Yugioh – Die Wanderbrise-Vögel auf dem Vormarsch

Vögel sind im aktuellen Format ein echtes Thema: Die Lyrikliedervögel arbeiten eng mit den Tri-Brigade-Monstern zusammen und terrorisieren das eine oder andere Turnier und auch die Wanderbrise-Vögel sind nicht von schlechten Eltern.

Dieses Deck, das im Englischen den sperrigen Titel Floowandereeze trägt, schauen wir uns heute einmal genauer an.

Die Spielmechanik

Burst of Destiny hat eingeschlagen wie eine Bombe. Allen voran brachte uns dieses Set das starke Schwertseelen-Thema, aber auch generische Karten wie Miniaturwelt, Schicksals-HELD – Destroyer Phoenix Enforcer oder Herr des Himmlischen Gefängnisses erzielen mittlerweile absurde Preise, weil sie einfach in vielen Yugioh Decks gespielt werden können.

Wanderbrise rückt da erst einmal ein bisschen in den Hintergrund, denn im aktuellen Meta ist dieses Deck momentan (noch) nicht wirklich verankert. In Battle of Chaos erhält das Thema zwar weiteren Support in Gestalt der Schnellzauberkarte Floowandereeze and the Journey Preparations, das dürfte jedoch kaum ausreichend sein, um das Deck wirklich in den Top Tier Bereich zu katapultieren.

Battle of Chaos wird bei uns im Februar erscheinen und durch starken Support die Decks rund um den Blauäugigen weißen Drachen und den Dunklen Magier weiter ausbauen. Ob das für den Meta-Bereich reicht, erfahrt ihr HIER, das Set könnt ihr aber natürlich schon jetzt günstig bei uns im Shop vorbestellen.

Das Deck um die Wanderbrise-Vögel nun setzt auf Normal- und Tributbeschwörungen. Das scheint im Jahr 2021 recht unattraktiv und langsam, da ihr aber auch im gegnerischen Spielzug beschwören könnt, könnt ihr mit diesem Deck dem Gegner schwer zusetzen. Mehr noch: das Deck ist weder auf das Extra Deck angewiesen, noch spielt es eine Rolle, ob eure Karten im Friedhof liegen oder verbannt werden. Das macht es umso schwerer, gegen Wanderbrise eine solide Strategie zu entwickeln, denn ihr findet nirgends so recht einen Punkt, an dem ihr dieses neue Themendeck zu fassen bekommt. Ihr selbst macht euch diese Eigenarten natürlich zunutze, indem ihr die Entbehrlichkeit des Extra Decks für den Einsatz einschlägiger Töpfe nutzt und die Monster des Gegners verbannt – ganz egal, wenn es dabei auch eure eigenen Monster trifft.

Kritisch ist hier, wie so oft, vor allem aber die Spielfeldzauberkarte Zombiewelt. Die meisten Decks leiden darunter, dass mit ihr alle Monster auf dem Feld und in den Friedhöfen zu Zombies werden, etwa Tri-Brigade oder Dragonlink. Gleichzeitig können aber auch nur Zombies als Tributbeschwörung beschworen werden. Das ist für die meisten Decks unerheblich, Monarchen und Wanderbrise leiden aber unter dieser Einschränkung.

Das Deck

Monster (19)Zauber (17)Fallen (6)
3 Wanderbrise und Rotkehla
3 Wanderbrise und Adlen
1 Wanderbrise und Strau
1 Wanderbrise und Tukkan
1 Barrierestatue der Sturmwinde
2 Wanderbrise und Kaisen
1 Nebeltal-Goldadler
1 Raiza der Megamonarch
3 Dimensionsverschieber
3 Aschenblüte & Freudiger Frühling

3 Wanderbrise und die großartige Karte
2 Topf des Wohlstands
3 Topf der Gegensätzlichkeit
2 Wanderbrise und die unbekannten Winde
1 Landformen
1 Gold-Sarkophag
2 Auslöschungsinformant
3 Verbotener Tropfen
3 Unendliche Unbeständigkeit
1 Wanderbrise und die träumende Stadt
2 Wanderbrise und das schreckliche Meer

Wanderbrise und Rotkehla

Wanderbrise und Rotkehla solltet ihr auf jeden Fall dreimal spielen, denn sie wollt ihr unbedingt auf der Starthand haben.

Wenn sie das Spielfeld verlässt, wird sie stattdessen verbannt und ihr könnt keine Spezialbeschwörungen durchführen, sobald ihr ihre Effekte aktiviert. Diese Einschränkungen sind hart, gleichzeitig bieten sie euch aber auch einige Chancen, wie oben ja bereits angesprochen.

Wenn ihr Rotkehla als Normalbeschwörung beschwört, könnt ihr euch ein Geflügeltes Ungeheuer der Stufe 4 oder niedriger aus dem Deck auf die Hand holen und direkt danach eine weitere Normalbeschwörung eines Geflügelten Ungeheuers durchführen.

Wenn ihr außerdem ein Geflügeltes Ungeheuer beschwört, solange Wanderbrise und Rotkehla verbannt ist, könnt ihr Rotkehla zurück auf die Hand holen. Ihr seht also, dass verbannte Monster hier nicht wirklich verloren sind, sondern sogar zu euch zurückwandern.

Wanderbrise und Adlen

Ein dankbares Ziel für den Sucheffekt von Wanderbrise und Rotkehla ist Wanderbrise und Adlen. Wird er als Normalbeschwörung beschworen, könnt ihr euch ein Monster, das mindestens Stufe 7 ist, aus dem Deck suchen und mithilfe von Adlens Effekt dann auch direkt als Tributbeschwörung beschwören – mit Rotkehla und Adlen habt ihr die benötigten Materialien ja schon auf dem Feld.

Ansonsten teilt natürlich auch Adlen die Einschränkungen der anderen Wanderbrise-Monster: Er wird verbannt, wenn er das Feld verlässt und ihr könnt keine Spezialbeschwörungen durchführen. Mit Adlens Effekt könnt ihr euch zwei Ziele suchen:

Wanderbrise und Kaisen

Das erste mögliche Ziel ist das themeneigene Bossmonster Wanderbrise und Kaisen. Wird diese Karte als Tributbeschwörung beschworen, könnt ihr eine Wanderbrise Zauber- oder Fallenkarte aus dem Deck suchen und anschließend eine Normalbeschwörung durchführen.

Außerdem kann der Gegner keine Effekte von als Spezialbeschwörung beschworenen Monstern aktivieren, solange sich Kaisen auf dem Feld befindet. Eurem Gegner bleibt also in der Regel nur der Kampf, um Wanderbrise und Kaisen loszuwerden. Mit einer ATK von 2700 ist Kaisen aber durchaus ein solider Gegner, hinzu kommt sein Schnelleffekt: Während der Schadensberechnung könnt ihr eine Handkarte verbannen und dann die ATK und DEF eines angreifenden Monsters halbieren.

Wanderbrise und Kaisen ist also das eigentliche Bossmonster des Decks, das durch gegnerische Monster kaum überwunden werden kann und somit nur durch Zauber- und Fallenkarten zerstört werden kann.

Raiza der Megamonarch

Die Monster dieses Decks sind entweder von der Eigenschaft WASSER oder WIND. Insofern kann man natürlich auch über das WIND-Monster Raiza der Megamonarch als zweites Bossmonster nachdenken. Als Monarch wird er ganz regulär als Tributbeschwörung beschworen und passt dadurch natürlich wunderbar ins Wanderbrise-Deck. Eigentlich benötigt Raiza als Monster der Stufe 8 zwei Tribute, ihr könnt aber auch einfach ein als Tributbeschwörung beschworenes Monster opfern. Wird Raiza beschworen, könnt ihr eine Karte vom Friedhof und eine vom Spielfeld zurück aufs Deck des Gegners legen. Wenn ihr für die Tributbeschwörung außerdem ein WIND-Monster verwendet habt (und ihr spielt ja recht viele WIND-Monster), könnt ihr eine zusätzliche Karte auf dem Feld auf die Hand zurückgeben. Diese Effekte zielen zwar, sind ansonsten aber wirklich stark und können spielentscheidend sein – zumal Raiza der Megamonarch selbst mit einer ATK von 2800 auch einige Durchschlagskraft mitbringt.

Wanderbrise und Strau

Kommen wir aber zurück zum Wanderbrise-Thema und sprechen noch kurz über Wanderbrise und Strau, den ich zwar nur einmal spiele, der aber als lustige Handtrap fungieren kann. Wird Strau beschworen, könnt ihr eine Karte vom gegnerischen oder auch dem eigenen Friedhof verbannen. Wenn ihr Strau im gegnerischen Spielzug beschwört, funktioniert Wanderbrise und Strau quasi als D. D. Krähe. Außerdem könnt ihr auch hier direkt im Anschluss eine Normalbeschwörung durchführen.

Barrierenstatue der Sturmwinde

Im gegnerischen Spielzug beschwören zu können, ist garstig und kann den Gegner ordentlich in die Bredouille bringen. Hier ist das besonders stark der Fall, denn ihr findet hier eine Vielzahl an Karten, die die gegnerische Strategie unterbrechen. Ein wichtiger Mitstreiter ist dabei Barrierenstatue der Sturmwinde. Als WIND-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer könnt ihr sie mit den Wanderbrise-Vögeln beschwören. Fortan können keine anderen Monster mehr als Spezialbeschwörung beschworen werden als WIND-Monster. Euch tangiert das im doppelten Sinne nicht: zum einen spielt ihr einige WIND-Monster. Zum anderen führt ihr sowieso keine Spezialbeschwörungen durch.

Wanderbrise und die großartige Karte

Sprechen wir noch über ein paar Zauberkarten. Die Spielfeldzauberkarte Wanderbrise und die großartige Karte ist das Herzstück des Decks. Während eurer Main Phase könnt ihr eine Wanderbrise-Karte vom Deck verbannen und dann ein Monster als Normalbeschwörung beschwören. Was erst wie eine Einschränkung aussieht, ist tatsächlich aber ein Sucheffekt, denn die kleinen Vögel bleiben bekanntlich nicht lange verbannt und wandern auf die Hand, sobald ein Geflügeltes Ungeheuer beschworen wird.

Außerdem könnt ihr mit der Spielfeldzauberkarte im gegnerischen Zug eine Normalbeschwörung durchführen, sobald der Gegner ein Monster normalbeschwört. Dass das eine ganze Reihe an Effekten, Beschwörungen und Negates mit sich bringt, dürfte mittlerweile klar sein.

Wanderbrise und die unbekannten Winde

Ihr spielt in diesem Deck mit Wanderbrise und Kaisen und Raiza der Megamonarch zwei Monster, die zwei Tribute für ihre Beschwörung benötigen. Mit Wanderbrise und die unbekannten Winde könnt ihr aber ganz einfach eine gegnerische Karte mit tributieren. Außerdem könnt ihr unbrauchbare Monster unters Deck legen und dafür neu ziehen. Dadurch wird versucht, der Schwäche dieses Decks entgegenzuwirken, denn ihr habt leider ein Problem mit Bricks in diesem Deck.

Die Töpfe

Gegen Bricks hilft es, die Draw Engine anzukurbeln. Das gelingt am besten mit ein paar Töpfen, die ihr in diesem Deck unbedingt spielen solltet.

Nicht sehr budgetfreundlich ist der Einsatz von Topf des Wohlstands. Mit ihm könnt ihr Karten vom Extra Deck verbannen und dann entsprechend Karten von eurem Deck ansehen und dann eine der Hand hinzufügen. Zwar dürft ihr hier im Gegensatz zu Topf der Extravaganz, der zahlreiche Reprints (in der 2020er Mega Tin, Toon Chaos und erst jüngst in Maximum Gold: El Dorado) erfahren hat und immer noch recht teuer ist, nur eine Karte ziehen, dafür könnt ihr bestimmen, welche Karte das ist.

Die budgetfreundliche Variante stellt indes Topf der Gegensätzlichkeit dar. Ihr könnt in dem Spielzug, in dem ihr ihn aktiviert, keine Spezialbeschwörungen durchführen. Das macht ihn für die meisten Decks unattraktiv, nicht jedoch für Wanderbrise, wo ihr sowieso nicht spezialbeschwört.

Extra Deck

Die Konsequenz aus der Spielmechanik dieses Decks ist, dass ihr kein Extra Deck benötigt. Wenn ihr die teuren Töpfe spielt, dient euer Extra Deck lediglich als Futter dafür. Wenn ihr euch aber für eine Budget-Variante entscheidet, könnt ihr theoretisch auch auf das Extra Deck verzichten.

Generell ist das Thema recht geldbeutelfreundlich. Am teuersten sind die Spielfeldzauberkarte und Wanderbrise und Kaisen, beide bewegen sich aber noch in einem akzeptablen Rahmen. Ihr seid also frei in der Gestaltung eures Extra Decks, doch was bedeutet das?

Ihr könnt beispielsweise gegen Dogmatika vorsorgen und Cyber Drache Nova mit einem entsprechenden Ziel spielen. In diesem Zusammenhang ist auch Ältestes Wesen N‘tss ratsam.

Je nachdem, wie euer Handtrap-Lineup aussieht, könnt ihr auch Geisterschnitter und Winterkirschblüten spielen. Mit ihr könnt ihr ein gegnerisches Monster aus dem Extra Deck verbannen, wenn ihr dieses aus dem eigenen Extra Deck vorzeigt. Auf diese Weise könnt ihr starke Decks ihrer Bossmonster berauben, könnt Rotäugiger Dunkler Dragoner oder Schicksals-HELD – Destroyer Phoenix Enforcer outen, bevor sie überhaupt aufs Feld kommen oder Tri-Brigade seine Linkmonster stehlen. Problematisch ist hier aber natürlich die Budgetfrage: die metarelevanten Extra Deck Monster sind meistens auch entsprechend teuer und es ist fraglich, ob ihr euch teure Karten anschaffen wollt, nur um sie dann mit Geisterschnitter und Winterkirschblüte wieder zu verbannen. Diese Option ist also eher etwas für Leute, die eh schon ein Extra Deck mit entsprechenden Karten besitzen und das dann auch für das Wanderbrise-Deck nutzen wollen.

Fazit

Wanderbrise mag bisher noch nicht im Top Meta angekommen sein und wird es wohl auch durch weiteren Support in Battle of Chaos nicht. Das ändert aber nichts daran, dass dieses Deck über eine sehr abwechslungsreiche Spielmechanik verfügt, einigermaßen bezahlbar ist und vor allem durch die Möglichkeiten, im gegnerischen Spielzug zu beschwören, besticht.

Wenn ihr also sowieso ein neues Deck bauen wollt, dann versucht euch doch einfach mal an den flinken Vögeln. Das Deck ist stark und macht großen Spaß!

Euer Hyozan

Über Hyozan

Yu-Gi-Oh!-Veteran der ersten Stunde

3 Replies to “Yugioh – Die Wanderbrise-Vögel auf dem Vormarsch”

  1. India

    Nicht in der Meta? Wie bitte?! Wer diesen Artikel geschrieben hat, hatte entweder wenig Ahnung von dem Deck und nur oberflächliches Wissen, oder der Artikel ist Stein alt.
    Schon die Tatsache, dass Winterkirschblüte als Handtrap eine Extraerwähnung erhält aber Dimensionsverschieber, zwar in der Liste ist, doch nicht im Text erwähnt wird ist schon bedenklich. Dimensionsverschieber spielen können ist seit langem schon eins der besten Sachen, die man machen kann und gerade jetzt wo Tränenklage rum läuft ist Wanderbriese eines der besten Deckthemen dagegen.

    Abgesehen davon wird Wanderbrise erfolgreich auf Tunieren gespielt. Zwar nicht Top 1, aber es war die letzten Male immer sehr weit oben mit dabei.

    Alleine, durch diesen Satz: „Wanderbrise mag bisher noch nicht im Top Meta angekommen sein und wird es wohl auch durch weiteren Support in Battle of Chaos nicht.“
    frage ich mich, ob Hyozan den Artikel hätte schreiben sollen.

    Ich habe die Karten damalt zusammen mit Schwertseele gezogen als sie raus kamen und dort wusste man schon, es wird ein Metathema. JEDER in meinem Umfeld hat das gesagt. Es wurde auch direkt gespielt auf Locals und später in Bochum und hat eigentlich immer gut abgeschnitten.

    Der Artikel gehört überarbeitet!

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    • Hyozan Autor dieses Beitrags:

      Danke für dein wenig konstruktives und unsachliches Feedback. Aber klar, ein Jahr nach Veröffentlichung des Artikels selbstherrliche Reden schwingen, ist natürlich einfach. Die Sache mit der konstruktiven Kritik üben wir aber noch mal, gell? 😉

      Antworten
  2. India

    Auch vor einem Jahr, bei Release wurde Wanderbrise auf Turnieren gespielt. Damals nur Remote. Wenn du die Kritik aufmerksam gelesen hast, wirst du dies erkennen. Von daher würde ich es nicht „unsachlich“ nennen.
    Hätte ich den Artikel vor einem Jahr gelesen, wäre mein Kommentar nicht großartig anders ausgefallen.

    Ich finde es zudem schade, dass Artikel hier scheinbar nicht überarbeitet werden und so stehen bleiben. Eventuell ist das zu viel verlangt dies für alle Artikel zu wünschen, doch für die aktuellen Metarelevanten Decks, wäre es vielleicht eine Überlegung wert 😉

    Die Karten und Effekte an sich sind aber gut erklärt.

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