Die Banlist liegt hinter uns und das große Wundenlecken hat begonnen. Bei vielen Decks, doch es gibt auch Gewinner der Banlist. Und den größten Profiteur schauen wir uns heute an.
Schach, Engel und Synchromonster
Chaos Origins wird rückwirkend immer besser, denn hier erblickte das Deckthema erstmals das Licht der Welt. Während das Augenmerk der Spieler lange auf dem Ritual von Licht und Finsternis Deck lag, ist es nun vor allem Engelechy, das Chaos Origins attraktiv macht.
Das Deck folgt dabei einer ganz eigenen Spielmechanik.
Zugrunde liegen LICHT- und FINSTERNIS-Sychromonster vom Typ Fee, wobei ihr fast nur LICHT-Monster spielt. Im Main Deck spielt ihr zwar eine ganze Reihe an Zauber- und Fallenkarten des Archetypes, nicht jedoch Monster. Die einzigen Monster, die sich in eurem Main Deck befinden, sind demnach Handtraps und allein das macht das Deck schon in vielerlei Hinsicht besonders. Zugleich seid ihr auf Gedeih und Verderb auf Synchromonster angewiesen, die ihr aber nicht auf dem klassischen Wege beschwört, sondern mithilfe der erwähnten Zauber- und Fallenkarten. Und dann werden diese Synchromonster auch nicht zwingend in die Main oder Extra Monster Zone beschworen, sondern in die Zauber- und Fallenkartenzone. Viel Neues also, aber gerade das ist es doch, was das TCG ausmacht.
Obgleich das Deck auch schon auf der YCS in Paris recht ordentlich abgeschnitten hat, ist seine derzeitige Attraktivität vor allem zwei Faktoren zuzuschreiben: Einmal natürlich der Banlist, die dieses Deckthema entgegen einiger Erwartung nicht gleich beschnitten hat. Zugleich gab es aber auch neuen Support in Beyond the Brave. Ich habe die Spielstärke des Decks in meinem Artikel massiv unterschätzt, zu der Zeit war aber auch noch keine derart heftige Banlist zu erwarten. Dennoch: mea culpa. Jetzt ist Engelechy sicherlich eines der stärksten Decks und die YCS Houston hat das eindrücklich unter Beweis gestellt.
Das Deck
Ganze drei Spieler schafften es in Texas in die Top 16, was dem Deck eine Repräsentanz von 19% im Top Cut zuteilwerden lässt. Wir schauen uns heute das Deck Jamie Hunters an, der damit in die Top 4 kam. Ausdrücklich hingewiesen sei auf den Umstand, dass diese Liste noch nach der alten Banlist gestaltet ist und heute nicht mehr 1:1 so gespielt werden darf. Die Änderungen sind aber marginal, sodass ich euch die Liste dennoch vorstellen möchte.
| Monster | Zauber | Fallen | Extra Deck | Side Deck |
| 3 Aschenblüte & Freudiger Frühling 3 Geisteroger und Schneehase 3 Mulreizendes Fuwalos 2 Kauz & Schlossvogel | 3 Engelechy-Widerstand 3 Engelechy-Problem 3 Engelechy-Strategiebewertung 1 Brillanter Engelechy-Zug 1 Engelechy-Endspiel-Problem 3 Törichte Begräbnisbeigaben 2 Regenbogenbrücke Bifröst 1 Topf der Begierden 1 Landformen | 3 Engelechy-Eröffnung auf e4 1 Engelechy-Störung 1 Engelechy-Verdikt 3 Dominus-Impuls 3 Dominus-Säuberung | 2 Engelechy Rekrutiert 2 Engelechy Destrier 1 Engelechy Schlossvogt 2 Engelechy Bastion 2 Engelechy Shatranga 1 Engelechy Seneschal 1 Ahornmädchen 1 Angriffs-Schwarzflügel – Kusanagi der nahende Sturm 1 Meisterfeuer Hyperion 1 Chaosengel 1 Centur-Ion Legatia | 3 Inspektor Boarder 3 Nibiru, das Urwesen 3 Shiina, Zwillingsstürme des himmlischen Donners 2 Effektverschleierin 1 Auslöschungsinformant 3 Taifun |
Die Engel auf dem Schachbrett
Sprechen wir doch einmal über die zentralen Karten des Deckthemas. Den Support aus Beyond the Brave habe ich euch ja bereits vorgestellt, daher werde ich den hier nun ausklammern.
Engelechy-Eröffnung auf e4
Ungewöhnlicherweise beginnen wir mit einer Fallenkarte, das hat aber einen Grund: Von der Zauberkarte Engelechy-Strategiebewertung einmal abgesehen, sind die restlichen Main Deck Karten Commons oder bestenfalls Super Rares und somit keine große Investition. Das ist schön, leider kommt ihr aber nicht darum herum, Engelechy-Strategiebewertung aus Beyond the Brave und die Falle Engelechy-Eröffnung auf e4 je dreimal zu spielen.
Ausgesprochen spannend finde ich Engelechy-Eröffnung auf e4, weil sie explizit ihren Effekt darauf ausrichtet, dass der Gegner das Spiel beginnt. Tut er das nämlich, könnt ihr die Falle direkt in der Standby Phase des Gegners von der Hand aktivieren.
Diese Karte tut dann einfach alles. Erst einmal legt ihr eure Spielfeldzauberkarte direkt vom Deck, der Hand oder dem Friedhof in die betreffende Zone, dann beschwört ihr ein Engelechy-Monster der Stufe 2 oder 7 vom Extra Deck in die Extra-Monsterzone und dann legt ihr direkt hinterher ein Engelechy-Monster als offene Permanente Zauberkarte in die Zauber- und Fallenzone. Die Restriction, mit der dieser Effekt einhergeht, lockt euch zwar bis zum Ende des nächsten Zuges in Synchromonster, aber das ist in diesem Deck nun wirklich nicht der Rede wert. Mit einer Karte etabliert ihr also einen großen Teil eurer Deckstrategie und das alles auch noch im Turn 0 – das ist schon ein echtes Brett, daher verwundert es auch nicht, dass Engelechy-Eröffnung auf e4 eine sehr teure Karte ist, obwohl sie nur Ultra Rare ist.
Engelechy-Problem
Sprechen wir doch direkt einmal über die besagte Spielfeldzauberkarte, auch wenn die nur eine Common ist.
Einmal pro Spielzug könnt ihr eine Zauber- oder Fallenkarte abwerfen und dann ein Engelechy-Monster der Stufe 2 aus dem Extra Deck beschwören. Als Bonus dürft ihr zusätzlich auch ein Monster des Archetypes in die Zauber- und Fallenzone legen.
Zugleich schützt Engelechy-Problem euer Board, denn wenn einer eurer Schachengel zerstört wird, könnt ihr einen anderen zurück ins Extra Deck legen und dann direkt von dort aus beschwören.
Engelechy-Endspiel-Problem
Engelechy kommt nicht nur mit einer Spielfeldzauberkarte daher, sondern gleich mit zwei. Der Effekt von Engelechy-Endspiel-Problem ist abhängig davon, wie viele Engel in eurer Zauber- und Fallenzone liegen. Die Effekte addieren sich dabei auf, das heißt, ihr dürft alle niedrigeren Effekte ebenfalls benutzen.
Wenn ihr mindestens eine Zauber- und Fallenkartenzone besetzt habt, dürft ihr während der gegnerischen Standby Phase eine Karte ziehen. Habt ihr dort zwei Engel liegen, bestimmt ihr die Zone, in die der Gegner ein Monster als Spezialbeschwörung beschwört.
Ab drei Karten kommt der Effekt hinzu, dass ihr eine Engelechy-Falle in dem Spielzug aktivieren könnt, in dem sie gesetzt wurde.
Ab vier Engelechy-Monstern in eurer Zauber- und Fallenzone dürft ihr einmal pro Spielzug ein gegnerisches Monster, das soeben beschworen worden ist, verbannen. Und habt ihr alle Zonen voll, dürft ihr einmal pro Spielzug ein Engelechy-Monster als Spezialbeschwörung vom Extra Deck beschwören.
Engelechy-Störung
Kehren wir noch einmal zu den Fallen zurück, bevor wir uns dem Extra Deck zuwenden. Jamie Hunter spielt, abgesehen von Engelechy-Eröffnung auf e4, zwei archetypeeigene Fallen, beide jeweils einmal.
Engelechy-Störung schenkt dem Gegner die Kontrolle über eines eurer Engelechy-Monster, dann werden aber auch die Effekte der Karten in den benachbarten Monster- und Zauber- und Fallenzonen annulliert. Das bedeutet, im besten Falle annulliert diese eine kleine Falle vier gegnerische Karten. Bei Engelechy müssen also nicht nur die Engelechy-Spieler sondern auch die Gegner genau aufpassen, in welche Zonen sie ihre Karten legen. Liegt Engelechy-Störung im Friedhof, könnt ihr sie von dort verbannen und eine Zauberkarte oder eine Falle vom Deck der Hand hinzufügen, natürlich muss das aber eine Falle des Deckthemas sein – wäre sonst auch arg wild.
Engelechy-Verdikt
Noch einmal haben wir es bei Engelechy-Verdikt mit einer Karte zu tun, deren Effekt abhängig von der Präsenz an Engeln auf dem Spielfeld ist. Wenn ihr ein bis vier Engelechy-Monsterkarten kontrolliert, könnt ihr die Effekte einer offenen gegnerischen Karte annullieren. Ab fünf Engeln könnt ihr alle gegnerischen Karten verbannen.
Auch Engelechy-Verdikt könnt ihr vom Friedhof verbannen, zusätzlich legt ihr eine Engelechy-Karte von der Hand oder eurer Spielfeldseite auf den Friedhof, um ein Engelechy-Monster vom Extra Deck als Permanente Zauberkarte in eine passende Zone zu legen. Bei dem so gewählten Monster darf es sich allerdings um keine Karte handeln, die denselben Namen hat wie die anderen Karten in eurer Zauber- und Fallenzone.
Der erste Effekt ist nice to have und natürlich in beiden Fällen sehr stark. Was das Deck aber will, ist Engel in die Zauberzonen zu bekommen und da hilft euch Engelechy-Verdikt ungemein.
Engelechy Rekrutiert
Ihr spielt ein breit aufgestelltes Engel-Lineup, daher müssen wir auch alle Karten durchgehen, da alle hier gleichermaßen relevant sind. Die Liste spielt die Engel alle ein- oder zweimal, so habt ihr maximale Auswahl.
Spalten spielen bei diesem Deckthema eine entscheidende Rolle und das wird hier direkt deutlich: Einmal pro Spielzug könnt ihr ein gegnerisches Monster verbannen, das sich in der benachbarten Spalte zu dieser Karte befindet, dann geht die Kontrolle von Engelechy Rekrutiert allerdings auf den Gegner über und auch da kommen nur benachbarte Spalten infrage. Geht die Kontrolle dieser Karte also an den Gegner über, kann der Besitzer ein Engelechy-Monster vom Extra Deck spezialbeschwören und dafür Engelechy Rekrutiert zurück ins Extra Deck legen. Ihr habt hiermit also quasi endlos Zugriff auf diese Karte, da sie sich selbst recycelt.
Engelechy Destrier
Ebenfalls zweimal in der vorliegenden Deckliste vorhanden ist Engelechy Destrier. Auch mit ihr könnt ihr ein gegnerisches Monster verbannen, dieses Mal ist die Auflage sogar weniger spezifisch und das zu verbannende Monster muss sich nicht in einer unmittelbar benachbarten Spalte befinden, sondern lediglich in einer anderen als Engelechy Destrier.
Wird der Gaul selbst in die Zauber- und Fallenkartenzone gelegt, löst das seinen Effekt aus und ihr dürft euch eine Zauberkarte des Deckthemas aus dem Deck suchen und diese der Hand hinzufügen.
Und dann verteilt Engelechy Destrier noch ordentlich Burnschaden, denn als Permanente Zauberkarte fügt sie dem Gegner 500 Punkte Schaden zu und zwar jedes Mal, wenn der eine Karte oder einen Effekt aktiviert. Das bedeutet, allein durch 16 Aktivierungen burnt der Gegner seine Lebenspunkte auf 0 und das ist im modernen Yu-Gi-Oh! schnell erreicht – vor allem dann, wenn ihr Destrier im Turn 0 aufs Feld bekommt.
Engelechy Bastion
Engelechy Bastion ist der Turm des Schachthemas. Hier nun dürft ihr eine Karte in derselben Spalte wie diese Karte wählen und diese verbannen. Wird Bastion als Zauberkarte verwendet, könnt ihr einen Engelechy Shatranga als Permanente Zauberkarte in eine entsprechende Zone legen. Zusätzlich schützt er eure Engelechy-Monster, denn die können nicht durch gegnerische Karteneffekte zerstört werden, was es vor allem lästig macht, die als Zauberkarten verwendeten Synchromonster loszuwerden.
Engelechy Shatranga
Und last but not least ist da natürlich noch der besagte Engelechy Shatranga und natürlich schauen wir uns auch bei dem mal genau an, was der eigentlich so kann.
Unabhängig von irgendwelchen Zonen könnt ihr mit Engelechy Shatranga ein beliebiges gegnerisches Monster verbannen. Wird Engelechy Shatranga als Permanente Zauberkarte genutzt, dürft ihr eine Falle des Archetypes auf die Hand holen – und zwar aus dem Deck oder vom Friedhof. Zusätzlich darf der Gegner nur bis zu fünf Monstereffekte pro Spielzug aktivieren – und ja, da zählen auch annullierte Effekte mit, es reicht aus, wenn der Gegner versucht, den Effekt zu aktivieren.
Engelechy Seneschal
Wird Engelechy Seneschal als Spezialbeschwörung beschworen, dürfen beide Spieler ein Synchromonster vom Typ Fee vom Extra Deck spezialbeschwören. Die Effekte werden zwar annulliert, sie können nicht als Material für eine Link- und Xyz-Beschwörung verwendet werden und wenn sie das Spielfeld verlassen, werden sie nicht auf den Friedhof gelegt – von wo aus man sie problemlos zurückbeschwören könnte – sondern wandern zurück ins Extra Deck. Dass der Gegner hier ebenfalls ein Monster beschwören darf, kann vernachlässigt werden, denn die Spezifikation, dass es sich dabei um ein Fee-Synchromonster handeln muss, ist so eng gefasst, dass hier kaum jemand ein valides Ziel im Extra Deck haben dürfte. Wird Engelechy Seneschal zusätzlich als Ziel eines Angriffs durch ein Engelechy-Monster gewählt, wird der Angriff annulliert und die Kontrolle über den Seneschal geht an den Gegner über. Klingt erst einmal unterwältigend? Mag es für sich betrachtet vielleicht auch sein, innerhalb dieses Decks ist das aber nicht zu unterschätzen, denn gegnerische Monsterzonen zu blockieren, kann gegen das entsprechende Deck eine schwierige Geschichte sein – zum Beispiel gegen Elfnote, die die mittlere Main Monsterzone brauchen. Ist situativ, zugegeben, aber kann durchaus eine relevante Geschichte sein.
Die Macht von going second
Wir haben in letzter Zeit erschöpfend viel über darüber gesprochen, dass es fast schon ein Garant für den Sieg ist, das Spiel eröffnen zu dürfen. Das ist ein grundsätzlich strukturelles Problem bei Yu-Gi-Oh!, dem die neue Banlist zwar entgegenwirkt, das diese jedoch nicht aus der Welt schafft. Umso wichtiger sind Turn 0 Plays und da habt ihr dank der Falle Engelechy-Eröffnung auf e4 richtig gute Chancen. Ich zeige euch in einer kleinen Combo, wie:




Während der gegnerischen Standby Phase aktiviert ihr Engelechy-Eröffnung auf e4. Mithilfe dieser Karte aktiviert ihr direkt vom Deck eure Spielfeldzauberkarte Engelechy-Endspiel-Problem und beschwört das Synchromonster Engelechy Rekrutiert in die Extra-Monsterzone. Gelingt das, dürft ihr einen zweiten Engel als Permanente Zauberkarte in eine entsprechende Zone legen. Hier wählt ihr Engelechy Schlossvogt, die neue Ultra Rare aus Beyond the Brave.
Engelechy Schlossvogt erlaubt es euch, eine Engelechy-Karte vom Deck auf den Friedhof zu legen. Hier wählt ihr Engelechy-Verdikt, denn wie schon erwähnt, ist es vor allem der Friedhofseffekt, der die Mechanik des Deckthemas stützt.



Verbannt nun also Verdikt vom Friedhof, schickt Engelechy Rekrutiert direkt hinterher (das ist wichtig, denn wir brauchen unsere Extra-Monsterzone!) und erhaltet so Zugriff auf Engelechy Bastion, den ihr natürlich ebenfalls in eure Zauber- und Fallenzone legt. Der holt euch dann umgehend Engelechy Shatranga hinterher.


Shatranga sucht euch bekanntermaßen eine Falle und da Engelechy-Eröffnung auf e4 nicht once per turn ist, wäre die doch eine gute Idee, oder?
Jetzt wird auch klar, wieso wir die freie Extra Monsterzone brauchen, denn e4 lässt uns ausschließlich dorthin beschwören, aber wir haben ja vorgesorgt.
Jetzt endlich kommt auch Engelechy-Endspiel-Problem zum Einsatz. Ja, wir sind immer noch in der Standby Phase, daher können wir auch den ersten Effekt direkt nutzen und gepflegt eine Karte ziehen.




Erneut kommt nun Engelechy-Eröffnung auf e4 zum Einsatz. Wir ersetzen unsere Spielfeldzauberkarte Engelechy-Endspiel-Problem. Wenn ihr mehrere Exemplare spielt, könnt ihr theoretisch eine zweite aktivieren und noch eine Karte ziehen, da dieser Effekt nicht once per turn ist. Die Deckliste heute spielt aber nur eine Kopie, was ich gut nachvollziehen kann, da Engelechy-Endspiel-Problem auch bricken kann. Stattdessen solltet ihr also auf eure zweite Spielfeldzauberkarte zugreifen, Engelechy-Problem.
In die Extra-Monsterzone beschwört ihr eine weitere Kopie des Schlossvogts, in die Zauber- und Fallenzone kommt Engelechy Destrier.
Engelechy Destrier sucht euch nun eine Zauberkarte und das ist Engelechy-Strategiebewertung. Die gewährt euch während eures eigenen Zuges dann Zugriff auf nahezu jede relevante Engelechy-Karte aus dem Main Deck und die wiederum greifen auf euer Extra Deck zu.
Was haben wir?






Zeit, Bilanz zu ziehen. Die gesamte Combo, die ich euch hier gezeigt habe, spielt sich in der gegnerischen Standby Phase ab. Ihr habt ein quasi voll etabliertes Board mit einer Spielfeldzauberkarte, vier Karten in eurer Zauberzone und einer Monsterkarte. Da es sich hierbei mal wieder um eine klassische One-Card-Combo handelt, wie jedes Turnierdeck sie haben sollte, habt ihr zusätzlich eine Reihe an Karten auf der Hand, nämlich sechs insgesamt: Eine davon ist Engelechy-Strategiebewertung, eine weitere haben wir durch den Effekt der Spielfeldzauberkarte Engelechy-Endspiel-Problem gezogen und weitere vier sind noch aus unserer Eröffnungshand übrig, darunter im besten Fall Handtraps. In den eigenen Zug starten wir dann mit einem immensen Kartenvorteil, denn durch Bastion sind eure Karten relativ sicher.
Rundum ein Siegerdeck
Das Deck performt durch den neuen Support aus Beyond the Brave ganz hervorragend und wird gewiss in den nächsten Wochen noch ordentlich Siege einfahren. Aber es ist nicht nur am Duelltisch einer der Favoriten, sondern auch strukturell, denn Engelechy profitiert sehr von der neuen Banlist.
Besonders gut gefällt mir an dem Deck, dass hier wieder einmal eine ernstzunehmende Turn 0 Strategie möglich ist. Ich halte diese Mechanik immer noch für eine der vielversprechendsten, wenn es darum geht, den ersten Spielzug abzumildern.
Yu-Gi-Oh! war ursprünglich als rundenbasiertes TCG gedacht, aber seit das Powerlevel dieses Spiels so immens hoch ist, ist es einfach undenkbar, den Gegner ungestört spielen zu lassen. Ob da Handtraps ausreichen, wird sich zeigen. Das Verbot der entsprechenden Konterkarten mag ein erster Schritt sein, ich glaube aber nicht, dass diese Maßnahmen ausreichen. Im Eröffnungszug des Gegners direkt mitspielen zu können, das ist der Weg. Und in diesem Zusammenhang verstehe ich auch die Limitierung von Griffoh absolut nicht. ROLAD alleine hat nicht wirklich viel gemacht und konnte lediglich ein Monster beschwören, das zwar stark ist, aber nun nicht wirklich unbezwingbar. Die Problematik lag eher in den kooperierenden Engines wie eben Azamina oder Dunkler Magier. Dem Ritual von Licht und Finsternis die Turn 0 Möglichkeiten zu nehmen, das ist schon hart und unverdient, aber das ist gerade ja eigentlich auch gar nicht das Thema.
Was ich sagen will: Turn 0 ist vielversprechend und Engelechy ein echtes Spitzendeck. Günstig ist dieses Deck natürlich nicht, allerdings konzentrieren sich die Kosten hier auf wenige teure Karten, die ihr dann aber eben auch dreimal braucht. Kompensiert wird das durch viele Commons und Super Rares, sodass ihr immer noch in einem preislich erwartbaren Rahmen bleibt. Wenn das mal kein Argument ist!
Euer
Hyozan
















