Yugioh – To ban or not to ban: Eine Banlist, die irritiert

Yugioh-Spieler im TCG-Raum: „Hey Konami, bekommen wir im Juni eine neue Banlist oder nicht?“
Konami: „Ja.“

Alle paar Monate erscheint eine neue Liste mit verbotenen und limitierten Karten, die unsere Yugioh-Decks aufwerten, sabotieren oder auch mal ganz zerstören. Ab heute ist sie nun in Kraft, die neue Banlist, die eigentlich keine ist. Lange war umstritten, ob es durch die Corona-Pandemie überhaupt eine Banlist geben wird. Eigentlich haben wir uns alle eine gewünscht, als sie dann aber letzte Woche endlich veröffentlicht worden ist, kam die Ernüchterung aber recht schnell. Denn was Konami uns da präsentiert, irritiert erst einmal: Scrollt man durch die umfangreiche Liste und sucht nach neuen verbotenen oder limitierten Karten, findet man nichts. Konami hat eine Liste veröffentlicht, ja, aber keinerlei Karten neu verboten oder limitiert. Nicht einmal neue semi-limitierte Karten gibt es.

Dabei hätte es durchaus Potenzial gegeben: Das Steinbefreier– und das Eldlich-Thema erstarken gerade ungemein, Kristron Halqifibrax eröffnet haufenweise neue Chancen und auch Transportverbund ist nicht so ganz ohne.

Nichts als gähnende Leere zeigt die „neue“ Banlist

Einige wenige Änderungen gibt es dann aber doch: Drei Karten, die bisher limitiert waren, stehen fortan nicht mehr auf der Liste und dürfen wieder regulär dreimal gespielt werden. Dabei handelt es sich um Altergeist Multitäuscher, den es letztes Jahr in der Gold Sarcophagus Tin gab, Nekroz vom Einhorn, den ihr zum Beispiel in der Duel Power Box findet, und Geistungeheuer Ulti-Cannahawk, eine Secret Rare aus The Secret Forces. Vielleicht erfreuen sich die ein oder anderen von euch an diesen Änderungen, grundsätzlich wird diese Liste aber wohl nicht mehr als ein müdes Schulterzucken bei den meisten Spielern auslösen. Wirklich etwas ändern tut sich dadurch nicht.

Was steckt dahinter? 

Konami ist ein Konzern. Und als solcher steht nicht der Spaß der Spieler im Vordergrund, sondern Gewinnmaximierung. Die Corona-Pandemie hat alle Turniere auf Eis gelegt, sodass – zumindest physisch – in den letzten Monaten kein offizielles Turnier stattgefunden hat. Die Karten für die Online-Duelle gibt es aber in den einschlägigen Programmen kostenlos. Jeder Spieler kann sich hier sein ganz eigenes Deck zusammenbauen, ohne dabei die Kosten im Blick behalten zu müssen und ohne Kompromisse einzugehen. So hat sicherlich auch Konami einen Rückgang der Kauflust bei den Spielern zu verzeichnen, da reale Karten für Turniere einfach nicht nötig sind. Insofern hätte es aus unternehmerischer Sicht absolut keinen Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt Karten zu verbieten, die gerade erst erschienen und die bisher kaum gekauft worden sind.

Das Problem ist also nicht, dass es keine Karten gäbe, die eine Limitierung oder ein Verbot rechtfertigen würden, es geht dabei schlichtweg um Gewinnkalkulation und das ist ja auch irgendwo legitim. 

Das klingt nun härter als es ist, sehen wir es also positiv: Wir können uns noch eine ganze Weile länger an unseren Decks erfreuen, können ruhigen Gewissens weiterhin unsere begehrten Karten kaufen und müssen keine Angst haben, dass eine nahende Banlist unsere Decks zerstört – zumindest bis September, wenn die neue Banlist erscheint. Das heißt, falls eine erscheint. Ich für meinen Teil werde diese Liste nun zum Anlass nehmen und mich ganz entspannt einmal dem Steinbefreier-Thema zuwenden.

Euer

Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

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