Yugioh – Das letzte Meta Ranking für 2017!

Ave Gladiatores und damit herzlich Willkommen zum großen Countdown, zum grandé Finale, zum letzten Meta Ranking dieses Jahres! Während ihr hinter eurem winterlich verschneiten Fenster sitzt, einen heißen Tee oder – für die angesichts der Meta etwas Verzweifelteren unter euch – einen heißen Eierpunsch mit einem halben Löffel Kokain darin eingerührt schlürft, vergesst nicht eure Wunschliste aufzuschreiben! Denn wer weiß, vielleicht findet sich in dieser Liste ja doch die ein oder andere Überraschung, die den Winter Blues etwas auflockern kann.

Nachdem die letzten großen Events dieses Jahres mit der YCS Prag und der YCS Buenos Aires verflogen sind, sind die Positionen der jeweiligen Yugioh Decks mehr oder minder in Stein gemeißelt. Nur einige wenige Regional Qualifiers verbleiben noch in diesem Jahr, bevor wir uns den Inhalten von 2018 widmen, an dessen Beginn uns direkt im Februar die allgemein vertraute YCS Bochum winkt. Vielleicht trifft man sich ja dort!

Was die restlichen Updates angeht, so werden wir dieses Jahr eine recht magere Restausbeute haben. Vor kurzem wurde beispielsweise eine Enttäuschung, besser bekannt als OTS Pack 6 veröffentlicht. Die Yugioh Karten dieses Packs, welche neben den Ultimate Rares ohne wenn und aber als „gut“ oder auch nur „halbwegs nachvollziehbar“ bezeichnet werden können, kann jemand, der an Silvester mit Böllern spielt, an einer Hand abzählen. In anderen Worten: Wenige. Sehr wenige. Eine gute Nachricht für viele Budget-Spieler war hingegen die Ankündigung der Legendary Collection: Kaiba, einem Foil-only set, welches unter anderem Reprints für Kauz & Schlossvogel sowie Karte des Untergangs liefern wird.

Schließlich muss noch erwähnt werden, dass uns hier im TCG das Äquivalent des fernöstlichen Premium Pack 20 erwarten wird, oder zumindest ein Pack welches dessen debattierbar verwendbaren Inhalt zu uns rüberschiffen wird: Legendary Duelists: Ancient Millennium. Ein Pack welches mich mit einer kritischen Dosis gesunder Skepsis versorgt, wenn man daran denkt wie überragend das letzte „Legendary Duelists“ Set war.

Doch genug der einleitenden Worte, ich habe ein Meta-Ranking versprochen und jetzt gibt es auch eins! Wir steigen ein mit Platz…

10 – Lost World Dino

Na schau mal einer an wer die Apokalypse überlebt hat! Nach der absolut brutalen Präventivzerstörung von True King Dinos im TCG erlebt das Deck tatsächlich einen neuen Frühling und stellt gegen die aktuelle Meta einen respektablen Gegner dar, denn eine Sache darf man nicht vergessen: Mit verdeckten Monstern kann keine Linkbeschwörung durchgeführt werden. Nachdem die True King Variante wie geschildert ihre komplette Effektivität darauf beschränken musste, im ersten Zug irgendwie einen Wahren König aller Katastrophen auf das Feld zu zaubern, hat diese Variante die Oberhand übernommen. Lost World Dinos fokussieren sich zu hundert Prozent auf den besagten Feldzauber Lost World, sowie die Falle Survival’s End, welche in Kombination mit Törichte Begräbnisbeigaben eine erstaunliche Effektivität an den Tag legt.

Ein kluger Kopf hat es mit dieser Variante sogar in die Top 32 der YCS Prag geschafft, und das mit nur einer Ash Blossom & Joyous Spring sowie einem Evenly Matched! Wer in diesen Tagen ins kompetetive Spiel einsteigen möchte, sich nach einem Budget richten muss und unter Arkanophobie leidet, kann sich die prähistorischen Gesellen definitiv einmal näher ansehen.

9 – Paleozoic Frogs

Vertrieben, verdrängt, von Evenly Matched im Alleingang besiegt. Die jüngste Geschichte dieses ab Invasion: Vengeance vertretenen Hybriden ist nicht grade die fröhlichste, aber dennoch hält er sich wacker in der Meta. Davon abgesehen, dass man das Deck immer wieder toppen sieht (und sehen wird, solange Toadally Awesome existiert) hat die massig vorhandene Negation des Decks nichts von ihrer Wirksamkeit eingebüßt, im Gegenteil! Der Release von Mistar Boy hat den feuchten Kumpanen direkt in die Hände (Schwimmhäute? Flossen?) gespielt und interessanterweise keimt in der letzten Zeit eine neue, unter Umständen deutlich explosivere Version auf, die eine weitere Engine in sich aufnimmt: Paleozoic Nimble Frogs, welche seit dem Release von Nimble Beaver in Circuit Break möglich ist.

Ein weiterer Vorteil ist, dass niemand mehr wirklich mit diesem Matchup rechnet. Denko Sekka wurde längst fristlos aus den Side Decks entlassen, und somit könnt ihr euch mit diesem feuchtfröhlichen Haufen auf einem Turnier heimlich anschleichen und… naja das machen, wozu eine 12 Centimeter große Amphibie eben in der Lage ist.

8 – Lightsworn

Eines der beliebtesten Decks der niedrigeren Tiers und momentan sogar eines der billigsten! Der Reprint von Edelstein-Ritter Granat und Edelstein-Ritter Seraphnit als Common war einer der positiveren Aspekte des OTS 6 Packs, da dies den ohnehin schon günstigen Preis von Lightsworn noch etwas weiter runter gedrückt hat. Somit kann nahezu jeder sich diesen beliebten und durchaus hübsch anzusehenden Archetype zeitig unter den Nagel reißen. Davon abgesehen, dass eine 60 Karten Variante es bis ins Finale der YCS Prag geschafft hat, gibt es hierzu nicht allzu viel Neues zu sagen. Das Deck kann immer noch sehr potente Plays durchführen, bleibt aber weiterhin stark glücksabhängig, da man sowohl vernünftig Millen muss, als auch im Optimalfall keinen der sieben Bricks, welche das Deck standardmäßig verwenden muss, ziehen sollte. Generell kann man sagen, dass man bekommt, was man bezahlt. Und hier stimmt das Verhältnis einigermaßen.

7 – Infernoid

Es scheint, als kämen Mill-Decks wieder in Mode. Neben Lightsworn legt auch Infernoid ein recht stabiles Comeback hin, sowohl im OCG als zeitweilig einsamer Verteidiger gegen die SPYRAL-Übermacht, jedenfalls solange bis das LINK VRAINS Pack dort erschienen ist, als auch hier bei uns. Immer wieder in Top Cuts vertreten, egal ob 60 Karten Mill in Kombination mit Lightsworns, oder 40 Karten Control. Wenn das Resolven einer einzigen Fallenkarte, in diesem Falle Void Feast, zwei Negations sowie eine aufgepumpte D.D. Krähe plus Friedhofs-Setup beschert, sollte man sich besser keine Scherze erlauben. Lawnmowing Next Door bleibt zusätzlich eine nahezu sichere Win Condition, wenn es durchkommt und die 40 Karten Variante profitiert stark vom neuen Fire King Avatar Ganesha aus CIBR, welcher nebenbeibemerkt auch durch Feuerformation – Tenki suchbar ist.

Falls ihr also ein Fan der Lightsworn-Spielweise seid oder hobbymäßig auf Gartenarbeit auf fremder Leute Grundstück steht, wären die ‚Noids wohl einen zweiten Blick wert. An dieser Stelle würde ich einen „all-right“ Wortwitz im Bezug auf Left Arm Offering einbringen, welches euch Lawnmowing aus dem Deck sucht, allerdings funktioniert dieser Witz nur auf Englisch, darum tut mir einen Gefallen und denkt ihn euch dazu.

6 – Burning Abyss

Burning Abyss, kurz BA, muss mittlerweile vermutlich den Rekord für das am längsten metarelevante Deck aller Zeiten halten. In diesen Tagen wird es allerdings komplett auf Antimeta getrimmt. Es verwendet Karten wie Antimagischer Duft und Mistake im Maindeck und ist schlicht und ergreifend darauf abgestimmt, den Gegner so stark wie irgendwie möglich zu behindern. Eine Sache, die mir jedoch schleierhaft bleibt ist, warum das Deck plötzlich Meta wurde. Cherubini, Dark Angel of the Burning Abyss ist noch lange nicht erschienen und an der Banlist hat sich im Bezug auf dieses Deck speziell nichts geändert. Trotzdem hat es nach der Ankündigung des Link-Supports angefangen in YCS Top Cuts aufzutauchen. Ich schätze, dass das Update beim LINK VRAINS Pack die Leute einfach daran erinnert hat, dass dieser Archetype existiert.

Allerdings möchte ich hier auf den obligatorischen Fun-Fact Part einbringen: Wusstet ihr, dass Dante sich nicht nur selber standhaft jeder Banlist der letzten paar Jahre entzogen hat, sondern es anscheinend auch nicht ertragen konnte, seine eigene Metarelevanz zu verlieren? Denn er hat sich jedes Mal neu verkleidet und sich in vier weiteren Formen ins Game geschlichen:

Fullmetalfoes Alkahest, Number 59: Crooked Cook, Aleister the Invoker und Performapal Pendulum Sorcerer sind ihm eigenartigerweise wie aus dem Gesicht geschnitten. Glaubt ihr etwa Sorc trägt ohne Grund einen Schal? Oder Alkahest ist komplett ohne Sinn auf seinem eigenen Artwork in Vollverschleierung? Oh nein nein nein, wir sind hier etwas ganz großem auf der Spur! Hm. Mehrere Typen mit verschiedenen Haaren und Klamotten, die sich allerdings trotzdem zum Verwechseln ähnlich sehen.. Irgendwo habe ich das schon mal gehört, in einem ganz bestimmten Anime und Sammelkartenspiel.. ich komme einfach nur nicht drauf.. Naja, kann ja nicht so wichtig sein, machen wir lieber weiter mit..

5 – True Draco Invoked / True Draco Haufen

Es hat sich nichts geändert – Master Peace und Diagram sind weiterhin auf 3. Ersterer bleibt ein schwer zu outendes Bossmonster und die Ziehfähigkeit des Decks, welche durch die Draco-eigene Heritage sowie die Spellbook-Engine hervorgerufen wird, ermöglicht es ihm, problemfrei in Extender oder Handtraps nachzuziehen. Davon abgesehen hat True Draco aufgrund der recht platzsparenden Engine die Möglichkeit des Smokescreenings, sprich es kann eine gesamte Engine aus dem Side-Deck aufnehmen, um das Spiel sehr variabel dominieren zu können. Beispielsweise kann es eine komplette Invoked-Engine inklusive bis zu 7 Handtraps siden, wenn es entscheidet dem Gegner den Vorrang zu lassen. Alternativ kann es Karten wie The Monarchs Erupt, Skill Drain oder Imperial Order siden, selbst den ersten Schritt gehen und so den Gegner überraschen, der mit einem True Draco Invoked Matchup gerechnet und vielleicht nur dafür gesided hat.

Im allgemeinen ist das Deck eine sehr vielfältige Option und wird nach momentanen Aussichten auch noch lange ein Kontrahent in der Meta bleiben.

4 – ABC

Wieder zurück in die Relevanz gezogen durch Destrudo und Antiker Feendrache hat ABC selbst nie etwas von seiner Effektivität eingebüßt. Lediglich durch powercreep aus der damaligen Meta gedrängt, bliebt das Deck mit der indirekten Ausnahme von Setzrotation von den letzten Banlisten verschont. Das Deck selber setzt mehr auf Vielseitigkeit und ein breites Spektrum an Möglichkeiten, mit denen es den Gegner unter Druck setzen kann, vom namentlichen Drachenbuster bis hin zu Baguska. Immer wieder setzt sich ABC zurecht im Top Cut von Turnieren fest, denn alleine die Fähigkeit von Drachenbuster sich aufzuteilen, um im nächsten Zug kurzerhand erneut beschworen zu werden, kann für Decks ohne ein direktes Out wie Millionenfresser (nachdem man Busters ersten Effekt gebaitet hat natürlich) oder einen Kaiju zum Problem werden. Der einzige Schwachpunkt des Decks bleiben Karten wie Artefakt Lancea, die direkt Drachenbuster behindern oder Systemabsturz und Konsorten, welche seine Einzelteile entsorgen. Plus natürlich Geisterschnitter und Winterkirschen, aber nenne mir nur ein aufs Extradeck fokussierte Deck, welches davon nicht bedroht wird.

Wer noch einen Core davon herumliegen hat und schon immer eine Schwäche für Bauklötzchen hatte, kann mal einen Blick auf ABC-Listen werfen.

3 – Pendelmagier

Über dieses Deck habe ich hier schon so oft berichtet, ich weiß langsam wirklich nicht mehr, was ich noch schreiben soll. Es hat sich nichts geändert, das Deck besitzt weiterhin eine fantastische Konstanz, ungeheure Suchkraft und kann problemfrei Karten wie Psi-Hüllenlord Omega und Nummer 41: Baguska der Schrecklich müde Tapir verwenden. Davon abgesehen hat es Zugriff auf Supreme King Dragon Clear Wing, einen Raigeki auf Beinen und kann ohne jedwede Hintergedanken Topf der Begierden verwenden, da der Großteil der Karten des Decks mehrfach gespielt wird. An dieser Stelle sei auch Time Pendulumgraph bedacht, welcher die meisten Bedrohungen vom Feld räumen kann. Die einzigen Schwächen bleiben Antimagischer Duft sowie Kauz & Schloßvogel.

Pendelmagier sind und bleiben eine starke, effektive und vor allem sehr günstige Möglichkeit, in die kompetetive Szene einzusteigen.

2 – Trickstar

Ein Deck, welches erst seit den letzten paar YCS-Turnieren an größerer Popularität gewonnen hat sind die Trickstars. Die meisten Leute sind mit diesen nach Blumen benannten Damen bereits vertraut, sind sie doch aufgrund ihrer ausgesprochen hohen Rate an Handtraps das denkbar schlechteste Matchup für den momentanen Platz 1 der Liste. Mit der richtigen Hand kann der Archetype ein Feld aufbauen, welches in nur einer Draw Phase 5400 Schaden anrichten kann, was den Gegner unter enormen Druck stellt, was er sich aus dem Deck sucht. Denn jeder Search und jedes Hinzufügen einer Karte zur Hand wird von diesem Deck umgehend mit Schaden von Trickstar Lycoris bestraft, was einen direkten Konter zum aktuell herrschenden Spielstil nahezu aller relevanten Decks darstellt.

Die sehr kleine Core-Engine des Decks besteht lediglich aus 13 Karten, was es ermöglicht dutzende effiziente Konter gegen die aktuelle Meta wie Kosmoszyklon, Millionenfresser oder unter Umständen Gedankenzersetzung zu mainen. Davon abgesehen kann es allerdings auch jetzt bereits nützliche kleine Helfer für überaus gefährliche Link- und Extradeck-Monster verwenden. So werden zum Beispiel aus einem Gofu und einer Lycoris eine Missus Radiant und ein Psi-Hüllenlord Omega oder Beelze der Diabolischen Drachen. Aus einem Sündenbock wird im Handumdrehen ein Kalliberlade-Drache, dem Deck sind hier nur wenig Grenzen gesetzt.

Dem Deck wurde bereits vielversprechender neuer Support angekündigt und ich bin persönlich darauf gespannt, wie es sich in der Zukunft entwickeln wird. Davon abgesehen, hier ein weiterer kleiner Funfact: Wer meine letzten Artikel gelesen hat weiß, dass es mir absolut rätselhaft war, warum Trickstar Reincarnation im Deutschen Trickstar Reinkarnationelke heißt. Ein Kollege hat mich darüber aufgeklärt, dass carnation wie in Reincarnation das englische Wort für Nelke ist. The more you know..

1 – SPYRAL

Auch nach dem Nerf durch die letzte Emergency-Banlist hat Spyral eindrucksvoll bewiesen, dass es weiterhin das dominierende Deck ist. Trotz seiner nun noch weiter verstärkten Fragilität hat es die YCS Prag, die YCS San Diego und die YCS Buenos Aires gewonnen, denn auch wenn eine einzige, richtig platzierte Handtrap den Zug des Decks effektiv beenden kann, beendet das Resolven von Doppelhelix‘ Spezialbeschwörungseffekt in den meisten Fällen das gesamte Duell, einfach weil das Deck den Gegner outresourct und so gut wie kein aktuelles Metadeck im Maindeck ein vernünftiges Out gegen SPYRAL – Sleeper hat, falls er mit SPYRAL GEAR – Last Resort ausgerüstet ist. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen, das Deck ist fantastisch und momentan durch den Preisdrop nach der Liste tatsächlich so günstig wie nie zuvor.

Doch das soll es zuerst einmal von mir gewesen sein! Ich bedanke mich wie immer fürs Lesen, hoffe euch geholfen und euch unterstützt zu haben, und wir sehen uns dann vermutlich beim nächsten Wochenrückblick dran.

Haltet die Ohren steif,

M-Luka.

Über M-Luka

Student aus NRW, seit 9 Jahren leidenschaftlicher Duellant.

5 Replies to “Yugioh – Das letzte Meta Ranking für 2017!”

    • M-Luka

      Invoked ist mit True Draco zusammengefasst, da im momentanen Format (seit November Banlist) keine Invoked-Variante getoppt hat, die nicht mit einem anderen Archetype verbunden war, vornehmlich True Draco. Der letzte Top von einen „reinen“ Invoked Deck war Handtrap Invoked auf der YCS San Diego (glaube ich), und das war im SPYRAL Tier 0 Format.

      Antworten
  1. Laharl

    Nichtmal Musketiere auf der Liste?

    Mit solchen Pussy Decks wie Trickstar ist Yugioh schon richtig scheiße geworden alleine wegen Link und der zahlreichen Anzahl an OP Handtraps verliert man schnell den Spaß

    Antworten
  2. chriz

    Ich hab vor 10 jahren aufgehört yugioh zu Spielen. Wegen dem ganzen synchro link usw mist.!
    In meiner Zeit damals war monarch Controll meta
    Da konnte man wenigstens noch mit guten themendecks was reisen ohjaa unterwelter mit ha des und necrofear das waren noch Zeiten.
    Die alten decks hätten heut bestimmt nich mal n hauch einer chance
    Alte schöne Zeiten!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.