Yugioh – Sieg ohne anzugreifen: Das Chain-Burner Deck

Eine Normalbeschwörung, eine Reihe von Spezialbeschwörungen, eine Battle-Phase und ein paar verdeckte Yugioh Karten in der Zauber- und Fallenkartenzone. Trotz vieler Spieloptionen sehen die meisten Duelle wohl immer noch ganz klassisch in ihrem Ablauf aus.

Ich möchte euch hingegen ein Yugioh Deck vorstellen, das auf jegliche Art des Angriffs verzichtet und trotzdem den Sieg über den Gegner im Blick hat. Wir schauen uns heute gemeinsam ein Chain Burner Deck an, das günstig zu bekommen ist und dennoch dem Gegner ordentlich zusetzen kann.

Wie üblich schauen wir uns zunächst eine Möglichkeit an dieses Deck zu spielen bevor ich im Weiteren einzelne Karten in den Blick nehmen und anhand dieser die Strategie hinter diesem Deck entfalte.

Verbrannte Lebenspunkte

Monsterkarten (5)Zauberkarten (11)Fallenkarten (27)Extra Deck (15)
2x Lilith, Dame der Wehklage
1x Michion, Herr der Zeit 
2x Absoluter König Düsen-Jack
3x Mystische Mine
2x Topf der Extravaganz
2x Topf der Gegensätzlichkeit
1x Landformen
1x Kettenschlag
1x Ein Tag voller Frieden
1x Dimensionsriss
1x Metaversum
3x Gerechte Nachspeisen
2x Ring der Zerstörung
3x Ojama Trio
3x Verborgene Sprengladung
3x Verborgenes Geschütz
3x Tollkühne Gier
3x Waghalsig voranstürmen
2x Waboku
1x Makrokosmos
2x Krug der Gier
1x Ring der Zerstörung
3x Linkuriboh

Rest nach Belieben

Auf den ersten Blick wird ersichtlich, dass dieses Deck fast ohne Monster auskommt. Stattdessen dient eine umfangreiche Palette an Fallenkarten eurer Verteidigung und zur Reduktion der gegnerischen Lebenspunkte. Ihr seid also auf Fallen angewiesen, sodass sich Lilith, Dame der Wehklage als wichtigstes Monster des Decks erweist…

Lilith, Dame der Wehklage

Diese Karte findet ihr – bisher exklusiv – im Lair of Darkness Structure Deck und sie kommt in schönem Ultra Rare daher.

Während es im Lair of Darkness Themendeck darum geht, gegnerische Monster für Liliths Effekt zu opfern, muss sie im Burner-Deck selbst herhalten. Dafür dürft ihr direkt eine Fallenkarte vom Deck aufs Spielfeld setzen. Das verleiht eurem Deck Geschwindigkeit. Fürchtet euch auch nicht vor einem leeren Feld, eure Fallen sollten euch ausreichend Schutz verleihen. 

Verborgene Sprengladung

Eine richtig fiese Karte ist Verborgene Sprengladung. Sie fügt dem Gegner 300 Punkte Schaden für jede Karte, die dein Gegner kontrolliert, zu. Wird diese Karte durch einen gegnerischen Effekt zerstört, nimmt sie 1000 seiner Lebenspunkte mit auf den Friedhof. Ihr könnt also abwägen, ob ihr Verborgene Sprengladung an eine potentielle Zerstörung von ihr ankettet oder nicht – je nachdem, was mehr Schaden verursacht.

Natürlich harmoniert diese Karte vor allem mit Ojama Trio ganz vortrefflich, aber ist auch von den anderen Lebenspunktefressern wie Verborgenes Geschütz und Gerechte Nachspeisen abhängig.

Michion, Herr der Zeit

Michion, Herr der Zeit halbiert bei einem Angriff einfach mal so die Lebenspunkte des Gegners. Er selbst kann dabei weder durch Kampf zerstört werden, noch erhaltet ihr Schaden aus einem Kampf mit diesem Monster. Ihr könnt den Gegner also gefahrlos angreifen, selbst wenn er starke Monster auf dem Feld hat. Oh, und auch durch Karteneffekte kann Michion nicht zerstört werden. Das in Kombination mit entsprechenden Burner-Fallen reduziert die Lebenspunkte des Gegners problemlos in einem Zug auf 0. Das Deck kann jedoch auch problemlos ohne ihn gewinnen.

Schutz der eigenen Lebenspunkte

Um die eigenen Lebenspunkte zu schützen, stehen euch in diesem Deck kaum Monster zur Verfügung. Marshmallon wäre hier theoretisch eine denkbare Ergänzung, denn er erfüllt gleich zwei Ansprüche, die die Strategie hinter diesem Deck stellt: Er fügt den gegnerischen Lebenspunkten Schaden zu und stellt eine einigermaßen solide Verteidigung vor gegnerischen Angriffen dar. Ich selbst habe mich hier aber für den Schutz über entsprechende Fallen wie Waboku oder Angsteinjagendes Gebrüll entschieden. Der beste Schutz der eigenen Lebenspunkte ist immer noch, den Gegner zu besiegen, bevor dieser euch Schaden zufügen kann 😉

Die Draw Engine

Dieses Deck funktioniert nur, wenn die Strategie rasch greift und schnell lange Ketten ausgelöst werden, die die gegnerischen Lebenspunkte idealerweise gleich auf 0 reduzieren. Wenn dieses Deck brickt, habt ihr wenige Optionen euch lange über Wasser zu halten. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass ihr rasch alle nötigen Karten auf die Hand bekommt. Da ihr euer Extra Deck eigentlich nicht braucht (eine Ausnahme stellt höchstens Linkuriboh dar), könnt ihr beruhigt Topf der Extravaganz spielen. Dieser ist mit Preisen über 50 Euro unerschwinglich teuer, da das Deck sonst preislich aber sehr günstig daher kommt, ist die Investition womöglich zu überlegen.

Ihr setzt hier bekanntermaßen vor allem auf Fallen, somit richten sich auch eure Monster danach aus. Lilith, Dame der Wehklage ist eigentlich im Lair of Darkness Thema zu Hause und fällt in unserem Deck ihrem eigenen Effekt zum Opfer, erlaubt es euch jedoch, einigermaßen gezielt Fallen vom Deck aufs Feld zu bringen.

Ähnlich wie Lilith begünstigt Absoluter König Düsen-Jack den flexiblen Einsatz eurer Fallenkarten. Im gegnerischen Spielzug könnt ihr ihn vom Friedhof verbannen und die oberste Karte eures Decks ausgraben. Handelt es sich dabei um eine normale Falle, könnt ihr sie setzen und noch im selben Spielzug aktivieren. Das wäre etwas willkürlich, wenn da nicht Düsen-Jacks zweiter Effekt wäre: Wenn er zerstört wird, könnt ihr euch die obersten drei Karten eures Decks ansehen und in beliebiger Reihenfolge zurücklegen. Insofern bleibt auch Absoluter König Düsen-Jacks erster Effekt nicht dem Zufall überlassen.

Blockade der gegnerischen Strategie

In diesem Deck seid ihr darauf angewiesen, die gegnerische Strategie zu zerschlagen und die Spielzüge des Gegners zu blockieren, bevor dieser die Oberhand gewinnt. Das gelingt mit verschiedenen Karten. Dimensionsriss verbannt die gegnerischen Monster und behindert vor allem Decks wie beispielsweise Donnerdrache oder Zombie. Da aber viele Decks den Friedhof aktiv ins Spiel einbeziehen, ist die Chance, den Gegner mit Dimensionsriss schmerzhaft zu treffen, verhältnismäßig hoch. Eine weitere, unfassbar nervige Karte ist Mystische Mine. Sie macht den Gegner nahezu spielunfähig. Wenn der Gegner mehr Monster kontrolliert als ihr – was bei eurer überschaubaren Anzahl an Monstern und eurer Strategie wohl nahezu immer der Fall sein dürfte – kann der Gegner weder Karteneffekte aktivieren, noch angreifen. Um die Mine zu zerstören, bleiben ihm also fast nur Zauber – und Fallenkarten. Solange er diese nicht hat, seid ihr in Sicherheit.

Vom Grab gerufen zählt ja schon länger zu den Standardkarten, die in vielen Decks anzutreffen ist. Auch hier solltet ihr deren Einsatz unbedingt erwägen. Sie kann gegnerische Handtraps annullieren (was vor allem im Fall von Aschenblüte & Freudiger Frühling absolut hilfreich ist, da ihr auf eine funktionierende Draw Engine angewiesen seid) oder lästige Monster aus dem Spiel verbannen, die euch andernfalls das Leben schwer machen würden.

Weiterhin beeinflusst ihr das gegnerische Feld durch Karten wie Ojama Trio. Diese Karte gewährt euch einen doppelten Vorteil: einerseits blockiert sie die gegnerische Main Monsterzone, andererseits generiert sie Monster auf der gegnerischen Spielfeldseite, die dann wiederum den zu erleidenden Schaden von Gerechte Nachspeise erhöht. Richtig gespielt reduziert dieses Deck die gegnerischen Optionen nachhaltig und macht sich gleichzeitig nagend an seinen Lebenspunkten zu schaffen.

Alternativen

Diese Variante wählt als Strategie die Auslöschung der gegnerischen Lebenspunkte und sabotiert gleichzeitig das gegnerische Deck so, dass es nicht voll ausgespielt werden kann.

Denkbar wäre es stattdessen auch, das Deck ausschließlich auf Burner auszulegen und den Gegner zu besiegen, bevor dieser überhaupt in der Lage ist, sich einen Vorteil zu erkämpfen. Auch könnt ihr die Draw Engine weiter erhöhen, indem ihr zusätzlich noch Krug der Gier spielt. Euer Deck profitiert ungemein von einer starken Hand, da euch andernfalls eure eh schon wackelige Verteidigung schnell das Genick brechen kann.

Spannend wäre auch eine noch ausführlichere Kombination mit dem Herr der Zeit Thema: Ergänzend denkbar wäre auch Metaion, Herr der Zeit. Er schickt beim Angriff alle Monster auf dem Feld auf die Hand zurück und fügt dem Gegner für jedes 300 Punkte Schaden zu. Da ihr selbst kaum Monster spielt, entsteht euch dabei kein Nachteil. Dafür haltet ihr den Gegner im Zaum und verhindert, dass seine Übermacht zu groß wird.

Fazit

Dieses Deck ist wunderbar dazu geeignet, sich Feinde zu machen. Mystische Mine ist eine sagenhaft nervige Karte, die jedes Duell nahezu zum Erliegen bringt. Da ihr mit diesem Deck nicht angreift, hat der Gegner in der Regel nicht unbegrenzt Erwiderungen auf eure lebenspunktefressenden Fallenkarten in der Hinterhand und muss sich seinem Schicksal fügen. Wer jedoch Wert auf ein spannendes Duell legt, ist mit diesem Deck schlecht bedient. Alle, die gerne elegant und ohne viel Aufwand das Spiel für sich entscheiden wollen, sollten Chain-Burner ernsthaft in Erwägung ziehen, da es wirklich ein sehr starkes und schnelles Deck ist.

Euer Hyozan

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