Yugioh – Die April 2020 Banlist und weitere News zum TCG

Grüße, Freunde der zerschlagenen Träume. Heute werden wir uns erneut den Beweis genauer ansehen, dass es Konami egal ist, wie viel Geld ihr für euer Hobby so ausgebt. Denn auch wenn durch die aktuelle Situation mit dem Stämmeinfizier- äh, ich meine dem Coronavirus sämtliche Events des tatsächlichen Spiels (inklusive Locals) bis auf Weiteres abgesetzt wurden, hat Konami eine Banlist veröffentlicht, um das Spiel auf die am 1. April eingetretene neue Master Rule vorzubereiten.

Die meisten von euch werden die Liste bereits gesehen und gelesen haben, aber hier werde ich euch nochmal einige Hintergrundeinblicke dazu verschaffen, warum einige Kandidaten mit Tritt ins Gesäß auf die Liste befördert werden und was die Rückkehrer aus der Restriktion dazu ermächtigt die Haft auf unbegrenzte Zeit in eine limitierte Bewährungsstrafe umzuwandeln.

Schließlich werde ich zum Schluss noch ein paar Worte über ein paar allgemeine Neuerungen verlieren, welche allerdings für sich selbst nicht lang genug für einen eigenen Artikel wären. Doch reden wir nun nicht länger drumherum und beginnen mit…

Neu Verboten:

Aufblühende Blumenzwiebel, Schwarzflügel, Dampf der Mantel und Destrudo, der Schauer des verschwundenen Drachen

Ich erwähne diese drei Übeltäter zusammen, da der Grund ihres Verbots in zwei Worten ausgedrückt werden kann: Kristron Halqifibrax. Alle diese drei Empfänger wurden als zu stark in Kombination mit dem vermutlich auf dem Papier besten jemals gedruckten Linkmonster empfunden und wurden deshalb präventiv aus dem Spiel entfernt.

Es ist allerdings nicht so, als ob es keine Grundlage dafür gäbe: Drüben im Lande der aufgehenden Sonne haben die Spieler sich lange genug mit Decks wie Plant Link herumgeschlagen. Und auch wenn alle problematischen Monster, welche die geradezu absurden Combos dieses Decks erst ermöglichten (Firewall-Drache für Advantage, Topologischer Gumblardrache für Handloops und Phönixianische Büschelamaryllis für FTKs), hier längst verboten sind, will Konami anscheinend kein Risiko eingehen.

Aufblühende Blumenzwiebel beispielsweise (und damit auch indirekt alles, was sie beschwört, wie Einzelfeuerblüte oder Einer für Einen) ist ein 1-Karten Link 4 – und zwar ermöglicht durch die Existenz von Spore:

Beschwörung von Aufblühende Blumenzwiebel, Link in Linkuriboh, Effekt von Blumenzwiebel, Link in Halqifibrax, Halqifibrax beschwört Spore, Effekt Linkuriboh aus dem Friedhof für Spore, Effekt Spore mit Blumenzwiebel.

Spore ist hier zwar mitverantwortlich, aber aufgrund der Einschränkung auf Pflanzen-Monster deutlich schlechter generisch verwendbar.

Dampf der Mantel ist aus ähnlichen Gründen verboten worden: Ganz im Sinne von seinem Vetter, Gofu der vage Schatten, generiert er Spielmarken. Allerdings erst, sobald er das Feld verlässt. Problematischerweise kann er sich daraufhin allerdings selbst wiederbeleben, indem er ein eigenes Monster als Tribut anbietet. Dies funktioniert zwar nur einmal pro Duell, trotzdem kann Dampf auf diese Art und Weise zwei Spielmarken erzeugen und durch den Tribut auch Friedhofs-Setup gewährleisten. Seine einfache Verfügbarkeit durch Halqifibrax war da etwas zu viel des Guten.

Das Verbot von Destrudo hingegen empfand ich als ein wenig… eigenartig. Halqifibrax beschränkt sich auf Level-3 oder niedrigere Empfänger, welche er aus dem Deck beschwören kann, weshalb ich mir nur vorstellen kann, dass Destrudo verboten wurde, da er ein sehr einfach zu beschaffender Empfänger für Halquifibrax‘ eigentliche Beschwörung ist.
Als FINSTERNIS-Drache hat er eine der wohl vorteilhaftesten Typ-Attribut Kombinationen im Spiel und eventuell hätte die Existenz von Karten wie Dracheneinheit-Ritter – Romulus (beziehungsweise Drachenschlucht…) und Drachenschrein als Foolish Burial 2.0 für Probleme gesorgt.

Ich denke allerdings definitiv, dass Destrudo nicht verboten wurde, um der Dragon-Link Strategie einen Dämpfer zu verpassen. Das Deck war hierzulande nicht ansatzweise so erfolgreich wie im asiatischen Raum, auch wenn eine 3-Axis Version es beinahe nach ganz oben bei der YCS Utrecht schaffte. Das OCG ging dieses Deck auch etwas direkter an, nämlich durch das Verbot von Wachdrache Elpy, sowie das (vermutlich bald ins TCG kommende) Errata von Red-Eyes Darkness Metal Dragons Wiederbelebungs-Effekt auf ein hard-once-per-turn.

Lunalicht-Tiger

Ein mehr als angemessenes und längt überfälliges Verbot – zumindest, wenn man mich persönlich fragt. Lunalicht-Tiger erschien 2016 in Shining Victories, also vor einer Ewigkeit und konnte erneut als absolut strahlendes Beispiel für die idiotischste von Konamis Strategien dienen: Unfassbar beschissenen Archetypes unfassbar gute Karten zu geben, wie eine nicht-hard-once-per-turn Monster Reborn, um das katastrophale Kartendesign des restlichen Archetypes aufzuwiegen.

Blöd, dass sie dabei vergessen über die Zukunft nachzudenken und in der Form von Lunalicht – Gelber Marder einen themeninternen Zephyros releasen – was Lunalicht zwar keinen Deut näher an die ihnen zugebrachte Strategie bringt, sie allerdings zu einer der stärksten Rang-4 Engines im Spiel gemacht hat, was das Deck im vergangenen Jahr oftmals auf den Turniertischen beweisen konnte.

Selbst eine Limitierung von Tiger hätte nur wenig Abhilfe geschafft, da es lediglich die Anzahl von Kopien im Deck von neun (3x Feuerformation – Tenki, 3x Mondlicht-Parfüm, ihre themeninterne ebenfalls nicht hopt Monster Reborn + Searchspell, sowie die 3 „richtigen“ Tiger) auf sieben reduziert hätte.

Ein mittelmäßiger Hit gegen die Konstanz eines Decks, welches aufgrund des neu erschienenen Raidraptor – Wise Strix aus zwei Karten einen Nibiru-sicheren Number F0 – Utopic Zexal Lock legen konnte. Eine ähnlich angenehme Situation wie damals mit Rhongomyniad.

SPYRAL Master Plan

Ich persönlich hatte geradezu gehofft, dass das passiert. Nicht aus persönlicher Abneigung gegen das Deck, sondern einfach weil ich es leid bin, Spyral an den Turniertischen sehen zu müssen. Und damit meinte ich nicht eine überwältigende Präsenz von Spyral-Spielern im letzten Format, sondern die Tatsache, dass dieses Deck sage und schreibe das dritte Mal ein Tier-1 Metadeck war – und jetzt hoffentlich zum letzten Mal. Irgendwann ist auch mal gut.

Master Plan war der Dreh- und Angelpunkt des Decks und natürlich ist der erste Effekt zum Suchen einer Spyral Mission Karte kein hard-once-per-turn, wie der Ursprung von nahezu jedem Problem in diesem Spiel. Das kontinuierliche Suchen und Abwerfen von Spyral Mission – Rescue hat zu einer unangenehmen Menge an gratis Linkmaterial geführt, welches schließlich auf oftmals nur schwer zu brechenden Boards endete – wobei das Bossmonster des Archetypes, Spyral Sleeper, ein durch diverse Maßnahmen nicht anzielbarer oder zerstörbarer kostenloser Doppelschuss, für viele Decks schon zu viel war, um damit klar zu kommen.

Auch hier zeigt sich allerdings das Konami-Syndrom unterdurchschnittlichen Archetypes überdurchschnittlich gute Karten zu geben. Weder Spyral – Quick Fix noch der erste Effekt von Master Plan sind hard-once-per-turn und als TCG-exclusive gab es hier und da mal verstreute Tops von Spyral-Spielern – bis sich das OCG dazu entschieden hat, dass ein Tier 0 Format doch lustig wäre und Spyral – Double Helix entworfen hat.

Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass Spyral ein Link-Archetype ist, welcher vor dem Erscheinen von Linkmonstern debutierte. Hätten sie damals bereits Zugriff auf heutige Linkmonster gehabt, wäre das Deck vermutlich trotzdem ein Tier-1 Deck geworden. Dennoch zeigt dies für mich nur erneut unverantwortliches Design und schlechtes Einschätzungsvermögen.

Neu Limitiert:

Gefahr!? Wolpertinger? und Gefahr!? Tsuchinoko?

Ebenfalls ein in meinen Augen etwas seltsamer Hit. Auch wenn die Gefahr! Monster sich nun auch seit geraumer Zeit im OCG befinden, so haben diese sie jedoch kürzer als wir und sie sind dementsprechend nicht direkt ähnlich streng limitiert worden.

Aktuell sind alle drei „guten“ Gefahr! Monster bei uns im Limitierten Status und ich kann es zumindest nachvollziehen. Generischer starker Finsternis-Support ist nicht zu unterschätzen und sowas wie der Kanonensoldat- oder der Slash-Draw-FTK waren sicherlich auch für Konami nicht grade angenehm mitzuerleben.

Auch wenn die Dangers! keinen Draw wie Upstart Goblin garantieren, so garantieren die guten drei im schlechtesten Falle einen Body auf dem Feld und im besten Falle einen Body und einen Draw. Upstart Goblin ist ebenfalls limitiert und auch wenn der Vergleich hinkt, ist er meines Ermessens nach nicht allzu weit hergezogen.

Krötellig Umwerfend, ABC-Drachenbuster und Instantfusion

Konami mag keinen Spaß. Gut, das stimmt vielleicht nicht direkt, aber sie sind ausgesprochen vorsichtig. Bei allen diesen drei Karten handelt es sich nämlich um Präventivlimitierungen.

Die Stärke von ABC-Drachenbuster wurde schon länger im Bezug auf die neue Master Rule diskutiert. Ähnlich wie Fluffal ist ABC eines der Decks, welche ohne Anbindung an Linkmonster seine volle Kraft entfalten kann. Nur dass ABC dieses Glück im Jahre 2016 noch hatte, während Fluffal seine stärkste Supportkarte, Frightfur Patchwork, erst während des Linkformats erhielt.

Auch wenn das Deck über das Ein- und Austaggen in und aus ABC-Drachenbuster durch Union Hangar beträchtlichen Advantage ansammeln kann, so hätte ich es nicht persönlich als erst zu nehmenden Anwärter auf einen Tier-1 Platz wahrgenommen. Doch der Release von Transportverbund in Duel Overload besiegelte den Deal und die Limitierung von Buster als Vorsichtsmaßnahme.

Toadally Awesome ist da ein anderes Kaliber. Sicherlich, diente dieser Hit auch dazu, um Setups aus mehreren orangenen Fröschen in Frog Paleozoic zu verhindern, doch auch ein anderer Grund war für diese Limitierung verantwortlich:

In Master Rule 5 ist Bahamut-Hai wieder als Option für ein sehr leicht zu erreichendes Omni-Negate in Form von Toad verfügbar. WASSER-Decks erhalten in Eternity Code, welches ihr günstig bei uns vorbestellen könnt, in Form des neuen Deep Sea Diva Archetypes einen gehörigen Boost. Sollten sie Bahamut-Hai erneut verwenden wollen, zwingt die Limitierung von Toadally Awesome diese Spieler dazu, Toad mithilfe von ihrem eigenen Effekt selbst zu recyceln, anstatt ein anderes WASSER-Monster zurück auf die Hand zu nehmen und mehr Ressourcen zurückzugewinnen.

Die Limitierung von Instantfusion sollte für jeden einleuchten. Die reine Existenz von Milleniumäugiges Opfer macht sie zu einer Anti-Handtrap Waffe, welche nach Verwendung auch noch weggelinkt werden kann. Neben Pegasus‘ seltsamem Kumpanen können allerdings auch andere Targets von Instantfusion jetzt in die Main-Monsterzone beschworen werden, auch wenn ich nicht einschätzen kann, wie stark die Funktion als Body von diversen Typen- und Elementen zu diesem Hit beigetragen hat. Fakt ist lediglich, jetzt lohnt es sich wirklich nur noch diese Karte in Decks zu spielen, die sie suchen können, beispielsweise durch die Predaplant-Engine. Kaum jemand anderes wird einen oder mehrere Plätze im ohnehin knappen Extra Deck auf ein One-Off verschwenden.

Zoodiak-Drachzack & Zoodiak-Sperrfeuer

In einer überraschenden Wendung der Ereignisse lässt Konami ein Stückchen des vermutlich stärksten, jemals gedruckten Archetypes von der Banlist. Zoodiac Drident, mein persönliches Lieblingsmonster, ist vom verbotenen Status in den limitierten gerückt, aber als Ausgleich wurde jedoch das Zoodiak-Sperrfeuer limitiert, um zu verhindern, dass sich bald eine Zoodiac-Engine in absolut jedem Deck wieder findet.

Wird dies etwas am aktuellen Zustand des Zoodiac-Archetypes ändern? Möglich. Während Master Rule 4, der Bindung an Linkmonster hätte ich vermutlich gesagt, dass selbst drei Dridents das Deck nicht spielbar machen würden. Doch unter den neuen Bedingungen könnte Zoodiac ein verwendbares Rogue-Deck abgeben. Mehrere Build-A-Board Metas sind seit dem Verschwinden der chinesischen Tierkreiszeichen vergangen und es steht in den Sternen (ha ha..) ob sie sich auch heutzutage noch behaupten können.

Allerdings gilt es zu erwähnen, dass sie sehr harmonisch mit dem Zeitdieb-Archetype zusammenarbeiten. Außerdem ermutige ich jeden interessierten Duellanten sich tatsächlich ein Infinitrack-Monster und zwar Infinitrack Fortress Megaclops genauer durchzulesen.

Gedankenkontrolle

Wir sind soweit, Jungs und Mädels. Wir sind einmal komplett im Kreis gegangen und Gedankenkontrolle ist wieder genau da, wo sie vorher war (und meines Ermessens nach auch hingehört): Auf 1. Es gibt nicht viel zu dieser Karte zu sagen. Kaum etwas ist entmutigender als mit anzusehen, wie der Gegner zwei dieser Karten verwendet, um euch euren Ramsch zu mopsen und in ein eigenes Linkmonster zu verwursten.

Würden Linkmonster nicht existieren, könnte diese Karte vermutlich sogar ohne Probleme unlimitiert bleiben. Denn: Das geklaute Monster für eine Synchrobeschwörung zu verwenden erfordert mehr Glück als alles andere und R4NKs sind nicht massenweise in jedermanns Extra Deck vertreten wie im Jahre 2014. Doch Linkbeschwörungen bieten einen schnellen und profitablen Weg, das Monster des Gegners zu entsorgen und sogar selbst noch einen Vorteil daraus zu schlagen.

T.G. Hyperbibliothekar & Trishula, Drache der Eisbarriere

Auch diese zwei wurden zusammengefasst, da sie aus demselben Grund limitiert wurden: Die präventive Einschränkung von Synchrodecks. Auch wenn auch dies auf mich persönlich etwas lächerlich wirkt. Master Rule 5 Synchro Spam Decks, denen heute Werkzeuge wie Satellite Warrior oder Borreload Savage Dragon zur Verfügung stehen, spielen meistens eh nur einen Hyperbibliothekar, da mehrere ironischerweise zu schnell das Deck leer ziehen würden.

Und was Trishula anbelangt: Auf dem Papier klingt ein 6 Karten Handloop mithilfe von drei Trishula, Phantom Fortress Etherblathnir, Wüstenheuschrecken durch Halqifibrax und PSY-Framelord Omega zwar unheimlich, aber praktisch ist dies kaum umsetzbar. Darauf abzielende Decks sind unfassbar anfällig, nicht nur extern gegen Handtraps, sondern auch intern aufgrund von Garnets in der Hand. Davon abgesehen mangelt es ihnen an Flexibilität und im Timeout sind sie wegen der langgezogenen Combos und dem gequetschten Extra Deck definitiv im Nachteil.

Lustigerweise ist das Trishula-Limit auch ein Hit gegen Extravaganz-Dino, welche jetzt wohl auf Nebelraupe oder Zinnoberfarbener Drachenmech zurückgreifen – Falls das Extravaganz-Build überhaupt in der neuen Master Rule weiter verfolgt wird.

Neu Semi-Limitiert:

Schicksalsheld – Malicious

Bei den Semilimits das Übliche. Malicious ist mal wieder auf 2, wie es auf so ziemlich jeder zweiten Liste passiert. Warum diesmal? Keine Ahnung. Sind Heroes unter Master Rule 5 zu stark? Macht der eine Extra-Body wirklich so viel aus? Vermutlich nicht. Ist es eventuell sogar wegen der Nemesis aus Eternity Code? Wohl weniger, die können so oder so unendlich verbannte Ressourcen recyceln, da macht 2 oder 3 auch keinen Unterschied. Letztendlich ist es sowieso egal, auf der nächsten Liste geht er sowieso wieder auf 3.

Sky Striker Mecha – Widow Anchor

Moment, lasst mich einmal noch kurz was überprüfen.. Jo. Engage ist immernoch verboten, demnach ist dieser Semilimit komplett irrelevant. Sky Striker sind eine traurige Hülse von dem was sie einmal waren und hatten seit dem Verbot ihrer wichtigsten Karte minimalen Erfolg auf obskuren Regionals in Neuseeland, Südamerika und ähnlich fernen Enden der Welt. Mit drei Ankern und drei Multiroles könnte man noch drüber reden, aber selbst dann würde der durch Engage generierte, nun fehlende Draw ein schmerzhaftes Loch hinterlassen, was Topf der Trägheit unter Umständen notdürftig stopfen könnte. Aber so – meinetwegen. Gebt den drei verbliebenen Striker-Fans einen Anker wieder. Wo wir grade von Topf der Trägheit sprechen:

Neu Unlimitiert:

Deep Sea Diva, Necroface, SPYRAL GEAR – Drone & Pot of Avarice

Über diese vier Kandidaten, welche die Liste verlassen, gibt es tatsächlich nicht allzu viel zu sagen. Deep Sea Diva wird auf drei gesetzt, um den in Eternity Code erscheinenden WASSER-Archetype um sie herum zu boosten. Sie ist ohne Frage ein mächtiger Starter, auch für Decks wie beispielsweise Mermails und es wird sich zeigen, wie der neue Support sich im Metagame schlagen wird.

Necroface ist eine Karte die irgendwie gefühlt schon immer auf der Liste war, obwohl sie niemand je gespielt hat. Das letzte Mal, als ich sie gesehen habe, war in dieser recht eigenartigen Frühform des Danger! Gren Maju OTK Decks. Und angesichts der Tatsache, dass diese sich eher am äußeren Rand der Relevanz befinden, beziehungsweise ihre volle Stärke erst durch spezifische Maindeck-Konter in einem definierten Format entfalten können, mache ich mir um dieses wirklich grauenvoll hässliche Wesen wenig Gedanken.

Drohne – egal. Masterplan ist verboten, was kümmert einen noch Drohne? SPYRAL wurde vermutlich (…hoffentlich) der finale Hieb versetzt und ich persönlich verrate meinem SPYRAL-Gegner sogar mit Freude die obersten 20 Karten meines Decks, wenn ich dafür nie wieder Mission Rescue zu Gesicht bekommen muss.

Topf der Trägheit ist tatsächlich ein interessanter Posten. Auf 1 wurde die Karte kaum verwendet, aber für neu beflügelte Decks wie Zoodiac stellt sie eine sehr solide Wahl für Recycling und Drawpower dar, da man stets durch Überlagern und schlussendlich Weglinken seinen Friedhof füllen kann. Auch Shaddoll Invoked könnte von Avarice profitieren, vor allem weil die Karte tatsächlich keine once-per-turn Einschränkung hat…

Zur allgemeinen Situation…

Zuletzt wollte ich hier noch ein paar kleine Meldungen machen, für die sich, wie bereits gesagt, kein eigener Artikel lohnen würde. Normalerweise könnten die meisten von euch schon ihre eigenen Erfahrungen damit machen, aber das Covid-19 Virus hatte da andere Pläne.

Sneak Peeks werden durch Events namens Premiere! (mit Ausrufezeichen, wie bei „Cyberdark Impact!“) ersetzt. Prinzipiell bringt dies einige Verbesserungen mit sich, beispielsweise dürfen Stores erworbene Produkte bereits an Kunden verkaufen, solange deren Vorrat reicht. Außerdem sollen die Sneak Promos (welche laut meiner Erinnerung über die komplette Vrains-Ära hinweg absoluter Schmutz waren) „exklusiver“ und viel besser gemacht werden.

Dazu gibt es leider noch keine Details. Lediglich anhand von unbestätigten Quellen kann ich wiedergeben, dass es wohl 6 Promos für eine Spielerzahl von etwa 40 Leuten gegeben hätte. Prinzipiell ist das okay, aber ich befürchte an dieser Stelle eine Preiskarten-Situation, bei der exklusive und eventuell metagamedefinierende Karten lediglich an Premiere!-Sieger vergeben werden und astronomische Preise auf dem Sekundärmarkt erreichen werden. Deswegen hoffe ich, dass es sich lediglich um Raritybumps oder Sonderversionen von im Set enthaltenen Chasekarten handelt.

… und sonst so?

…durchläuft das Yugioh-TCG grade ein paar bedeutende Änderungen. Neben der vielbesprochenen Anpassung der Master Rule wird ab dem nächsten Hauptset, Eternity Code, die Seltenheit der Rare abgeschafft.

Prinzipiell bin ich davon ein Fan, hauptsächlich weil es a) sowieso garantierte Super Rares gibt und die Seltenheit damit überflüssig ist und b) wenn eine gute Karte als Rare gedruckt wird (Orcust Harfenhorror, Salamangreat Sunlight Wolf, Strickschaf) warten sowieso alle Spieler nur auf den Super Rare Reprint im OTS-Pack. Komplett davon abgesehen, dass die meisten Leute wie im Falle von Wolf oder Schaf nur widerwillig zehn Kröten für eine Rare abdrücken.

Dafür wird die Anzahl der Secret Rares pro Set auf 10 erhöht, die Anzahl der durchschnittlichen Secret Rares pro Yugioh Display wird allerdings bei 2 bleiben. Eine deutlich weniger angenehme Entwicklung, da aktuell meistens nur maximal die Hälfte der gedruckten Secret Rares brauchbare Karten sind. Entweder werden also gute Karten des Sets, welche einfacher/günstiger zu erhalten sein könnten, absichtlich „ge-rarity-boostet“, was den Preis erhöht, oder es werden Secret Rare Slots, von denen man nur zwei pro Box zur Verfügung hat, mit Schrott aufgefüllt.

Ein Lichtblick für Sammler, oder Leute die in großem Stil Cases öffnen: Anstatt vier wird es zukünftig fünf verschiedene Starlight Rares geben.

Zu guter Letzt werden die Special Edition Packs abgeschafft. Das heißt, es wird zukünftig keine zweite Druckwelle geben. Für manche mag das erstmal negativ klingen, doch tatsächlich ist es gut für die Spieler: Das Fehlen einer zweiten Druckwelle zwingt Großhändler dazu, größere Mengen beim ursprünglichen Release zu kaufen und zu öffnen, was für insgesamt günstigere Preise bei Einzelkarten sorgen wird.

Es sind aktuell turbulente und seltsame Zeiten, selbst in einem Kartenspiel. Passt auf euch auf, wir sehen uns im nächsten Artikel.

M-Luka

Über M-Luka

Student aus NRW, seit 9 Jahren leidenschaftlicher Duellant.

2 Replies to “Yugioh – Die April 2020 Banlist und weitere News zum TCG”

  1. Michael

    „Schwache Decks mit starken Karten Karten boosten“ findest du also nicht gut. Aber Decks, die nur aus solchen starken Karten bestheen sind okay? Wie soll man das verstehen? Es gibt auch Leute, die Tier 2 spielen und einfach Spaß haben wollen mit Decks, die sie cool finden. Da ist es doch schön, wenn sie alte Sets mal ein bisschen pushen.

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    • M-Luka Autor dieses Beitrags:

      Es geht darum, dass Konami Decks, die eindeutig nicht dazu entworfen wurden Tier 1 zu sein (einfach aufgrund des niedrigen Powerlevels ihrer Effekte, fehlenden Konstanz etc.) Karten mit sehr overpowerten Effekten gibt, um die Schlechtigkeit des restlichen Archetypes „auszugleichen“ – was prinzipiell nicht funktioniert. Beispielsweise, dass weder Master Plans erster Effekt noch SPYRAL Quik Fix once per turn sind, dass der Spielfeldzauber vor Targeting schützt und selber Ressourcen recycelt ist beides unfassbar stark, trotzdem sind die SPYRAL Tops vor dem Release von Doppelhelix nur SEHR vereinzelt zu finden. Meines Wissens nach gilt dasselbe für Lunalight Tops, bis zu der Danger! Variante von Raphael Neven, aber da kann es sein, dass ich mich nicht korrekt erinnere.
      Und weil diese komplett überproportioniert starken Effekte, welche trotzdem nicht den gewünschten Effekt erzielen, irgendwie in Vergessenheit zu geraten scheinen, sobald neuer Support für den Archetype entworfen wird, ist es dann als ob man ein Feuerzeug an ein Gasleck halten würde, sobald das eine Schlüsselstück designt wird. Es geht hier nicht darum, irgendwelchen Leuten den Spaß zu ruinieren, sondern um schlechte Designentscheidungen beim entstehen eines Archetypes. Zwar verstehe ich nicht, wie man Spaß haben kann, wenn man mit einem Deck nur verliert, aber das ist ein persönliches Problem 🙂
      Weil klar, die paar Lunalight-OTK Spieler, die das Deck so spielen, wie es von Konami gedacht war, waren sicherlich über Marder als Searcher und Chick als Pseudo-Pather Dancer happy, aber die haben vermutlich auch nicht Tiger in dieser Strategie verwendet, da dieser meistens gar nicht benötigt wurde. Für den Großteil der Community, die kompetitiven Spieler, hat die Tiger-Marder Combo allerdings dafür eine ganze weile Kopfschmerzen bedeutet.

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