Yugioh – Link Ära: Die neuen World Chalice!

Ein überschwängliches Willkommen an alle meine Leser! Naa? Seid ihr auch alle brav auf euren Sneak Peeks gewesen? Ihr wisst ja, dass Konami sonst nachts in eure Häuser einbricht und euch eure Spielmatten klaut. Doch genug der Scherze, reden wir über etwas ernsthaftes, reden wir über Code of the Duelist. Tja. Was soll man über dieses Set großartig erzählen? Lange hat es nicht auf sich warten lassen.. und allzu überwältigend gut ist es auch nicht. Konami geht hier nach dem Prinzip des Zwangs. Eine neue Spielmechanik wird eingeführt, obwohl es bisher kaum Möglichkeiten diese aufzugreifen. Aber hey – im Gegensatz zu Synchro, Xyz und Pendel seid ihr gezwungen Link zu verwenden.

Ich will es allerdings nicht komplett schlechtreden – wirklich nicht, glaubt mir! Ein Spiel was sich nicht entwickelt und keine Schritte nach vorne macht, wird irgendwann langweilig und abgestanden. Allerdings ist Link für mich ein Schritt in die falsche Richtung, da es alle anderen Beschwörungsmethoden schlicht und einfach verdrängen wird. Besonders wenn Linkmonster irgendwann zu gute Effekte bekommen und es sich nicht mehr lohnt andere Beschwörungsmethoden zu verwenden, aber egal.

Die neuen Archetypes

Kommen wir zum tatsächlichen Titel des Artikels und befassen uns mit einem der neu eingeführten Archetypes. Da haben wir als Vorreiter Stargrail und Trickstar. Und bevor sich irgendjemand beschweren will, ich werde bei den englischen Namen bleiben, denn Weltenkelch hört sich an als hätte man das Wort „WM-Pokal“ durch 13 Sprachen im Google Übersetzer gejagt, bevor man es wieder ins Deutsche zurückübersetzt hat. Wenigstens haben sie bei Trickstar den Namen so belassen damit man heraushört, dass es Bühnenperformerinnen sein sollen.

Danach folgen die (nach meinen Informationen) auf Resident Evil basierenden Vendread (Venschrecken… würg..), ein neuer, friedhofsbasierter Ritualarchetype sowie Gouki, ein optisch asiatisch angehauchter Archetype, welcher sich zunutze macht, dass ihre Monster allesamt null DEF haben. Danach kommen die Twilightsworns, die meiner Meinung nach jedoch nur halb zählen, da sie stark mit den bereits existierenden Lightsworns zusammenarbeiten, praktisch zu ihrem Archetype dazuzählen und auch optisch einfach die Lightsworns mit schwarzen Capes sind. (Und bevor ihr fragt, ja auch Ryko, der Hund hat eines.)

Schließlich kommen noch die Supreme Kings eine Art halb-Archetype aus Z-ARCs Gefolgschaft und… Moment, was ist das? Ein jämmerlicher kleiner Fleck ganz unten auf meiner Liste.. ach ja! Erinnert ihr euch noch an U.A.? Diesen armseligen Sport-Archetype dessen Spieler scheinbar eine Mischung aus Basketball, Volleyball und Handball gespielt haben und der ein totaler Griff ins Klo war? Konami waren die Ultra Athletes nicht genug und deshalb gibt es jetzt natürlich noch die F.A. Das ist genau dasselbe, nur diesmal ist es die Formel-1. Darauf haben wir doch alle gewartet…

Damit verbleibt es dann noch den Support für bereits existierende Archetypes aufzulisten. Und zwar bekommen D/D beziehungsweise D/D/D, Antiker Antrieb, Predaplants, Traptrix, Spellbook, Dark World, Gerümpel, Ewig Infernale, Performapals, Galaxie, Gogogo, Schicksalshelden, Speedroids und Abyss Actors jeweils mindestens eine neue Yugioh Karte.

Doch sparen wir uns weiteres Geplänkel, werfen wir direkt einen Blick auf unsere ersten Neuankömmlinge, die Drei Fragez… ich meine den World Chalice Suchtrupp.

Auf der Suche nach dem heiligen Gra.. World Chalice!

Das Erste, was jeder von diesem Archetype wahrscheinlich mitbekommen wird, ist seine hohe Dichte mit mal wieder – richtig geraten – Lore. Den „Kern“ der Geschichte, den die Karten erzählen, bilden drei normale Monster, deren Namen aus irgendwelchen Gründen passive Verben sind: Crowned by the World Chalice, Chosen by the World Chalice und Beckoned by the World Chalice. Viel zu sagen gibt es dazu nicht, im Flavour Text ist von Mekktrositäten die Rede, was höchstwahrscheinlich dieser komische, insektenartige Archetype aus dem nächsten Set Circuit Break sein wird.

Vom reinen Spielaspekt her ist Beckoned ein anständiges Ziel für Rettungshase, um in einen Emeral (denn dieser Archetype muss viel recyceln) oder einen anderen Rank 4 zu gehen, die anderen beiden kann man je nach Build vergessen.

World Chalice Guardragon

Ein putziger, kleiner Drache in einem neuen Stil, welcher weniger realistisch als Burning Abyss oder Kozmo ist, aber nicht so Anime-haft wie die Vintage-Karten. Alleine das gibt schon Pluspunkte. Und dazu hat es sein Effekt auch noch ordentlich in sich! Er kann abgeworfen oder vom Feld auf den Friedhof geschickt werden, um einen beliebigen Effekt, welcher auf ein verlinktes Monster zielt, zu annullieren und diese Karte zerstören. Aber das war noch nicht alles! Zusätzlich kann er sich selbst vom Friedhof verbannen, um ein normales Monster vom Friedhof in eine verlinkte Zone zu specialn. (Pro Tip: Das ist zwar für die Stargrails gedacht, da man die normalen Monster allerdings eh nur zum verlinken verwendet, empfehle ich hier Sendbotin der Schöpfung – Venus und ihre drei glänzenden Bälle. Es geht sowohl schneller als auch konsistenter und es ist einfacher recycelbar.)

Alles in allem eine wirklich großartige Karte, mir fiele Nichts ein, worüber ich mich beschweren könnte.

Lee the World Chalice Fairy

Lee ist sozusagen der Geist des Topfes der Gier 2.0, nur in Moe. Zugegebenermaßen ist der World Chalice auch etwas ansehnlicher als der seit Anno Zwieback verbotene Spucknapf, aber ich schweife ab. Lee ist eine der „teureren“ Ultra Rares aus COTD (mit stolzen 5 Euro..), das allerdings ist „gerechtfertigt“. Wie Guardragon besitzt auch sie zwei nicht zu unterschätzende Effekte. Der Erste sucht einmal pro Spielzug, wenn sie normal- oder spezialbeschworen wird, ein „World Chalice„-Monster vom Deck auf die Hand. Generischer Searcher für die Maindeck-Monster? Ist immer was tolles! Der zweite Effekt ist nicht weniger stark. Man kann, ebenfalls einmal pro Spielzug, eine Karte vom Feld oder von der Hand auf den Friedhof legen, um Lee vom Friedhof wieder der Hand hinzuzufügen. Es braucht einen Moment, um das gesamte Kombopotenzial dieser Karte zu verstehen. Es ist jedoch noch größer als manch einer denken mag.

Der Suchtrupp

Die „Suchtrupp“-Linkmonster des Archetypes fungieren gleichzeitig als Combo-Pieces und als Bossmonster. Bisher sind es drei an der Zahl, denn sie sind jeweils die vom „Weltenkelch“ (dazu kommen wir gleich noch..) „geweihten“ Versionen ihres Normie-selbst. Alle teilen sich einen Floating-Effekt, welcher besagt, dass, sobald sie vom Feld auf den Friedhof geschickt werden, der Spieler ein World Chalice-Monster von der Hand spezialbeschwören kann.

Hier erfahren wir nun endlich auch die Namen dieser Adjektivsmenschen, nämlich Ningirsu, Auram und Ib, jeweils die Upgrades von Beckoned, Chosen und Crowned. Die Effekte selber sind nicht allzu komplex und doch angemessen stark. Ningirsu lässt euch bei der Beschwörung eine Karte für jedes mit ihm verlinkte World Chalice Monster ziehen! Zusätzlich besitzt er einen Schrottdrache-Effekt, der jeweils eine Karte auf dem Feld beider Spieler auswählt. Diese werden jedoch nicht zerstört, sondern stattdessen auf den Friedhof gelegt. Der Preis für diese mächtige Removal-Methode ist allerdings der, dass es kein Schnelleffekt ist und zielt.

Auram erhält 300 ATK für jedes World Legacy Monster mit unterschiedlichem Namen im Friedhof (also bisher eines, denn nur der Kelch selbst ist ein World Legacy Monster). Zusätzlich kann man einmal pro Spielzug ein World Chalice Monster, auf das er zeigt, als Tribut anbieten, um ein anderes (beliebiges!) Monster vom Friedhof in eine Zone, auf die er zeigt, zu beschwören. Eine Archetype-beschränkte Wiedergeburt also, das ist ehrlichgestanden ziemlich fantastisch und beeindruckt selbst mich.

Ib ist wohl die Schwächste im Bunde. Sie kann nicht durch Kampf oder Karteneffekte zerstört und auch nicht von ihnen als Ziel gewählt werden, solange sie verlinkt ist. Wenn allerdings ein Monster, auf das sie zeigt, durch einen Karteneffekt zerstört werden würde, kann man stattdessen sie auf den Friedhof schicken. Dies löst wiederum ihren Floating-Effekt aus, sodass sie insgesamt eher eine Support- als Bossrolle einnimmt. Für ein Link-2 Monster ist sie aber sicherlich nicht schlecht.

Imduk the World Chalice Dragon

Das letzte Linkmonster ist die geupgradete Version des Guardragons, was natürlich die Vermutung unterbreitet, dass auch Lee eine Link-Version verpasst bekommen wird. Imduk besitzt ebenfalls den mittlerweile bekannten Floating-Effekt und agiert im Gegensatz zu unserem Normie-Swat Team nur als Combostarter, der die zusätzliche Normalbeschwörung eines World Chalice Monsters ermöglicht. Dazu besitzt er jedoch eine weitere recht interessante Fähigkeit: Falls er gegen ein gegnerisches Monster kämpft, auf welches sein Linkmarker zeigt, kann er es noch vor dem Damage Step zerstören. Das würde ich jedoch weniger als tatsächlich hilfreich bewerten, da a) falls Imduk während eurer Battle Phase noch die Extra Monster Zone belegt beziehungsweise in eurer End Phase noch offen auf dem Feld liegt, habt ihr wahrscheinlich etwas falsch gemacht und b) der Gegner freie Wahl hat, in welche Zone er ein Monster beschwören möchte. Das heißt, wenn man ihn verwendet, wäre er eher eine kurzfristige Lösung, die auch nur dann funktioniert, wenn der Gegner blöd genug ist ein strategisch wichtiges Monster in eine Zone zu beschwören, der eine eurer verlinkten Zonen gegenüberliegt.

Doch werfen wir nun einen Blick auf das Teil, was das ganze Theater ausgelöst hat:

World Legacy – „World Chalice“

Der Kelch höchstselbst, auch wenn er für mich eher wie eine Sanduhr aussieht, ist eine vielfältige Karte. Ganze drei Effekte hat man in seinen Text gequetscht! Davon abgesehen ist er auch ein Ziel für Maschinenduplizierung, falls man seinem Gegner mit dem ersten Effekt wirklich auf die Nerven gehen will. Wenn ein Monster vom Extra Deck beschworen wird, kann man ihn als Tribut anbieten, um es auf den Friedhof zu legen! Die beiden anderen Effekte sind jeweils once-per-turn. Wenn der Kelch als Normalbeschwörung beschworen wurde und das Feld verlässt, spezialbeschwört er zwei World Chalice Monster aus dem Deck. Zusätzlich kann er während der Main Phase, außer in dem Zug, in dem er auf den Friedhof gelegt wurde, vom Friedhof aus dem Spiel entfernt werden, um eine World Legacy Karte vom Deck auf die Hand zu nehmen.

Ein wirklich vielseitiger Kübel und eine sinnvolle Mitte für das Deck, der dazu noch den Vorteil hat, gleichzeitig ein World Legacy und ein World Chalice Monster zu sein. Zum Schluss sehen wir uns noch die World Legacy Karten an, welche der Kelch neben sich selbst ja auch noch suchen kann.

World Legacy’s Heart

Die vermutlich beste der World Chalice Supportkarten. Ihr erster Effekt bewirkt, dass man zwei World Chalice Monster mit unterschiedlichen Namen vom Friedhof wieder der Hand hinzufügen kann. Der Zweite, dass, falls eines eurer verlinkten Linkmonster (ja, irgendeines) im Kampf zerstört werden würde, ihr stattdessen einfach sie aus dem Spiel entfernen könnt. Recycling und Protection, besser geht es für diesen Archetype kaum. Der Nachteil ist, dass sie nur einmal pro Zug aktiviert werden kann.

World Legacy Discovery

Der obligatorische Spielfeldzauber, der zusätzliche Floatingeffekte hinzufügt. Die Karte ist lausig, weil sie euch von den Aktionen des Gegners abhängig macht, und das sollte man nie sein. Ungefähr so sinnvoll wie Metamorformation. Nächste Karte!

World Legacy Landmark

Zum Preis eines World Legacy Monsters beschwört diese Falle zwei beliebige Monster vom Friedhof. Es besteht keine Typ- oder Kampfpositionsrestrikion, sprich theoretisch gesehen ist die Karte eine fantastische Doppel-Wiedergeburt. Da gibt es nur leider zwei kleine Problemchen: Erstens ist es eine Falle und daher von Natur aus langsam. Zweitens haben wir im Moment gerade ein einziges World Legacy Monster, nämlich den Kelch. Und der hat durch seine eigenen Effekte weitaus bessere Verwendungszwecke.

Im Allgemeinen würde ich den Archetype als ausgesprochen vielversprechend einschätzen. Alleine durch Venus haben sie Zugriff auf eine enorm starke Link-Engine und nutzen die neue Beschwörungsmethode bis an ihre derzeitigen Grenzen aus. Ob sie jedoch in Zukunft toppen werden oder eher in der Irrelevanz versinken werden, wird sich noch zeigen. Mit einer Investition in diesen Archetype kann man jedoch wenig falsch machen. Selbst die teuerste Karte der World Chalice, Ningirsu, wird euren Geldbeuteln derzeit mit knapp 7,50€ pro Stück nicht allzu wehtun. Außerdem ist in Circuit Break bereits Support für diesen Archetype bestätigt worden! Falls ihr euch für diese Karten interessiert, solltet ihr euch nicht die Code of the Duelist Special Edition entgehen lassen. Mit ein wenig Glück ist eure dort enthaltene spezielle Super Rare der Feierliche Schlag.

Doch nun verabschiede ich mich, ich hoffe euch wie immer etwas geholfen zu haben. Ohren steif und die Hand verdeckt.

M-Luka

Über M-Luka

Abiturient aus NRW, momentan beschäftigt im BfD im selbigen Bundesland. Seit 9 Jahren leidenschaftlicher Duellant.

5 Replies to “Yugioh – Link Ära: Die neuen World Chalice!”

  1. Michael

    Was soll denn an Discovery so schlecht sein… Wenn die richtigen Monster dazu veröffentlicht werden, wird die Karte richtig heftig.

    Antworten
    • M-Luka

      Nein, denn du bist entweder davon abhängig, dass das Monster durch Kampf zerstört wird, (sprich es müsste ein Stargrail gemacht werden der Vorteile daraus zieht im Kampf zerstört zu werden plus du müsstest ihn selbst in etwas Größeres reinrammen ODER falls du mit Discovery spezifisch etwas vom Friedhof durch Zerstörung im Kampf zurückfloaten willst bringt es dir in diesem Zug nichts mehr, da es in DEF beschworen wird, sprich es kann nicht angreifen und kein Plus generiert sondern nur neutral geht was dir faktisch also auch nicht hilft.)
      Die andere Option ist, dass es durch einen Karteneffekt zerstört wird, da zählen allerdings auch nur Gegnerische und kein Gegner wird so blöd sein, dir dann damit auch noch zu helfen sondern problematische Stargrails einfach anders removaln.

      Antworten
  2. Ofenkartoffel

    Gut geschriebener Text.
    Das einzige was falsch dargestellt wurde ist der Effekt von Ningirsu, denn der zielt nicht!

    Antworten
  3. Lucas

    Guten Abend,
    ich hatte auf Facebook geschrieben und dort wurde gemeint ich sollte mich hier mal melden, da mir hier bestimmt geholfen werden kann.
    Undzwar hab ich ca 2010-2011 mit yugioh aufgehört und würde nun gerne wieder anfangen zu Spielen nur habe ich leider keine Ahnung mehr von der momentanigen Meta und was man für deck´s spielt. Würde mich freuen wenn man mir da weiter helfen könnte da ich gern ein Lightsworn oder Blackwing Deck spielen möchte aber wie gensagt nich weiß wie diese im moment gebaut werden.
    mit freundlichen grüßen,
    Lucas

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.