Yugioh – Frostige Stimmung im neuen Structure Deck Freezing Chains

Das Jahr hat gefühlt gerade erst begonnen und neben Blazing Vortex beschert Konami uns nun auch direkt ein neues Structure Deck. Freezing Chains ist da! In der Vergangenheit sind das ein oder andere Mal durchaus passable Yugioh-Decks einem Structure Deck entwachsen: Dinosmasher’s Fury sorgt noch heute für Dino-Terror auf Turnieren, das ABC-Thema kam durch das Structure Deck: Seto Kaiba auf und ersetzte das wenig spielbare VWXYZ-Thema und Zombies wurden erst durch Zombie Horde wirklich brauchbar. Ob sich Freezing Chains da einreihen kann und für wen sich die Anschaffung lohnt, wollen wir heute einmal genauer betrachten.

Was ist Freezing Chains?

Es wird eisig. Freezing Chains hat sich ganz dem Eisbarriere-Thema verschrieben und bringt für dieses, wie das bei einem Structure Deck eben so üblich ist, neuen Support und vermeintlich elegante Spielmechaniken.

Es verwundert also nicht, dass Freezing Chains mit den Drachen der Eisbarriere ein gut 10 Jahre altes Thema aufgreift und mit neuer Power ausstattet. Der neue Support ist spannend und spieltechnisch interessant, inwieweit das Deck dadurch aber insgesamt wettbewerbstauglich wird, bleibt abzuwarten, ich werde aber am Ende des Artikels eine vorsichtige Prognose wagen.

Im Structure Deck Freezing Chains, welches ihr günstig bei uns im Shop findet, erwartet euch ein vorkonstruiertes und sofort spielfertiges Deck aus insgesamt 46 Yugioh Karten. Dieses besteht aus 37 Commons, 3 Super Rares und satten 6 Ultra Rares. Dazu gibt es ein bisschen Papier in Gestalt eines Regelbuches, einer Starthilfe für Duell-Neulinge und einer Spielunterlage. Bei eingefleischten Spielern wandert diese Beigabe wohl in den Müll, für Anfänger sind sie hingegen gerngesehene Hilfen – und womit sollte man sonst starten, wenn nicht mit einem Structure Deck?

Die Drachen der Eisbarriere

Schauen wir erst einmal auf ein paar altbekannte Veteranen, die seit nunmehr 10 Jahren im TCG existieren. Brionac, Drache der Eisbarriere, Gungnir, Drache der Eisbarriere und Trishula, Drache der Eisbarriere bilden das Zentrum des Decks. Diese Synchromonster werden nach unten hin unterstützt durch eine Reihe alter und neuer Monster-, Zauber- und Fallenkarten. In Trishulas Fall gibt es nun auch eine Weiterentwicklung in Gestalt des neuen Bossmonsters Trishula, Nulldrache der Eisbarriere, auf das wir gleich im Anschluss noch eingehen werden.

Generell war in den letzten Jahren unter den Drachen der Eisbarriere vor allem Trishula präsent. Das Synchromonster der Stufe 9 ist nämlich in der Lage, bei Beschwörung je eine Karte vom Feld, dem Friedhof und der Hand des Gegners zu verbannen – und das ohne zu zielen. Die Beschwörung ist dabei recht generisch, sie benötigt lediglich einen Empfänger und mindestens zwei Nicht-Empfänger-Monster. Dass die Beschwörung dadurch recht sperrig wird, mag wohl auch der Grund sein, warum Trishula trotz dieses Effekts nicht oft gespielt wird. Brionac und Gungnir fallen da etwas zurück, allein schon, weil sie zielende Effekte haben und Gungnir darüber hinaus ein Wasser-Monster als Material fordert. Insofern ist es durchaus legitim, dass ausgerechnet Trishula ein neues, starkes Support-Monster erhalten hat.

Trishula, Nulldrache der Eisbarriere

Besonders interessieren uns natürlich die neuen Karten dieses Sets – ganze neun Stück sind das! Und da starten wir direkt mit dem Titelmonster des Structure Decks. Dieses verfügt zwar über dieselben Werte wie sein Namensgeber und fordert dieselben Materialien für seine Synchrobeschwörung, ist dabei jedoch Stufe 11.

Während der klassische Trishula je eine Karte von Hand, Feld und Friedhof des Gegners verbannt, verbannt der Nulldrache der Eisbarriere drei Karten vom Feld des Gegners und das ohne zu zielen. Das ist ein immens potenter Effekt, denn er umgeht die meisten Schutzeffekte von Monstern, die nicht als Ziel von Karteneffekten und nicht durch diese zerstört werden können. Wird Trishula, Nulldrache der Eisbarriere zerstört, könnt ihr Trishula, Drache der Eisbarriere vom Extra Deck oder Friedhof spezialbeschwören. Trishulas Effekt greift dann zwar nicht, denn der funktioniert nur, wenn Trishula wirklich als Synchrobeschwörung beschworen wird, dank des Nulldrachens der Eisbarriere erhält euer klassischer Trishula dann aber einen ganz anderen, spannenden Effekt: Zunächst wird sein ATK-Wert zu 3300, dann halbiert er die ATK aller gegnerischen Monster und annulliert gleichzeitig ihre Effekte. Trishula, Drache der Eisbarriere wird durch dieses neue Synchromonster dadurch quasi zu einem Verbotenen Tropfen auf Beinen. Mit Flügeln. Und drei Köpfen.

General Wayne der Eisbarriere

Wenn er auf dem Spielfeld liegt, werden gegnerische Zauber- und Fallenkarten verbannt, anstatt auf den Friedhof zu wandern. Das kann gegen Eldlich-Spieler interessant sein, hat sonst aber wohl wenig Bedeutung. Wenn ihr darüber hinaus ein Eisbarriere-Monster besitzt und auch der Gegner über Monster verfügt, könnt ihr dieses Monster der Stufe 5 spezialbeschwören und dann eurer Hand eine Zauber- oder Fallenkarte des Eisbarriere-Themas hinzufügen. Das ist insgesamt ganz gut, denn zum einen benötigt ihr Material für eure Synchrobeschwörungen, zum anderen verleihen Sucheffekte einem Deck Geschwindigkeit und Konstanz. General Wayne der Eisbarriere ist also eine Karte, die in diesem Deck nicht fehlen sollte, am besten sogar in doppelter oder dreifacher Ausführung.  

Offenbarerin der Eisbarriere

Wenn ihr sie und ein anderes Eisbarriere-Monster kontrolliert, kann der Gegner keine Tributbeschwörungen durchführen. Dieser Effekt war vielleicht 2005 interessant, dürfte heutzutage aber nur Monarchen so wirklich behindern. Aber ihr Effekt geht ja zum Glück noch weiter: Ihr könnt eine Handkarte abwerfen und dann direkt einen Eisbarriere-Empfänger vom Deck spezialbeschwören. Die Einschränkung ist allerdings, dass ihr fortan nur noch Wasser-Monster spezialbeschwören könnt. Dennoch habt ihr mit ihr die Möglichkeit, Kristron Halqifibrax zu beschwören, denn der ist ein Wasser-Monster und euer Deck beinhaltet sowieso eigentlich nur Wasser-Monster.

Natürlich habt ihr ein gesteigertes Interesse daran, eure Empfänger schnell ins Spiel zu bringen, daher mag Offenbarerin der Eisbarriere durchaus zum Thema passen, ob sie euch aber da wirklich weiterhilft, bleibt abzuwarten.  Immerhin: Kristron Halqifibrax könnt ihr im gegnerischen Spielzug dann für Aufsteigerschnuppen-Drache opfern und so sogar im gegnerischen Zug eine Synchrobeschwörung durchführen.

Sprecherin für die Eisbarrieren

Für ihre Effekte müsst ihr ein Eisbarriere-Monster kontrollieren. Dann könnt ihr sie von der Hand spezialbeschwören oder vom Friedhof entfernen und eine Spielmarke beschwören. Da Sprecherin für die Eisbarrieren ein Monster der Stufe 4 ist, könnt ihr sie nach ihrer Spezialbeschwörung gut als Xyz-Material für Bahamut-Hai nutzen. Und der ist bekanntlich in der Lage, ohne große Umschweife Krötellig Umwerfend aufs Feld zu holen, was euch einen netten Negate-Effekt beschert. Aus diesem Grund solltet ihr die beiden erwähnten Xyz-Monster bei eurem Deckbau unbedingt berücksichtigen, auch wenn sie nicht im Structure Deck enthalten sind. Seit ihrem Reprint in Maximum Gold ist Krötellig Umwerfend auch gar nicht mehr teuer.

Hexa-Geist der Eisbarriere

Hier haben wir es nun endlich mit einem Empfänger zu tun. Als Monster der Stufe 1 könnt ihr ihn bequem durch Einer für einen ins Spiel bringen. Gleichzeitig ist die Stufe von Hexa-Geist der Eisbarriere variabel und kann durch ihren Effekt zwischen 1 und 3 variieren. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist ein Monster der Stufe 3 oder niedriger vom Deck auf den Friedhof zu legen, dann erhält diese Karte die entsprechende Stufe.

Zuijin der Eisbarriere

Das Kriegermonster ist, ähnlich wie Hexa-Geist der Eisbarriere, in der Lage, die Stufe eurer Monster anzupassen. Das klappt aber nur, wenn Zuijin im Friedhof liegt und ihr über ein Wasser-Monster verfügt, das mindestens Stufe 3 hat. Leider habt ihr hier keine Auswahl und müsst die Stufe um exakt zwei reduzieren, dafür könnt ihr Zuijin der Eisbarriere dann zusätzlich vom Friedhof spezialbeschwören. Ihr seht also, man muss hier tatsächlich ein wenig kalkulieren und das benötigte Material genau berechnen, was dieses Deck recht sperrig und unflexibel machen dürfte.

Wind über der Eisbarriere

Wenden wir uns nun noch zwei neuen Zauberkarten und einer neuen Falle zu. Wenn ihr euch bei eurem Material doch einmal verkalkuliert haben solltet, hilft euch Wind über der Eisbarriere. Mit ihr könnt ihr beliebig Monster der Stufe 4 oder niedriger und mit unterschiedlichem Namen vom Deck beschwören und so ideale Bedingungen für eure großen Synchromonster schaffen. Außerdem habt ihr mit dieser Karte die Möglichkeit, verbannte Monster zu recyceln und der Hand hinzuzufügen.

Frostketten der Eisbarriere

Mit dieser permanenten Zauberkarte könnt ihr ein Monster des Themas vom Friedhof spezialbeschwören, das maximal Stufe 4 ist. Gleichzeitig soll diese Karte euch vor Monstereffekten schützen, die von Extra Deck Monstern des Gegners ausgehen. Dafür müsst ihr allerdings drei Eisbarriere-Monster kontrollieren, was eine recht schwierige Bedingung ist: üblicherweise habt ihr in diesem Deck zwar die Möglichkeit, viele Monster zu beschwören, diese wollt ihr aber ja für eure Synchro-Monster nutzen, sodass ihr wohl eher selten dauerhaft über drei oder mehr Eisbarriere-Monster verfügen werdet.

Schrecken von Trishula

Schrecken von Trishula ist die einzige neue Fallenkarte des Eisbarriere-Themas. Sehr optimistisch richtet sich ihr Effekt nach der Anzahl an Eisbarriere Synchromonstern, die ihr kontrolliert.

Kontrolliert ihr lediglich ein Monster mit besagter Eigenschaft, könnt ihr eine gegnerische Karte verbannen ohne zu zielen. Habt ihr zwei Eisbarriere Synchromonster auf dem Feld, könnt ihr zusätzlich eine Karte vom gegnerischen Friedhof verbannen und bei drei Monstern, ihr ahnt es, könnt ihr auch noch eine Handkarte verbannen. Soweit entspricht diese Falle eigentlich Trishula, Drache der Eisbarriere, nur in weniger nützlich. Schrecken von Trishula bringt aber noch einen weiteren Effekt mit: Ihr könnt sie vom Friedhof verbannen und einen gegnerischen Effekt annullieren, der eure Eisbarriere-Monster als Ziel wählt. Anders als bei vielen anderen Karten des Themas könnt ihr diesen Effekt sogar im selben Spielzug aktivieren, in dem diese Karte auf den Friedhof gelegt wurde, was durchaus nützlich sein kann.

An sich klingt Schrecken von Trishula ganz spannend, ich hege aber Zweifel, ob die hier angenommene Feldpräsenz der Eisdrachen nicht etwas arg optimistisch ist: Im Yugioh des Jahres 2021 überleben die eigenen Monster eher selten eine Runde und die Eisdrachen verfügen von sich aus nicht einmal über solide Schutzeffekte, sodass es mühsam sein dürfte, soweit durch Handtraps und Negates zu spielen, dass am Ende drei Synchromonster euer Feld bevölkern und ihr Schrecken von Trishula dadurch voll auskosten könnt. Dadurch solltet ihr den ersten Verbannungseffekt als Haupteffekt betrachten und die zwei weiteren lediglich als nette Boni ansehen.

Prognose über die Spieltauglichkeit

Kommen wir also auch schon zu Überlegungen der Spielbarkeit, die sich ja den ganzen Artikel über immer ein wenig angedeutet haben dürften.

Einerseits ist es schön, dass ein über 10 Jahre altes Thema ganz plötzlich aufgegriffen und aktualisiert wird, andererseits mag auch gerade das etwas willkürlich wirken – wer hat schon wirklich Support für das Eisbarriere-Thema vermisst? Dass das Thema auch in 10 Jahren nie wirklich relevant war, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass zentrale Karten wie etwa Medaillon der Eisbarriere, die euch suchen lässt und nicht mal once per turn ist, in einer Dekade nicht einen einzigen Reprint erhalten haben. Daran zeigt sich schon, dass das besagte Medaillon oder auch Magisches Dreieck der Eisbarriere außerhalb des Themas keine Relevanz haben. Nun, da das Thema selbst weiteren Support erhalten hat, mögen die Drachen der Eisbarriere schneller aufs Feld gelangen, die starke Feldpräsenz, von der dieses Deck ausgeht, sehe ich aktuell aber nicht.

Gut gefällt mir hingegen das neue Bossmonster Trishula, Nulldrache der Eisbarriere. Über die Spielbarkeit kann man sicher streiten, aber hier haben wir einen zeitgemäßen und innovativen Effekt, der dem Gegner gut zusetzen kann. 

Wir haben es also mit einem spannenden Deck zu tun, das sicherlich jede Menge Spaß macht, aber dabei nicht metarelevant sein dürfte wie einst etwa Dinosmasher’s Fury oder Emperor of Darkness. Sowohl die Dinosaurier als auch die Monarchen erweisen sich übrigens als sehr konstant im aktiven Spiel, insofern sind die entsprechenden Structure Decks eine absolut lohnende Investition für alle, die ein spielstarkes und bezahlbares Deck möchten.  

Fazit

Das neue Structure Deck Freezing Chains hat einiges zu bieten: Ein modernes Bossmonster besticht ebenso wie eine ganze Reihe neuer Karten und einer abwechslungsreichen Spielmechanik. In puncto Reprints stechen leider nur Schwerer Staubsturm und Maßregelung hervor. Wer hier auf einen Reprint von Gefängnis des Eisdrachen gehofft hat, hoffte vergeblich: Die Fallenkarte ist erst in Rise of the Duelist erschienen und erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. Zwar wäre diese Karte absolut naheliegend in einem Eisdrache Structure Deck, aber bei aktuellen Preisen über 20 Euro auch sehr unrealistisch. Sie werden wir wohl frühestens in der diesjährigen Mega Tin zu Gesicht bekommen und auch dort dürfte sie wohl zu den begehrteren Karten gehören.

Wer aber beispielsweise Neueinsteiger ist, sich intensiver mit Synchrobeschwörungen befassen oder einfach ein Deck voller cooler Artworks genießen will, dem sei Freezing Chains wärmstens empfohlen. Ich für meinen Teil bin jedenfalls sehr gespannt, was für kreative Decks in Zukunft aus dem neuen Support gebastelt werden.

Euer Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

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