsterkarte, die von jedweden gegnerischen Effekten unberührt bleibt, es sei denn, diese zielen. 

Wenn nun aber Magier des dunklen Chaos als Ziel für einen Karteneffekt gewählt wird, könnt ihr ihn durch Gedankenvermischung zurück auf die Hand nehmen und stattdessen Schwarz glänzender Soldat – Soldat des Lichts und der Finsternis beschwören, der dann seinerseits eine Karte auf dem Feld verbannen kann. Und da dieser Effekt von Gedankenvermischung nicht once per turn ist sondern nur once per chain, könnt ihr die beiden so oft ihr wollt hin und her wechseln. Und natürlich könnt ihr bei einer erneuten Beschwörung des Magiers auch wieder eine Zauberkarte vom Friedhof recyceln. 

Ihr seht, dass ihr mit diesem Deck nicht groß auf Negates setzt oder euer Feld mit starken Monstern überflutet. Stattdessen sind die Spielzüge eher simpel, aber was hier allein mit einer Karte möglich ist, ist immens und ihr habt ja noch vier weitere Karten auf der Hand, um dem Gegner zuzusetzen. Zwei derart starke Monster, die so gut geschützt sind und zusätzlich auch noch die Zauber- und Fallenkarten schützen können, das ist beileibe nicht zu unterschätzen. 

Wie gut wird dieses Deck?

Die Einordnung dieses Decks ist derzeit noch etwas schwierig. Einige sehen hier einen neuen Meta-Contender, andere ordnen das neue Chaosdeck eher im Rogue- oder bestenfalls im Tier 2 Bereich ein. Wie sich das Deck hierzulande etablieren wird, werden die Zeit und die nächsten Turniere zeigen. Wenn der Artikel erscheint, ist die Europa-Meisterschaft schon vorbei und vielleicht sind wir mittlerweile schon schlauer. 

Ich persönlich werde das neue Yugi-Deck aber auf jeden Fall spielen und das hat mehrere Gründe: 

Der erste ist rein persönlicher und daher unsachlicher Natur: Ich liebe Yugis Deck im Königreich der Duellanten. Klar, die Regeln waren damals eher Empfehlungen und an Kreativität bei deren Auslegung hat es dem Anime nie gemangelt, aber Yugis Deck war einfach voll mit coolen Karten und die epischsten Beschwörungen kamen irgendwie halt meistens von Yugi. Dass die jetzt allesamt eine Neuauflage bekommen und dann tatsächlich nützlich und wirklich spielbar sind, freut mich ungemein. Nur etwas mehr OG-Chaosfeeling hätte ich mir gewünscht, etwa durch einen neuen Chaos-Imperatordrache oder ein stabileres LICHT-Lineup. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. 

Von persönlichen Präferenzen einmal abgesehen gefällt es mir, dass das Deck keine stundenlange Combo durchführt und am Ende eine Flut an Karten aktiviert und das halbe Deck durchgespielt hat. Das kann auch ganz cool sein und ich habe es bei Dark World geliebt, wenn ich in einem Zug mein gesamtes Deck gezogen habe, aber im Sinne einer gesunden Spieldynamik sind kürzere Züge schon die sinnvollere Wahl. 

Wenn jetzt halt nur die Sache mit dem Preis nicht wäre. Eigentlich gibt es nur eine wirklich teure Karte und das ist Schwarzes Chaos. Klar, für eine Ultra Rare ist auch Griffoh nicht sooo günstig, aber die drei Exemplare Schwarzes Chaos sind schon eine Hausnummer. Der Rest hingegen ist angenehm günstig, wenn man von der kleinen Branded-Engine einmal absieht, die aber ja nicht zwingend gespielt werden muss. 

Auch wenn der Chaos-Core einigen Platz im Deck benötigt, habt ihr immer noch endlos Platz für Handtraps und Boardbreaker. Euer Extra Deck könnt ihr weitgehend frei gestalten, weshalb auch nichts dagegen spricht, Superpolymerisation und die entsprechenden Fusionen im Extra Deck zu spielen. 

Aus diesem Grund könnt ihr auch die neue Handtrap Fydraulis Harmonia zusammen mit einem garstigen Synchro-Packet spielen, nur das ist dann preislich halt wirklich noch mal ein ordentlicher Batzen. Da ihr euer Extra Deck aber quasi nicht benötigt, seid ihr hier maximal flexibel. Da ihr aber Schädel-Erzunterweltler des Chaos und Keltenmystiker spielt, solltet ihr unbedingt Chaosengel spielen, den könnt ihr hier nämlich recht simpel bauen. Der Rest ist aber variabel.

Ihr seht also, dass dieses Deck Retro-Charme mit aktuell ernsthafter Spielstrategie verknüpft. Retro verkauft sich immer gut und wenn dann noch eine angemessene Spielstärke hinzukommt, dann hat die Konamiküche mal wieder einen echten Leckerbissen für uns gekocht. Ihr müsst nur noch zugreifen!

Euer

Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

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