Yugioh – Starter Deck Analyse: Link Strike

Seid gegrüßt, verehrte Leserschaft! Der altbekannte Prozess nimmt seinen Lauf: Eine neue Spielmechanik wird eingeführt, das Gameplay wird umgekrempelt und ein entsprechendes Starter-Deck wird veröffentlicht. Dieses Jahr, um den 21. Juli herum erwartet uns das Starter Deck 2017: Link Strike. Wenn das nicht Grund genug ist, sich das Deck mal etwas genauer anzuschauen!

Den meisten von euch wird das Konzept eines Starter-Decks nicht allzu fremd sein: Eine bunte Mischung aus Yugioh Karten und mittelmäßigen Staples, allerdings hin- und wieder gespickt mit interessanten Reprints und natürlich den Hauptgründen, warum die Starter-Decks nicht nur für Anfänger interessant sind. Seien wir Mal ganz ehrlich, so ein Starter enthält selten attraktive Karten für erfahrene TCG-Teilnehmer. Ich meine, wer braucht bitte seinen wahrscheinlich siebzehnten Staubtornado so dringend?

Der springende Punkt allerdings ist derselbe wie bei den XYZ-Startern der vergangenen Jahre – weniger bei dem Synchrostarter davor, denn komplett im Ernst, Gerümpelkrieger, Straßenkrieger, X-Säbel-Urbellum und dieser alljährliche Gaia-Abklatsch sind furchtbare Karten, vor allem weil wir da bereits einen ausgeweiteten Synchropool aus TDGS hatten, aber das ist ein anderes Thema. Das Starter Deck Link Strike empfiehlt sich alleine dadurch, dass die Linkmonster, die darin enthalten sind, für eine ganze Weile die Einzigen sein werden, auf die wir Zugriff haben werden, zusammen mit dem Aufgebot aus Code of the Duelist Display, von denen jedoch ein nicht kleiner Anteil archetype-spezifisch ist – davon abgesehen sind sämtliche enthaltenen Linkmonster sogar gut, jedenfalls im Verhältnis dazu wie „gut“ Straßenkrieger war.

Komplett am Rande führt das Deck auch den neuen Archetype der „Cyberse“ bei uns ein, der logischerweise aus einer Ansammlung sehr digital anmutender Gesellen besteht – aber das wird sich wahrscheinlich geben – ich möchte nur daran erinnern wie sich der Psi-Archetype von irgendwelchen kybernetisch verbesserten, genmutierten Aliens mit einer beunruhigenden Menge neongrün und -gelb in den Artworks zu sowas wie Gustos und Geistungeheuer-Zähmern gewandelt hat.

Doch nun genug der Vorreden, sehen wir uns die Deckliste an! Zu den jeweils etwas interessanteren und/oder neuen Posten werde ich meinen Senf abgeben, der Rest wird höchstwahrscheinlich selbsterklärend sein. Vorab sei jedoch angemerkt, dass ich nur zu den wenigsten Karten Bilder zeigen werde, aufgrund der schieren Masse, die wir uns ansehen.

Monster (20)

Bittron

Hier haben wir das erste, uns bekannte Monster des Cyberse-Archetypes. Das kleine, scheinbar von Apple entworfene iMonst.. ich meine Monster, ist weder ein Empfänger noch etwas anderes großartig besonderes. „Warum ist denn dann ein so mieses normales Monster in dem Deck?“, mag jetzt manch einer fragen. Ganz einfach: Einmal ist es die obligatorische 2k-Wall, welche in den meisten bis jedem Starter Deck enthalten ist. Der andere Grund ist der, dass wir hier eine Genex-Situation haben. So wie die so umfangreichen wie schlechten Genex, scheint der erste richtige „Archetype“ der Cyberse-Monster (wenn man es denn überhaupt so nennen kann) sich auf bestimmte normale Monster (in diesem Fall der Stufe 2, im Falle von Genex auf Genex Controller) zu fokussieren, was ihr auch gleich nochmal bestätigt bekommen werdet. Also ramscht eure verstaubten verzauberten Umkleidekabinen aus den Common-Kisten, es wird mal wieder Zeit für Gachi-Gachi Turbo! (… hoffentlich nicht, bitte Konami)

Davon abgesehen würde ich ganz gerne mal wieder eine wilde Vermutung aufstellen und behaupten, dass das hier der Kuriboh des neuen Animes sein soll, ohne auch nur eine Folge davon gesehen zu haben.

Draconnet

Es folgt das zweite Cyberse-Monster und die oben erwähnte Bestätigung. Draconnet beschwört nämlich bei seiner eigenen Normalbeschwörung ein Stufe 2 normales Monster von der Hand oder vom Deck in die offene Verteidigungsposition. *Hust* Bittron *Hust*. Eine Combokarte für den Serienprotagonisten, welche ganz subtil darauf hindeuten soll, dass sie zum Verlinken geschaffen wurde. Ich hoffe jedenfalls, dass es andeutet, dass der Archetype Shenanigans mit Level-2 normalen Monstern anstellen will, denn ansonsten hieße es, dass sich Konami entschieden hat Dekoichi und Bokoichi 2.0 rauszubringen.

Insgesamt erinnert die Karte stark an Sendbotin der Schöpfung – Venus, allerdings schlechter und schwächer, nur mit einem aufgepimpten, digitalen Aussehen.

RAM-Clouder

Oh Gott… wenn es so weiter geht, wird das Format nicht Linkformat sondern Punformat heißen, so viele miese Wortwitze sind in die Namen dieser Karten verpackt. Im Gegensatz zum Namen ist RAM-Clouder allerdings eine recht anständige Karte: Man kann einmal pro Spielzug ein Monster als Tribut anbieten, um ein Cyberse-Monster vom Friedhof spezialzubeschwören. Ich meine – immerhin geht die Karte nicht ins Minus, sondern neutral. Auf der anderen Seite generiert sie allerdings auch kein Plus…

Momentan ist unser Informationspool noch zu klein, um herauszufinden, ob RAM-Clouders Effekt unter Umständen sogar bis zu einem Hit missbrauchbar ist, da er wie geschaffen für das Loopen von Effekten scheint. Alles in allem eine Karte mit ungeklärtem Potenzial.

Linkslayer

Das vierte Cyberse und das letzte neue Maindeck-Monster. Linkslayer hat, auch wenn sein Name versucht uns etwas anderes mitzuteilen, absolut nichts damit zu tun, Linkmonster zu kontern. Genaugenommen ist er nur ein Cyber-Drache, sprich er spezialbeschwört sich selbst bei leerer Monsterzone. Zusätzlich kann er zum Preis von bis zu zwei Handkarten dieselbe Anzahl Zauber- und Fallenkarten auf dem Feld zerstören.

Wenn überhaupt ist das hier ein Pendulum Slayer… Naja wie auch immer, der Effekt ist in Ordnung und die Karte verwendbar, allerdings recht teuer und spezifisch im Vergleich zu einem schlichten Twin Twister – außer natürlich euer Deck profitiert stark von Friedhofspräsenz, dann ist das ganze eine andere Geschichte.

So, das allerdings war es nun mit den neuen Maindeck-Monstern, der Rest ist eine altbekannte Ansammlung an Reprints, bei denen ich jeweils anmerken werde, wenn sie aus der üblichen Standardaufreihung eines Starter Decks hervorstechen:

  • Galaxieschlange 
  • Geheimnisvoller Panzerdrache 
  • Ungeheuerkönig Barbaros 
  • Cyber Drache – Hatte zwar schon einen Common-Reprint, aber immer wieder schön einen neuen Druck zu sehen
  • Photonendrescher – Ebenfalls echt praktisch
  • Exarion Universum – Fun Fact: Diese Karte war tatsächlich mal eine Secret Rare aus einer Tin! Vor 14 Jahren…
  • Übelschar Mandragora 
  • Plündernder Hauptmann – Ein Klassiker!
  • Sangan – Sehr schön! Ein frischer Print mit dem neuen Erratum
  • Marshmallon – Ebenfalls ein Klassiker
  • Cardcar D 
  • Ryko, Lichtverpflichteter Jäger – Ich verstehe nicht ganz wieso aber definitiv nützlich, stehen doch die Twilightsworn vor der Tür (Auch wenn er bereits mehrere Common-Prints hatte)
  • Kampfausblender 
  • Flinke Vogelscheuche 
  • Effektverschleierin – Etwas outdated, aber definitiv eine starke Handtrap

Das waren die Monster, nun mal weiter im Text, und zwar mit..

Zauber (11)

Cynet Universe

Bei den Zaubern gibt es tatsächlich nur einen neuen Posten – aber holla, für eine Starterdeck-Karte hat der es in sich. Cynet Universe hat drei verschiedene Effekte. Erstens verpasst sie allen Linkmonstern, die der Kartenbesitzer kontrolliert einen 300 ATK Boost – vollkommen egal, so relevant wie der 300 ATK Boost für True Dracos auf Diagram. Beim zweiten wird es schon etwas interessanter: Einmal pro Spielzug kann ein beliebiges Monster vom Friedhof ins Deck zurückgemischt werden. Hm. Generiert zwar kein Plus, aber kostenloses recycling? Warum nicht, das könnte den ein oder anderen Loop in Gang bringen. Was mich persönlich jedoch am meisten erstaunt hat, ist der dritte Effekt: Wenn Cynet Universe offen durch einen Karteneffekt zerstört wird (auch durch einen eigenen!), nimmt sie alle Monster in den Extra-Monsterzonen mit. Und nein, sie werden nicht zerstört sondern „send to the GY“, zu deutsch auf den Friedhof gelegt.

Ein nicht zielender, nicht zerstörender Boardwipe der mit einem Drident, einem MST oder irgendetwas in der Richtung ausgelöst werden kann? Ich bin fast wirklich ernsthaft beeindruckt, dass sowas sein Debüt in einem Starterdeck feiert.

Die restlichen Zauber sind Reprints, und zwar wiefolgt:

  • Monster-Reinkarnation – Ein -1 aus vergangenen Zeiten.. hat niemand wirklich vermisst.
  • Schwarzes Loch – Braucht man immer
  • Mystischer Raum-Taifun
  • Buch des Mondes – Tatsächlich ein sehr guter Print, die Karte ist immer noch limitiert!
  • Verbotene Lanze
  • Gemeinsam sind wir Stark – Wow, Magic Ruler. DAS nenne ich mal oldschool.
  • Topf der Gegensätzlichkeit 
  • Bürde des Mächtigen – Die Famose ich-bringe-nichts-gegen-XYZ-Monster Vorzeigekarte
  • Nachschubtrupp – Rockt zugegebenermaßen in Fire Kings
  • Landformen – Unglaublich starke Karte, wie Dark Hole eine absolute staple (natürlich vorausgesetzt euer Deck verwendet auch einen Feldzauber..)

Fallen (9)

Kommen wir nun zu den Fallen! Unerfreulicherweise habe ich hier keine Neuerscheinungen zu vermelden, sondern nur Reprints. Naja, sehen wir uns trotzdem Mal die Liste an:

  • Krug der Trägheit  – Gut, aber langsam. Eine recht umstrittene Karte.
  • Ruf der Gejagten
  • Spiegelkraft
  • Reißender Tribut
  • Ring der Zerstörung
  • Bodenlose Fallgrube
  • Zwangsevakuierungsgerät 
  • Teuflische Kette
  • Finstere Bestechung – Für maximalen MLG-Value diese Karte auf Upstart Goblin anwenden, garantierter Top Kek.

Das Fallen-Lineup ist tatsächlich dieses Mal ungewöhnlich stark. Es besteht aus diversen, teilweise sogar limitierten Fallen, die dem Gegner wirklich den Tag versauen können. Ich muss sagen, auch hier bin ich für ein Starterdeck recht irritiert, normalerweise sieht man hier doch so einen Dreck wie Geben und Nehmen oder Sakuretsu-Rüstung

Link Monster (3)

Kommen wir aber jetzt endlich zu dem Part, auf den alle hauptsächlich gewartet haben! Die Aufreihung der drei Linkmonster, die dem Deck beiliegen. Kommen wir auch ohne Umschweife dazu und fangen an mit dem Covermonster…

Decode Talker

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber diese Karte ist wirklich gut. Sie bekommt einen kleinen wie irrelevanten ATK Boost, aber der interessante Part ist der zweite Effekt: Sobald der Gegner einen Effekt aktiviert, der irgendeine Karte, die du kontrollierst als Ziel wählt, kann man ein Monster, welches an Decode Talkers Link Markern sitzt, als Tribut anbieten, um die Aktivierung zu annullieren und die Karte zu zerstören – und auch wenn diese Bedingung etwas spezifisch ist, bemerke man, sie ist nicht once per turn. 

Honeybot

Honeybot hat einen genauso schlichten wie effektiven Effekt. Sie (..?) ist ein Monster, welches nicht in die originale Extra-Monster Zone beschworen werden sollte, sondern erst danach in die Hauptmonsterzone, damit sie die Zonen links und rechts neben sich sowohl verlinken als auch ihre späteren Bewohner mit ihrem Effekt beschützen kann. Dieser besagt nämlich, dass Monster in den Zonen, auf die ihre Linkmarker zeigen, vom keinem Spieler als Ziel für Karteneffekte gewählt oder durch Kampf zerstört werden können.

Zwar kann dies in einigen Situationen auch den Spieler selbst behindern, aber dennoch ist es schön mal einen freundlichen Aufpasser zu sehen, der deine Monster beschützt, im Gegensatz zu den Meisten, die einfach alles um sich herum in Schutt und Asche legen. Man muss dann nur noch in der Lage sein, auch den Aufpasser selbst zu beschützen.

Linkspider

Klein, simpel und einfach zu beschwören. Hier sieht man wieder die Shenanigans mit normalen Monstern, auf die der Cyberse-Typ gerade zudümpelt. Linkspinne lässt sich mit lediglich einem normalen Monster als Linkbeschwörung beschwören und ihr einziger Effekt ist, ein weiteres normales Monster der Stufe 4 oder niedriger von der Hand in die durch Linkspinne verlinkte Zone zu beschwören. Dies funktioniert natürlich nur, wenn die verlinkte Zone auch eine Monsterzone ist, sprich Linkspinne sollte, wenn man sie denn verwendet, als allererstes beschworen werden, denn all ihre Eigenschaften machen sie zum perfekten Übergangs-Linkmonster, welches praktischerweise direkt eine Link-2 Beschwörung vorbereitet.

So, aber nun verabschiede ich mich. Alles in allem enthält Link Strike ungewöhnlich gute Karten für ein Starter Deck und auch die neuen Link Monster sind nicht völlig unbrauchbar. Falls ihr nun genauso heiß auf das Starter Deck seid wie ich, dann denkt daran euch gleichzeitig noch das passende Zubehör zu besorgen. Ich hoffe euch wie immer geholfen und unterstützt zu haben. Vergesst nicht: Ohren Steif, Hand verdeckt.

M-Luka

Über M-Luka

Abiturient aus NRW, momentan beschäftigt im BfD im selbigen Bundesland. Seit 9 Jahren leidenschaftlicher Duellant.

3 Replies to “Yugioh – Starter Deck Analyse: Link Strike”

  1. Luca M

    Boah ich dachte zuerst, ich könnte evtl. meine Paleos noch mit der Spider spielen oder anderem aber: Falsch gedacht! Mit diesem Dinomist kann ich nur noch max. 3 Stück auf dem Feld von denen haben, muss dabei aber etwas tricksen: Spider her, special Toadally, Frogs beschwören (schätze ich brauch 3 mal Ronin) und daraus dann (nachdem die Spider vom Feld geschmissen wurde) den Decode Talker. Kann mir bitte jemand bestätigen, dass es klappt? 😀 Außerdem extremst viele Staples, lohnt sich für Anfänger, besonders freut mich die Lanze da ich 2 davon erst vor 2 Wochen für je 2€ (in Common) verkauft hab. Super tolle Beiträge von Dir! Verlass diese Seite niemals, wir brauchen dich!!! ;D

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  2. Julius Bäuerle

    Könnte man theoretisch mit Decode Talker gegnerische gelinkten Monster zerstören um zu annulieren ?
    Ja oder ?

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