Yugioh – Banlist Predictions für die zweite 2017 Hälfte

Ein herzliches Willkommen und mein aufrichtiges Beileid an alle, die das hier lesen. Denn wenn ihr das hier lest, kann dies nur eines bedeuten: Konami hat sich wieder die Schimpansen aus dem nächstbesten Zoo in Tokyo geliehen, um aus ihren kryptischen Gesten die nächste Banlist zu ermitteln. Das ist zwar ein Fortschritt, aber nur vom Orakelwürfeln mit Knochen aus betrachtet. Die letzte Banlist ist nun wieder drei Monate her und bisher hat man sich im allgemeinen viel Zeit damit gelassen, die Einschränkungen auf das neue Format anzupassen.

Neben der Problematik, dass ein alteingesessener Archetype (Na los, ratet welcher!) die Turnierszene weiterhin mit eiserner Faust umklammert hält, wie man es auf der YCS Toronto gesehen hat, schlagen Konamis neue Archetypes etwa mit der Kraft eines halbherzig geworfenen feuchten Schwamms ein. Das einzige Yugioh Deck, das halbwegs zu funktionieren scheint, sind Stargrails und auch die haben so ihre Probleme mit den Bricks, die ihr Deck zwangsweise aufnehmen muss. Zwar erwarten wir noch ein Upgrade auf sie, allerdings befindet sich das Spiel gerade an einer anderen Schwelle. Ebenfalls erwarten wir den recht optimistisch erhofften Archetype der Magibullets sowie zwei Linkmonster für die TCG-exklusiven Archetypes Unterterror und SPIORAL, wobei vor allem letzteres höchstwahrscheinlich durch besagtes Monster vom Rogue in den Topmeta-Status katapultiert werden wird.

Doch zurück zum Thema – die Banlist. Was liest Konami wohl aus dem Nasebohren eines Primaten? – Spaß beiseite, unser Lieblingskonzern hat mehrere Möglichkeiten die aktuelle Turnierszene grundlegend umzukrempeln, allerdings bleibt es wie immer ihnen überlassen wie. Hier jedenfalls habt ihr meine Vermutungen für die Neuauslegung der (hoffentlich..) September 2017 Banlist, zwar nicht von einem Schimpansen geschrieben, aber wahrscheinlich dennoch „monkey business“ im Vergleich zu dem, was Konami am Ende tatsächlich zu Papier bringen wird. Viel Spaß..

Zoodiac Drident

Die meisten Leute sind sich einig, dass gegen Zoodiacs etwas unternommen werden muss. Seit ihrem Release in Raging Tempest hat das Deck gnadenlos die Turnierszene beherrscht und stellenweise bestanden gesamte Standings der oberen Plätze ausschließlich aus diesem Deck – oder Abwandlungen davon. Konami Europe konnte sich allerdings aufgrund dieses Deckpotenzials keine ernst zu nehmenden Schläge gegen das Deck erlauben – finanzielle Einbrüche und missmutige Topinvestoren (und Unterhändler) wären das Ergebnis gewesen. Stattdessen wurden einige halbgare Optionen durchgeführt: Die Limitierung von Terrortop, um M-X Säbel Beschwörer einzuschränken, die Semi-Limitierung von Ratte, welches durch den Anstoß zur Änderung der Spielweise jedoch zu den Fusion Substitute Combos geführt und das Deck eher verstärkt hat und schließlich das Verbot von Norden, um besagten Fusionsub-Combos ein Ende zu bereiten.

Nicht einmal die Einführung des Linkformats hat das Deck großartig eingeschränkt, kann es doch immer noch aus einer einzelnen Yugioh Karte Missus Radiant + Drident beziehungsweise Drident + Hammerkong bauen und mit nur zwei Karten sogar schon ein Linkmonster, Drident sowie einen beliebigen R4NK. Die Tatsache, dass vom Friedhof beschworene Monster nicht in eine Extra-Monster oder verlinkte Zone müssen, nutzt das Deck hierbei mithilfe von Zoodiak Chakanine vollständig zu seinem Vorteil aus.

Meiner Meinung nach existieren drei sinnvolle Stellen, an denen das Deck abgeschwächt werden könnte. Auch wenn es übermächtig ist, würde ich es bevorzugen, wenn Konami es nicht komplett abtötet (unter anderem auch, weil ich selber eine Zoo-Variante spiele..) aber eine Einschränkung sehe ich ebenfalls als notwendig. Die einfachste Lösung wäre es, Drident zu verbieten, denn ohne Bossmonster ist das Deck nicht mehr in der Lage, im gegnerischen Zug zu reagieren, was es komplett schutzlos hinstellen würde. Ich auf der anderen Seite plädiere eher für eine Limitierung von Drident. So bleibt ein Bossmonster vorhanden, dass jedoch nun entsprechend geschützt oder aufwändig mit Chakanine recycelt werden muss.

Doch wie ich erwähnt hatte, existieren weitere Punkte an denen angesetzt werden kann, darunter…

Zoodiak Chakanine

Der Fakt, dass das von den Zoodiacs verwendete Linkmonster, Missus Radiant, zwei ERDE Monster erfordert, hat Zoodiak Chakanine im Linkformat noch wichtiger gemacht, als sie es ohnehin schon gewesen ist. Dies und ihre Fähigkeit nach einem Boardwipe (vorausgesetzt auf dem Board befand sich eine Drident) eine einzige Normalbeschwörung in zwei Dridents zu verwandeln (XYZ in z.B. Eberbogen, XYZ in Chakanine, Eberbogen abhängen, Drident aus dem Friedhof beschwören, XYZ in Tigermörser, Chakanine abhängen und ein Material an die grade beschworene Drident anhängen, dann XYZ mit einer zweiten Drident über Tigermörser) haben Chakanine zu einem unschätzbar wertvollen Monster für den Archetype gemacht. Ein Hit gegen sie wäre jedoch meiner Meinung nach nur dann sinnvoll, wenn der Rest des Decks unangetastet bleibt, sie aber dafür verboten wird. Dies würde sowohl das Swarming- als auch das Erholungspotenzial des Decks stark dämpfen. Eine andere Möglichkeit das Swarming einzuschränken wäre ein Hit gegen…

Zoodiak-Sperrfeuer

Zoodiak Sperrfeuer bildet eine der zentralen Stützen des Zoodiac-Archetypes. Nicht nur dient es als ein zusätzlicher Sucher/Playmaker, welcher nicht die Normalbeschwörung verbraucht, sondern kann einen durch Chakanine beschworenen Zoodiac Ramram zerstören und so nicht nur die Spezialbeschwörung von einem, sondern, durch Ramrams Effekt, von zwei Monstern ermöglichen! Davon komplett abgesehen harmoniert sie wundervoll mit dem Archetype, mit dem Zoodiac in der letzten Zeit besonders häufig kombiniert wird: True Dracos. Als permanente Zauberkarte kann Sperrfeuer als Feuermaterial für Master-Peaces crush-Effekt oder im Notfall, bzw. falls man eine zweite nachzieht und keine Rasseklinge zur Hand hat, als Tributmaterial dienen. Eine Einschränkung bei dieser Karte ist variabel, dennoch rechne ich eher mit einer Limitierung oder einem Verbot.

Ein vorheriger Hit des Archetypes wie im OCG, sprich ein Verbot von Breitbulle, Barrage und Drident schien vorher eher unwahrscheinlich, aufgrund der doch sehr differenzierenden Seltenheitsgrade der Karten im Lande der aufgehenden Sonne und hier drüben bei uns – eine Differenz, welche jedoch (Werttechnisch jedenfalls) durch den Mega Tin 2017 Reprint wettgemacht wurde. In anderen Worten sollten sich alle Zoodiac-Spieler ohne Alternativen vorsichtshalber schon einmal nach etwas Neuem umsehen. Doch wo wir gerade von Reprints sprechen, es stehen noch zwei weitere Karten zur Diskussion aus, deren Posten sich allerdings eher durch OCG-Hits rechtfertigen. Auch haben diese zwei Karten keinen Reprint erhalten und zumindest eine von ihnen ist noch relativ teuer, was einen Hit für mich unwahrscheinlich macht. Doch sehen wir sie uns erst einmal an:

Dragonische Darstellung

In Japan eine Common – bei uns immer noch eine rund 30 Euro teure Secret Rare. In Japan ebenfalls limitiert, bei uns unlimitiert. Ein Hit dieser Karte kam ins Gespräch, einmal da sie ganz simpel der Searcher eines starken Archetypes mit gehörigem Pluspotenzial ist und zweimal wegen ihrer bereits erwähnten Limitierung im OCG. Ein Hit dieser Karte ist zwar möglich, erscheint mir aber dennoch recht unwahrscheinlich, und das aus mehreren Gründen. Erstens sind diese Karte und Ash der Grund, warum Leute noch MACR-Displays kaufen – es rentiert sich finanziell. Zweitens sind True Dracos selbst in ihrer stärksten, reinen Form – Demise True Dracos – nicht stark genug, um Zoodiacs aus den auch nur erweiterten Tops zu verdrängen. Wenn es einen Grund gäbe, diese Karte zu hitten, dann bestünde er darin, dass sie zu gut mit Zoodiac Ramram harmoniert. Wenn nun allerdings der Zoodiac Archetype sowieso gehittet wird, entfällt dieser Grund für mich.

Komplett davon abgesehen wäre es wirklich unpraktisch die nachfolgende Topmeta – Dinos (sollten Zoodiac und True Draco anderweitig komplett lahmgelegt werden) einer ihrer wichtigsten Playmaker-Karten zu berauben.

Master Peace, der wahre Drachoschlacht-König

Auch diese Karte möchte ich kurz ansprechen, da Master Peace ebenfalls im OCG seine Flügel gestutzt bekommen hat – in Form einer Limitierung. Ich persönlich erwähne ihn jedoch aus gutem Grund als letztes, weil ein Hit gegen ihn mir am unwahrscheinlichsten erscheint. Sollte tatsächlich ein Hit gegen ihn ausgeführt werden, hätte dieser die geringsten Auswirkungen. Die meisten True-Draco Spieler verwenden ohnehin nur einen, maximal zwei Master Peace, weshalb eine Limitierung oder Semi-Limitierung so gut wie keine Auswirkungen hätte. Der Vollständigkeit halber sei er hier aber trotzdem erwähnt.

Das war es erst einmal wieder von mir, haltet wie immer die Ohren steif und die Hand verdeckt – wir sehen uns beim nächsten Artikel.

M-Luka

Über M-Luka

Student aus NRW, seit 9 Jahren leidenschaftlicher Duellant.

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