Magic – Ravnica Allegiance Set Review (Farblos und Fazit)

Herzlich willkommen zum letzten Teil meiner Review zu Ravnica Allegiance. Neben Artefakten und Ländern werde ich euch auch wieder ein kurzes Fazit geben.

Glass of the Guildpact

Die ultimative Fensterscheibe ist recht interessant: Normalerweise gibt es zwar nur sehr wenige gute Kreaturen mit niedrigen Manakosten in zwei Farben, aber Ravnica bringt mit den Orzhov und den Selesnya zwei Gilden, die gerne mal zweifarbige Token generieren. Ich persönlich glaube jedoch nicht, dass das reicht, um die Scheibe aktuell in irgendeinem Magic Deck zu spielen.

Tome of the Guildpact

Fünf Mana sind im Standard viel zu viel für Ramp, auch wenn der Effekt ganz gut ist. Interessanter ist die Magic Karte im EDH: Dort zieht man recht schnell drei oder vier Karten und Manarocks sind immer gut, auch für so viel Mana. Damit ist dieses Büchlein ein Fall für eure Bibliothek im EDH, aber mehr auch nicht.

Gate Colossus

Mittlerweile hoffe ich irgendwie, dass Gates auf einem Turnier etwas reißen, damit ich nicht mehr sagen muss: Gates sind schlecht!

Scrabbling Claws

Netter Reprint für’s Sideboard im Standard, kann Golgari Findbroker kontern.

Sphinx of the Guildpact

Transguild Courier ist wieder da, und wieder ebenso interessant wie unspielbar. Bestimmt findet man in irgendeinem EDH-Deck eine Verwendung für die fünffarbige Kreatur, aber das ist mehr ein lustiges Gimmick als eine ernstzunehmende Karte.

Lockets (Orzhov Locket, Azorius Locket, Rakdos Locket, Gruul Locket und Simic Locket)

Wie schon bei Guilds of Ravnica gilt: In EDH sind sie ganz nett, obwohl es bessere Alternativen gibt. Im Standard und sonst überall sind sie aber kaum spielbar.

Shocklands (Godless Shrine, Hallowed Fountain, Blood Crypt, Stomping Ground und Breeding Pool)

Essentiell für Standard und Modern, hervorragend im EDH, mies im Limited. Zur Stärke von Shocklands wurde schon genug gesagt, aber da ihr mittlerweile drei verschiedene Artworks für jedes zur Auswahl habt, sag ich mal was zu diesen:

Bei Godless Shrine ist mir das neueste Arwork sehr sympathisch. Die vorherigen beiden waren zwar gut, aber das leichte Lila hat in meinen Augen nie so recht zu den Orzhov gepasst.

Hallowed Fountain ist mittlerweile sehr futuristisch geworden, in Dissension waren die Gebäude noch sehr altertümlich. Für Freunde des futuristischen Looks ist das bestimmt cool, aber ich persönlich bevorzuge das ganz Alte.

Bei Blood Crypt bevorzuge ich die Folterkammer aus Return to Ravnica. Das neue Artwork bringt mit den Käfigen zwar auch schön das Wesen der Rakdos zum Ausdruck, ist dabei aber etwas weniger explizit. Dissension fand ich ziemlich generisch, weshalb das mein letzter Platz ist.

Stomping Ground finde ich schwierig: Die Vögel im Hintergrund hauchen dem neuen Artwork viel mehr Leben ein, als die beiden Älteren, aber dieses rote Glühen (Lava?) unter den Bäumen ist für Gruul in meinen Augen etwas deplatziert. Für ein generisches Deck in den Farben passt es, für den Clan nicht so sehr. Das alte Artwork aus Guildpact wirkt auf mich viel schöner, aber auch etwas leblos, gleiches gilt für Gatecrash.

Den Breeding Pool aus Gatecrash habe ich schon immer gehasst, daher ist der alte aus Dissension die einzige Konkurrenz für den Neuen. Ich muss sagen, die Entscheidung fällt etwas schwer: Das Artwork aus Dissension drückt zwar in meinen Augen besser die ganzen biologischen Experimente der Simic aus, aber das neue Artwork ist so wunderbar symmetrisch und passt farblich einfach perfekt. Für die Fans der Lore dieser Gilde würde ich eher noch das Alte empfehlen, aber das neue Artwork ist für sich genommen in meinen Augen das hübscheste.

Plaza of Harmony

Die „neuen“ fünf Guildgates erwähne ich mal nicht, wohl aber dieses Stück Support: Die Plaza hilft dem Deck durch Lifegain, gegen schnellere (also fast alle) Decks anzukommen und bietet hervorragendes Colourfixing. Gute Karte, aber (und das sage ich jetzt zu letzten Mal in dieser Review) es sind immer noch Gates. Das Deck ist nicht gut…

Gateway Plaza

Klar, die Karte ist nicht gut und bei einer Common erwarte ich spielerisch nichts. Trotzdem finde ich es wirklich enttäuschend, dass man für einen Reprint nach einem Set kein neues Artwork in Auftrag gegeben hat. Man hätte die gleiche Szenerie irgendwie zerstört darstellen können, oder eine andere Art von Gateway zeichnen können. Bisschen schade, aber ich bin vermutlich auch der einzige, den das stört.

Artworks

Um zum Abschluss mal ein paar meiner Lieblingsartworks zu nennen:

Tenth District Veteran für die wunderbar klar gewählten Farben, die perfekt zum Kartenrahmen passen;

Shimmer of Possibility wieder aufgrund der Farbgebung, die sich außen an den Kartenrahmen anpasst, im Zentrum aber das Licht der Herbstsonne auf die „Action“ fokussiert;

Saruli Caretaker, weil die Karte mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass der Stil von Howard Lyon irgendwann an Legenden wie Rebecca Guay oder Terese Nielsen anknüpfen könnte;

Eyes Everywhere, weil mir abstrakte Motive in normalen Sets viel zu selten geworden sind;

Gate Colossus für die Idee des Kindes, welches zum Idealbild von Ravnica aufblickt und damit auch irgendwie die (hoffnungsvolle) Zukunft der Ebene präsentiert;
Lavinia, Azorius Renegade als Möglichkeit, die strahlenden Azorius mal anders zu zeigen, nämlich versteckt unter Kapuzen in der Unterwelt, mit hektischem Blick, ob jemand die einstige Hüterin des Rechts verfolgen könnte;
Hero of Precinct One, weil sie wunderbar zeigt, was ein Held ist: Ein Wesen, welches sich in den dunkelsten Zeiten erhebt und andere inspiriert, hinter ihm zu stehen;und zu guter Letzt Seraph of the Scales, weil ich das Konzept des Engels, der zwischen Gut und Böse steht, und hier ähnlich wie Osiris im alten Ägypten mit der Waagschale einen Richter symbolisiert, einfach liebe.

Fazit

Eines vorweg: Es gibt wieder eine Mythic Edition. Meine (ausgesprochen negative) Meinung dazu könnt ihr im Detail in der Review zu Guilds of Ravnica lesen, aber hier noch einmal die Kurzfassung: Es ist ein Produkt, welches interessante Ansätze durch einen völlig überhöhten Preis vollkommen zerstört, dadurch mehr einen unangenehmen Beigeschmack als einen Bonus zum Set darstellt und stellvertretend für eine kundenunfreundliche Geschäftspolitik steht.

Ravnica Allegiance ist ein gutes Set. Es gibt spielstarke Karten für verschiedene Decks, besonders auch für Modern, welche auf alle Seltenheitsgrade verteilt sind. Mit Karten wie Pestilent Spirit oder Sphinx of Foresight zeigen die Entwickler auch, dass ihre Kreativität noch lange nicht am Ende angekommen ist.

Die Gilden sind schön umgesetzt und man erkennt bei den entsprechenden Karten allein am Artwork sofort, bei wem man gelandet ist. Das Konzept der gigantischen Stadt findet auf fast allen Karten Anwendung, was den Flavour nochmals verdichtet. Für mich persönlich war Ravnica immer irgendwie das Set der entsättigten Farben: Es gab zwar mit den Motiven immer farbige Ausbrüche, aber das Grau der Gebäude im alteuropäischen Stil hat sehr viel beigetragen. So wirkten die Motive immer irgendwie verdächtig, schließlich passten sie nicht in die Tristess der grauen Stadt. Das passt nur zu gut zur Story, schließlich plant gefühlt jede Gilde gegen jede andere eine Verschwörung.

Wenn man etwas an dem Set kritisieren will, dann vielleicht, dass es nicht die eine Karte (Assassin’s Trophy) gibt, die jeder haben will. Ich persönlich finde das aber ganz gut, so haben auch andere Karten, eine Möglichkeit zu glänzen, wenn man ein  Ravnica Allegiance Booster öffnet. Die Artworks sind großartig, es gibt gute Karten in jeder Rarity, Flavour ist auch da, also bleibt nur eins zu sagen: Wie auch zuvor bei Guilds of Ravnica spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus!

Ihr hört dann spätestens beim nächsten Set wieder von mir. Bis dahin bedanke ich mich fürs Lesen und wünsche euch alles Gute sowie immer genug Mana für einen Counterspell!

Euer Berkut

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