Yugioh – Neuer Einsatz fürs Extra Deck: Der Dogmatika-Archetype

In grauer Vorzeit hieß es schlicht Fusionsdeck, bevor später dann auch Synchro-, XYZ- und Linkmonster hinzukamen und fortan dort auf ihren Einsatz warteten. Es besteht aus maximal 15 Yugioh Karten und ist bei den meisten der heutigen Yugioh-Decks kaum wegzudenken: Die Rede ist natürlich vom Extra Deck.

Spätestens seit der Master Rule 5, die seit diesem Jahr aktiv ist, kommt dem Extra Deck zusätzliche Stärke zu. Nun kann nicht mehr nur ein Monster daraus auf die Extra Monsterzone beschworen werden, stattdessen dürfen Fusionen, Synchro- und XYZ-Monster regulär die Main Monsterzonen besetzen. Die Extra Monster Zone bleibt damit den Linkmonstern vorbehalten.

Während dieses separate Deck also vor allem den Zweck hat, zusätzliche Monster zu beherbergen, geht seine Funktion hin und wieder auch darüber hinaus, wie wir etwa an Karten wie Topf der Extravaganz sehen. Diese Karten benötigen zwar ein Extra Deck, setzen aber nicht auf Beschwörungen aus selbigem und lassen vermuten, dass der Wert dieses Decks in mehr als reinen Beschwörungen liegt.

Topf der Extravaganz ist übrigens auch in der Mega Tin 2020: Tin of Lost Memories enthalten, die ihr günstig bei uns im Shop erwerben könnt. 

Mit Rise of the Duelist nun wird das Extra Deck um einige Optionen reicher, gleichzeitig wird es dadurch aber auch angreifbarer: Mit Dogmatika erhält ein neuer Archetype Einzug ins TCG und der hat es nur darauf abgesehen, das Extra Deck des Gegners zu sabotieren. Bevor wir uns aber die Optionen dieses Archetypes und einige Spielstrategien und Konter anschauen, stelle ich euch erst einmal die wichtigsten der neuen Mitstreiter vor.

Abgesehen von der Spielfeldzauberkarte Dogmatika-Nation und ein wenig Unterstützung durch Zauber oder Fallen sind bei dem Thema vor allem Effektmonsterkarten interessant. Wie bereits erwähnt, wirken alle Effekte in irgendeiner Form auf das Extra Deck ein oder sabotieren dieses. Dabei wird oft das eigene Extra Deck für Kosten oder Bedingungen benötigt.

Dogmatika Adin, der Erleuchtete

Starten wir verhältnismäßig harmlos mit dieser Super Rare aus Rise of the Duelist. Adin kommt gleich mit einer ganzen Reihe an Effekten daher und ist somit ein dankbarer Mitstreiter. Zum einen kann er nicht durch Kampf mit einem Monster zerstört werden, das vom Extra Deck beschworen wurde. Außerdem könnt ihr Dogmatika Adin, der Erleuchtete von der Hand spezialbeschwören, wenn sich ein Monster aus dem Extra Deck auf dem Feld befindet. Ob ihr dieses Monster kontrolliert oder der Gegner, ist dabei unwichtig. Diese Spezialbeschwörung kann dann hilfreich sein, um selbst vom Extra Deck zu beschwören, denn Spezialbeschwörungen sind immer dankbar und die Bedingungen hier sind recht einfach.

Adin kann aber noch mehr: Wenn er zerstört wird, könnt ihr ein beliebiges Dogmatika-Monster vom Deck spezialbeschwören. Das ist nicht unproblematisch, denn so gelingt es euch schnell, die wirklich starken Dogmatika-Monster aufs Feld zu rufen wie etwa Dogmatika Maximus, zu dem ich später noch etwas sagen werde. Adins Stärke liegt aber gewiss darin, dass sein Effekt keine Nebenwirkungen hat: weder könnt ihr ihn nur einmal pro Spielzug aktivieren, noch verbietet er euch Beschwörungen aus dem Extra Deck, wie das bei anderen Dogmatika-Monstern gerne der Fall ist. Gemeinsam mit den anderen Dogmatika-Monstern der Stufe 4 Dogmatika Ecclesia, die Tugendhafte und Dogmatika Theo, die Eisenfaust könnt ihr euch starke Rang 4 XYZ-Monster basteln wie etwa Nummer 39: Utopia (und dadurch auch Nummer S39: Utopia Prime oder Nummer S39: Utopia der Blitz) oder Daigusto Emeral.

Dogmatika Ecclesia, die Tugendhafte

Weiter geht’s mit einem weiteren Monster der Stufe 4. Verglichen mit Adin müsst ihr nun aber tiefer in die Tasche greifen, denn Ecclesia ist nicht nur Ultra Rare, sondern auch um einiges stärker als Adin. Dabei unterscheidet sie sich zunächst nicht sehr von Dogmatika Adin: Auch sie widersteht in Kämpfen Monstern aus dem Extra Deck und auch sie kann problemlos spezialbeschworen werden. Anders als Adin erlaubt sie es euch, eine beliebige Dogmatika-Karte zu suchen und sie der Hand hinzuzufügen, sobald sie beschworen wird. Im Gegensatz zu Adin könnt ihr Ecclesias Effekte aber nur einmal pro Zug aktivieren und darüber hinaus danach auch nicht mehr vom Extra Deck beschwören.

Ecclesia funktioniert auch außerhalb des Themas wunderbar und wird sicherlich fortan in einigen Decks zu finden sein, die eigentlich gar nichts mit Dogmatika zu tun haben. Damit folgt sie Karten wie Kristron Halqifibrax und Transportverbund nach, die eigentlich auch einem konkreten Thema zuzuordnen sind, aber längst nicht nur dort gespielt werden – sehr zum Leidwesen der Fans der entsprechenden Themendecks.

Dogmatika Fleurdelis, die Ritterliche

Obgleich Secret Rare, ist diese Karte doch etwas günstiger als Ecclesia. Dogmatika Fleurdelis, die Ritterliche heizt dem Gegner dann auch mehr ein als die beiden „kleineren“ Dogmatika-Monster. Zum einen könnt ihr sie dank ihres Schnelleffekts im gegnerischen  Zug beschwören und dann, vorausgesetzt ihr verfügt über ein weiteres Dogmatika-Monster, den Effekt eines gegnerischen Monsters bis zum Ende des Spielzugs annullieren. Schön daran ist, dass dieser Effekt nicht zielt und somit auch Karten betreffen kann, die sonst immun gegen zielende Effekte sind.

Zusätzlich erhalten eure Dogmatika-Monster einen Powerboost von 500 ATK, wenn sie angreifen. Die große Stärke liegt aber in der Möglichkeit, dieses Monster während des gegnerischen Zuges zu beschwören und gegnerische Monstereffekte zu annullieren.

Dogmatika Maximus

Kommen wir also endlich zu meinem persönlichen Favorit des neuen Archetypes und der Karte, die vermutlich die größte Auswirkung auf die Gestaltung des Extra Decks haben wird: Dogmatika Maximus. Auch sie kann spezialbeschworen werden. Dafür müsst ihr nur ein Extra Deck Monster (also ein Fusions-, Synchro-, XYZ- oder Linkmonster) vom Friedhof verbannen. Dann könnt ihr zwei Monster vom Extra Deck auf den Friedhof legen und den Gegner zwingen, dasselbe zu tun. Wie bei Ecclesia dürft ihr danach nicht mehr vom Extra Deck spezialbeschwören. Das ist unangenehm, aber nicht weiter tragisch, denn es gibt durchaus Möglichkeiten, diesen Effekt voll auszunutzen und sogar davon zu profitieren, selbst Monster auf den Friedhof befördern zu müssen.

Dogmatika Maximus – Nutzen und Konter

Wie nun lässt sich der Effekt von Dogmatika Maximus am sinnvollsten nutzen? Grundsätzlich ist der Effekt für sich genommen ja schon nett, aber man kann natürlich noch mehr rausholen. Das gelingt vor allem, wenn ihr selbst bestimmte Monster wählt, die ihr mit Maximus‘ Effekt auf den Friedhof packt.

Der Dogmatika-Archetyp wird in den kommenden Decks nicht alleine zu finden sein, sondern altbekannte Themen anreichern. Denkbar ist vor allem eine Kombination mit Schattenpuppe und Invoked, aber auch Nekroz könnte – nicht zuletzt dadurch, dass Nekroz vom Einhorn seit der letzten Banlist wieder dreimal gespielt werden darf – ein möglicher Kandidat für eine Symbiose mit Dogmatika darstellen.

Nekroz arbeitet stark mit Ritualbeschwörungen und die sind erst einmal ungelenk. Umso dankbarer kommt da Herold des Bogenlichts daher, denn sein Sucheffekt aktiviert sich, wenn er auf den Friedhof gelegt wird und kann folglich durch Dogmatika Maximus ausgelöst werden.

Noch stärker als im Nekroz-Deck kommen die Dogmatika-Monster in Decks rund um Aleister, der Beschwörer zur Geltung. Verfügt euer Extra Deck dann auch noch über eine solide Zahl an Schattenpuppe-Fusionsmonstern, könnt ihr Dogmatika Maximus voll ausschöpfen.

Zu erwähnen sind hier vor allem El Schattenpuppe Apkallone, El Schattenpuppe Winda und El Schattenpuppe Konstrukt. Apkallone lässt euch eine Schattenpuppe-Karte vom Deck oder dem Friedhof auf die Hand nehmen und generiert dadurch Handvorteil. Winda hingegen beschränkt sich auf Zauber- und Fallenkarten im Friedhof, aber auch sie lässt euch diese zurück auf die Hand nehmen, selbiges gilt für Konstrukt. Ihr seht also, dass ihr durchaus weiteren Vorteil aus Maximus‘ Effekt schlagen könnt, es bedarf nur der entsprechenden Decks, mit denen Dogmatika harmoniert. Die nötigen Schattenpuppen findet ihr alle im Structure Deck Shaddoll Showdown.

Abseits dieser beiden Decks kann Ältestes Wesen N’Tss ein mögliches Ziel für Maximus‘ Effekt darstellen, denn wenn dieses Fusionsmonster auf den Friedhof gelegt wird, könnt ihr eine Karte auf dem Spielfeld wählen und diese zerstören. Auf diese Weise gelingt es euch schnell, Vorteil zu generieren. Insofern funktioniert N’Tss auch hervorragend, wenn ihr gegen ein Dogmatika-Deck spielt, denn so könnt ihr den Nachteil, der euch durch Dogmatika Maximus entstehen mag, zumindest teilweise wieder ausgleichen.

Einen guten Konter gegen Maximus stellt Cyber Drache Nova dar. Wenn er auf den Friedhof gelegt wird, könnt ihr ein  Fusionsmonster vom Typ Maschine vom Extra Deck spezialbeschwören. Diesen Effekt könnt ihr leider nicht nutzen, wenn ihr Maximus spielt und aktiviert, denn Novas Effekt aktiviert sich nur, wenn er durch einen gegnerischen Effekt auf dem Friedhof landet. Als Ziel für Novas Effekt steht euch eine ganze Reihe an mächtigen Maschinen zur Verfügung. Nicht zu unterschätzen ist dabei aber sicherlich Barbaroid, die ultimative Kampfmaschine als mögliches Ziel. Neben einem recht netten Effekt verfügt diese Karte über eine ATK und DEF von jeweils 4000 und schützt euch so solide gegen gegnerische Angriffe. 

Denkbar ist auch sich beim Antiken Antrieb Thema zu bedienen und beispielsweise auf Antike Antriebshaubitze zu setzen. Diese ist zwar nicht besonders stark, dafür aber immun gegen Karteneffekte. In jedem Fall verhilft Cyber Drache Nova euch zu einem Monster auf dem Spielfeld, mit dem der Gegner möglicherweise nicht gerechnet hat, sodass ihr den Effekt von Dogmatika Maximus sogar zu eurem Vorteil nutzen könnt.

Wie genau ein Deck mit Dogmatika- und Invoked-Karten aussehen kann, zeige ich euch in einem meiner nächsten Artikel. Habt bis dahin viel Spaß beim Basteln mit dem neuen Dogmatika-Archetyp!

Euer Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

4 Replies to “Yugioh – Neuer Einsatz fürs Extra Deck: Der Dogmatika-Archetype”

  1. M-Luka

    Als kleiner Tipp: Beim Maximus-Konter kann man lieber auf N’tss und Nova zurückgreifen. N’tss chainblockt Nova und versucht den Mechabah zu schießen, was ihnen durch den Discard von entweder dem zurückgeaddeten Aleister oder einer Handtrap Followup oder Disruption nimmt (vorausgesetzt sie Anullieren N’tss, sonst verlieren sie Mechabah). Nova geht damit sicher durch und beschwört anstatt Barbaroid lieber einen eigenen Mechabah, da der auch Maschine ist 😉 Der gegnerische Mechabah ist so oder so verbraucht oder weg, heißt also, wenn der Dogma Invoked Spieler versucht, in der End Phase Titaniklad im Friedhof anzusagen, anullierst du ihn mit deinem Mechabah, was ihn verbannt.
    Dein Gegner hat also keinen Fleur, keinen Dark mehr im Friedhof um Schisma für Winda zu machen und eine Karte weniger in der Hand. Und du selber kriegst deinen eigenen Mechabah, den du im nächsten Turn benutzen kannst, um seinen auszukontern 😉

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      • M-Luka

        Wie meinen? Du sendest ja auch nur zwei. Nova und N’tss. N’tss chainblockt Nova und Nova beschwört Mechabah dann aus dem Extra, weil er durch einen gegnerischen Effekt auf den Friedhof geschickt wurde. Wo siehst du da 3?

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