Yugioh – Das sind die besten Handtraps des Formats

Seit bereits einigen Jahren sind Yu-Gi-Oh! Duelle ohne Handtraps kaum mehr vorzustellen. Sicherlich, im Casual-Bereich einigt man sich vielleicht darauf, auf die garstigen Störenfriede zu verzichten, sobald ihr aber auch nur die kleinste Dorf-Local besucht, werdet ihr zwangsläufig mit Handtraps in Kontakt kommen.

Der aktuelle Stand der Handtraps

Derzeit haben die Karten, die ihr einfach von der Hand abwerfen könnt, um gegnerische Spielzüge und Combos zu stören, keinen besonders dominanten Platz im kompetitiven Spiel. Aber gerade deswegen lohnt es sich, einmal genauer auf die besten Handtraps zu blicken, denn auch wenn ihr bei uns solche Artikel immer wieder findet, ändert sich mit der Zeit doch ein bisschen was.

Diese Liste spiegelt nun vor allem meine ganz persönlichen Erfahrungen wieder und es kann gut sein, dass ihr ganz anderer Meinung seid. Wenn das der Fall ist, so freue ich mich auf euren Input, möchte aber darum bitten, Kritik stets konstruktiv und wertschätzend zu formulieren, denn gewiss gibt es unterschiedliche Denkansätze, die zu unterschiedlichen Platzierungen führen können. Ich lege beispielsweise einen gewissen Wert auf generische Einsetzbarkeit und flexible Nutzung, andere wiederum blicken lediglich auf die Spitze der Meta und beurteilen nur aus dieser Sicht.

Finden wir also heraus, ob ihr mit meiner Einschätzung einverstanden seid!

Platz 10: Schädelmeister

Gerade so in die Top 10 schafft es Schädelmeister und das ist eine eher wackelige Angelegenheit. Im Grunde ist diese Karte eigentlich gleich stark wie Geistermädchen & Spukhaus, die am anderen Ende und damit auf den höheren Plätzen dieser Liste zu finden ist. Die Unterschiede im Effekt sind erst einmal gar nicht so gravierend, um eine solche Diskrepanz zu rechtfertigen, die Probleme des Schädelmeisters liegen aber meiner bescheidenen Meinung nach woanders: In einem sehr FINSTERNIS-lästigen Format wie dem derzeitigen spielt jeder Dharc, der finstere Zauberer in Düster. Und der kann sich bekanntlich am gegnerischen Friedhof bedienen. Nun ist Schädelmeister ein Monster der Stufe 4 und eignet sich daher hervorragend für eine ganze Palette an fiesen Xyz-Beschwörungen. Allen voran steht da natürlich Abyss-Bewohner, der in den Meta-Decks derzeit häufig anzutreffen ist.

Als FINSTERNIS-Monster begünstigt Schädelmeister außerdem die Beschwörung eines Abgeheuerlichen Drachen. Das alles tut Geistermädchen & Spukhaus nicht, denn die ist ERDE und nur Stufe 3. Und apropos Abgeheuerlich: Die kann Schädelmeister auch nicht aufhalten, das Geistermädchen aber sehr wohl.

Platz 9: Kauz & Schlossvogel

Wenig Play sieht momentan Kauz & Schlossvogel. Dabei ist diese Karte doch immer wieder relevant. Viele Decks wollen mehrfach pro Spielzug suchen und können es nicht, weil Kauz & Schlossvogel nur einen Sucheffekt zulässt. Je nach Format ist das mal besser oder mal schlechter und es werden auch wieder Zeiten kommen, in denen diese Handtrap relevanter ist.

Eine Ausnahme gibt es dann aber doch: gegen Wanderbrise ist der Kauz unheimlich stark und das Deck rund um die Vögel toppt doch regelmäßig und belegt häufig zweite Plätze auf großen Turnieren – auch wenn es zum endgültigen Sieg nie so ganz zu reichen scheint.

Warten wir also ab, ob wir in zukünftigen Formaten diese Handtrap wieder öfters sehen, aktuell ist sie einfach nur gegen sehr konkrete Decks gut, weshalb ich sie eher auf den höheren Plätzen sehe.

Platz 8: PSI-Hüllenpanzer Gamma

Gamma unterzubringen, war wirklich keine einfache Sache. Einerseits liegt sein Wert durchaus darin, alle Arten von Monstereffekten annullieren zu können. So habt ihr mit ihm die Möglichkeit, Karten wie Dimensionsverschieber zu annullieren, der euch sonst den ganzen Spielzug und demnach wohl das Duell kosten würde. Andererseits seid ihr bei PSI-Hüllenpanzer Gamma immer verpflichtet, einen Brick in Gestalt von PSI-Hüllentreiber zu spielen. Das mag zu verschmerzen sein, momentan gibt es aber einfach bessere Handtraps.

Platz 7: Nibiru, das Urwesen

Seit seinem Release in der Gold Sarcophagus Mega Tin 2019 hat diese Karte die Decks und Side Decks nachhaltig geprägt. Ähnlich wie Ausgeglichener Zweikampf erfüllt Nibiru, das Urwesen eine Doppelfunktion als Handtrap und Boardbreaker. Er steht dennoch heute nur auf Platz 7, weil die gegnerischen Monster auf den Friedhof wandern und von dort eventuell weiterhin Schabernack treiben können. Dem gegenüber verbannt Ausgeglichener Zweikampf die gegnerischen Monster und hält den Gegner dadurch eher auf als Nibiru, das Urwesen. Dennoch täuscht die Platzierung hier über den tatsächlichen Wert hinweg: Nibiru findet sich in vielen Side Decks und hat das Potenzial, den Gegner in seinem Tun zu stören. Dabei ist aber das richtige Timing entscheidend, denn wenn der Gegner erst einmal seinen Omni-Negate auf dem Feld hat, bringt euch Nibiru herzlich wenig.

Platz 6: Aschenblüte & Freudiger Frühling

Ja, ihr lest richtig. Seit ihrem Release ist es wohl das erste Mal, dass Aschenblüte & Freudiger Frühling in so einem Ranking nicht in den Top 3 steht und nicht einmal in den Top 5 zu finden ist.

Die wohl beliebteste Handtrap aller Zeiten hat erst im Herbst einen Common-Reprint im Structure Deck: Legend of the Crystal Beasts erhalten, was auch bitter nötig war, da jeder der zahlreichen Reprints vorher auch schon wieder über 10 Euro gekostet hat.

Im aktuellen Format ist Aschenblüte & Freudiger Frühling einfach nicht gut genug, um den Gegner wirklich aufzuhalten. Das mag sich aber ändern, wenn der neue Despia-Support in Photon Hypernova und Cyberstorm Access kommt und das Deck dadurch eventuell wieder im Meta-Bereich gespielt wird: Dann kann eine Aschenblüte, die auf Markierte Fusion abgeworfen wird, den gesamten Spielzug des Despia-Spielers zum Erliegen bringen. Das ist aber Zukunftsmusik, gegen Tränenklage-Ishizu bewirkt diese Handtrap derzeit nicht sonderlich viel.

Platz 5: Ausgeglichener Zweikampf

Als Despia-Spieler hasse ich diese Karte einfach. Despia verfügt bekanntermaßen über – noch! – keinen Omni-Negate und wenn der Gegner mit einem leeren Board in die Battle Phase geht, schiebe ich schon direkt mein Deck zusammen.

Als Boardbreaker ist Ausgeglichener Zweikampf also momentan vermutlich die erste Wahl, auch wenn einige Decks immer noch wunderbar mit Superpolymerisation fahren und das neue generische Target dafür, Garura, Flügel des nachklingenden Lebens, die Schnellzauberkarte als Boardbreaker vielleicht gleichermaßen attraktiv macht. Problematisch ist allerdings, dass Ausgeglichener Zweikampf gegen jede Form der Annullierung verliert. Ihr aktiviert sie während der eigenen Battle Phase und könnt euer Board ergo erst in der Main Phase 2 aufbauen, was grundsätzlich kein Problem ist, aber voraussetzt, dass Ausgeglichener Zweikampf nicht annulliert worden ist.

Im Side Deck solltet ihr diese Karte aber auf jeden Fall spielen und dank des Reprints in Magnificent Mavens bekommt ihr Ausgeglichener Zweikampf momentan für einen Preis, den diese Karte wohl nicht mehr lange halten wird.

Platz 4: Unendliche Unbeständigkeit

Unendliche Unbeständigkeit ist momentan wohl neben Ausgeglichener Zweikampf die einzige generische Falle, die wirklich zu empfehlen ist. Natürlich gibt es Decks, die vereinzelt Fallen spielen und wenn das Structure Deck: Beware of Traptrix erscheint, werden Fallen vielleicht auch wieder ein bisschen attraktiver, aber bis dahin ist es wohl Unendliche Unbeständigkeit, die den Gegner stören soll. Sie ist vor allem deshalb besser als Ausgeglichener Zweikampf, weil ihr sie im ersten Zug aktivieren könnt, um gegnerische Combos zu unterbrechen. Ausgeglichener Zweikampf kann zwar das gegnerische Board richtig heftig leerfegen, in der Regel ist es aber besser, den Gegner direkt daran zu hindern, ein starkes Board zu bauen. Auch wenn momentan gefühlt weniger Omni-Negates unterwegs sind als bisher, ist Unendliche Unbeständigkeit dagegen in der Regel immuner, denn ihr aktiviert sie, bevor der Gegner in seiner Comboline einen Omni-Negate baut.

Zugleich ist Unendliche Unbeständigkeit auch deutlich über Effektverschleierin anzusetzen, die ich in dieses Ranking gar nicht aufgenommen habe, weil sie als LICHT-Monster dem Gegner direkt ein Abgeheuerlich-Target liefert und daher im aktuellen Format einfach nicht so viel Vorteil generiert.

Platz 3: Geistermädchen & Spukhaus

Auf den ersten drei Plätzen befinden sich nun Karten, die den Friedhof betreffen. Dass in einem friedhofslastigen Format Handtraps, die den Friedhof manipulieren, an oberster Stelle stehen, dürfte kaum überraschen.

Geistermädchen & Spukhaus unterbindet im Grunde alles, was Interaktion mit dem Friedhof betrifft. Wenn der Gegner eine Karte vom Friedhof verbannen möchte, etwa, um einen Bystial zu beschwören, könnt ihr das mit Geistermädchen & Spukhaus verhindern. Wenn der Tränenklage-Spieler Karten vom Friedhof zurück ins Deck mischen will, könnt ihr das verhindern. Wenn der Despia-Spieler mit Markierte Verbannung einen Aluber vom Friedhof spezialbeschwören möchte, um dann euer Monster wegzufusionieren, könnt ihr das verhindern.

Ihr seht also, dass Geistermädchen & Spukhaus im aktuellen Format ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten bietet und daher von den „klassischen“ Handtraps momentan vielleicht die beste ist.

Platz 2: Dimensionsverschieber

Jedes Deck, das Dimensionsverschieber spielen kann, sollte ihn derzeit spielen. Das ist natürlich ganz vorneweg Wanderbrise. Der Erfolg dieses Decks liegt nicht zuletzt in seinen Möglichkeiten, Karten zu verbannen und die Rückkehr von Dimensionsriss und Makrokosmos durch die letzte Banlist haben diesem Deck noch einmal enorm geholfen. Nicht zu vergessen ist aber natürlich auch die Barrierenstatue der Sturmwinde, eine garstige Karte, die ein potenzieller Kandidat für die nächste Banlist wäre. Heute geht es aber um Handtraps und da ist Dimensionsverschieber die erste Wahl.

Wenn ihr keine Karten im Friedhof habt, könnt ihr Dimensionsverschieber abwerfen, damit bis zum Ende des nächsten Spielzugs alle Karten verbannt werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass auch euer eigener Zug betroffen ist, sodass ihr diese Handtrap nur spielen solltet, wenn ihr selbst nicht auf euren Friedhof angewiesen seid.

Ich habe beispielsweise Despia-Decks gesehen, die sich an dieser Karte versuchen und habe sie selbst auch mal in Despia getestet, was mich aber nicht überzeugt hat. Gleichzeitig ist sie natürlich ein starker Mitstreiter gegen Tränenklage-Ishizu, denn wenn alle gemillten Karten verbannt werden, tut das schon weh.

Trotzdem bleibt Dimensionsverschieber ein zweischneidiges Schwert: Er kann den Gegner schnell zum Aufgeben zwingen, wirklich gebrauchen könnt ihr ihn aber nur im ersten Zug, da ihr keine Karten im Friedhof haben dürft. Insofern ist er nicht so generisch einsetzbar wie es die Handtraps auf den schlechteren Plätzen sind, gleichzeitig ist sein Impact aber deutlich höher, daher habe ich Dimensionsverschieber auf den zweiten Platz gesetzt.

Platz 1: Die Abgeheuerlichen

Platz 1 gebührt seit ihrem Release in Darkwing Blast den Abgeheuerlichen Drachen, namentlich Magnamhut, Druiswurm und Saronir. Ich habe hier nicht weiter differenziert und alle drei Drachen unter einem Punkt zusammengefasst. Das liegt daran, dass die drei Herren zwar auf dem Feld oder im Friedhof unterschiedliche Effekte haben, ihren Beschwörungseffekt, der sie zur Handtrap macht, teilen sie aber. Wer in den letzten Monaten Yu-Gi-Oh!-abstinent war, der weiß vielleicht nicht, dass sich Saronir, Druiswurm und Magnamhut von der Hand spezialbeschwören lassen, indem man ein LICHT- oder FINSTERNIS-Monster von einem der beiden Friedhöfe verbannt. Wenn der Gegner ein Monster kontrolliert, könnt ihr das als Schnelleffekt tun, sodass ihr die Abgeheuerlich-Karten auch im gegnerischen Spielzug beschwören könnt und so gegnerische Friedhofsinteraktion stören könnt.

Da wir momentan ein sehr friedhofslastiges Format haben und darüber hinaus FINSTERNIS der meistgespielte Monstertyp ist (momentan sowieso), finden sich diese Monster momentan in nahezu jedem erfolgreichen Deck. Das zeigt auch der Blick auf die momentanen Top-Decks, die ich in meinem letzten Artikel beleuchtet habe.

An den Bystials, wie diese Drachen ihrem englischen Namen entsprechend auch hierzulande gerne genannt werden, weil der deutsche Name einfach unschön ist, kommt momentan also kein Turnierspieler vorbei und zugleich haben es alle schwer, die nicht im Top-Meta-Bereich spielen und auf ihre Friedhöfe angewiesen sind.

Würde man die drei Monster selbst noch einmal unterteilen wollen, so stünde wohl Abgeheuerlicher Magnamhut an erster Stelle, immerhin fungiert der als generischer Drachen-Searcher, was in Decks wie Dragon Link natürlich richtig gut kommt, aber auch Despia profitiert davon sehr. Andernfalls kann man sich mit ihm aber auch einfach weitere Bystials suchen, was als Follow-Up auch nicht zu verachten ist.

Platz 2 ginge an Abgeheuerlicher Druiswurm, der, wenn er vom Feld auf den Friedhof gelegt wird (also ja, auch, wenn er durch Superpolymerisation oder einen Kaiju tributiert wird) ein gegnerisches, spezialbeschworenes Monster zerstören kann und den dritten Platz würde Abgeheuerlicher Saronir verbuchen, der, wenn er auf den Friedhof gelegt wird, ein Abgeheuerlich-Monster oder eine Markiert-Zauber- oder Fallenkarte vom Deck auf den Friedhof befördern kann. Das ist natürlich vor allem in Despia-Decks attraktiv, dennoch wird Saronir aufgrund seines Beschwörungseffekts auch gerne dreimal gespielt, so wie seine Kollegen auch.

In Photon Hypernova kommt dann auch noch ein neuer Abgeheuerlicher Drache dazu. Wenn ihr wissen wollt, was der so drauf hat, dann schaut dazu gerne in meinen Artikel.

Summa summarum

Ein Blick auf die Decklisten der letzten Turniersieger genügt, um zu sehen, was an Handtraps momentan so angesagt ist. Das wird sich gewiss bald wieder wandeln, wenn auch das Format einen neuen Anstrich bekommt. Ob sich dann Aschenblüte & Freudiger Frühling in den Top-Bereich zurückkehrt und welchen Weg die Bystials nehmen, wenn Tränenklage-Ishizu erst einmal nicht mehr gespielt wird, weiß nur die Zukunft. Für den Moment schadet es aber gewiss nicht, sich mit Handtraps einzudecken und für alles gewappnet zu sein – erst recht, weil einige dieser Karten erst jüngst bezahlbare Reprints bekommen haben.

Ich freue mich darauf, euer Top-10-Ranking in den Kommentaren zu erfahren!

Euer

Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

3 Replies to “Yugioh – Das sind die besten Handtraps des Formats”

  1. Mike H.

    Hallo Hyozan,
    es bereitet mir immer eine sehr große Freude deine Beiträge zu lesen.
    Mich würde nur mal interessieren, wie du so zu deinen Artikeln recherchierst.
    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten
    • Hyozan

      Hallo Mike,
      Danke für das freundliche Feedback. Ich freue mich immer, wenn jemand kommentiert, dann habe ich das Gefühl, nicht so in den leeren Äther zu schreiben.
      Zu deiner Frage: als Quelle nutze ich verschiedene Webseiten und natürlich YouTube. Cardcluster ist eine gute Anlaufstelle für Decklisten und Infos zu Einzelkarten. Youtube hilft, wenn es um Combos oder einen erörternden Austausch über Decks, Tierlisten oder Banlistdiskussionen geht.
      Ich selbst spiele nicht kompetitiv, daher hole ich mir da immer wieder die Einschätzung eines Freundes und diskutiere Beobachtungen mit ihm. Damit ich selbst auch einen gewissen Eindruck vom Spielgeschehen habe, spiele ich viel online, etwa auf YGOPRO. Aber klar, wir sind auch nicht allwissend und Einschätzungen über zukünftigen Impact eines Decks oder Themas verlässlich zu treffen, ist meistens recht schwer.
      Ich hoffe, deine Frage ist damit beantwortet. Wenn nicht, einfach nachhaken!

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