Magic – Schneeprobleme in Modern Horizons

Modern Horizons (Modern Horizonte) ist auf dem Weg und mit dem Set kommt eine lang (Achtung Wortwitz) eingefrorene Mechanik in Magic zurück: Schnee, beziehungsweise verschneite Länder, im englischen Snow-Covered Lands. Heute erzähle ich euch mal, warum diese Mechanik vielleicht besser im ewigen Eis geblieben wäre.

Außerdem findet ihr hier eine Set Review über Modern Horizons, schaut gerne vorbei! Andernfalls geht es los mit einem Blick auf die Mechanik und ihre bisherigen Karten.

Magic – Modern Horizons Set Review (Weiß)

Magic – Modern Horizons Set Review (Blau)

Magic – Modern Horizons Set Review (Schwarz)

Magic – Modern Horizons Set Review (Rot)

Magic – Modern Horizons Set Review (Grün)

Magic – Modern Horizons Set Review (Mehrfarbig)

Magic – Modern Horizons Set Review (Farblos)

Snow-Covered Basics

Sie funktionieren absolut wie jedes andere Standardland, haben aber den einzigartigen „Vorteil“, dass ihr Mana noch als „Schnee-Mana“ (symbolisiert durch einen Eiskristall) zählt. Wofür braucht man das?

Eisige Karten

Für Karten, die genau dieses Schnee-Mana verlangen. Bislang waren nur drei Karten mit dieser Mechanik minimal relevant:

Skred wird gerne in roten Control-Decks gesehen und auch oft mit Swans of Bryn Argoll kombiniert. Das Magic Deck ist im Modern spielbar, aber nicht besonders relevant.

Scrying Sheets bietet einigen Decks Kartenvorteil für übriges Mana, indem es extra Länder zieht.

Mouth of Ronom taucht in einigen, hauptsächlich grünen EDH-Decks als Removal-Option auf.

24 Karten für vier

Doch wo liegt nun das Problem? Stellt euch vor, Aether Revolt ist gerade frisch rausgekommen und ihr wollt den neuen, heißen Fatal Push in eurem Deck ausprobieren. Ihr nehmt also eure vier Go for the Throat (oder was auch immer) raus und ersetzt sie durch Pushes. Fertig. Das war’s, jetzt spielt ihr Fatal Push in eurem Deck.

Jetzt stellt euch vor, Coldsnap wäre gerade frisch aus der Kühltheke gekommen und ihr wollt Skred ausprobieren. Ihr nehmt vier Karten aus eurem Deck raus, schmeißt vier Skred rein und merkt, dass ihr einen guten Teil eurer Manabase umbauen müsst. Wenn ihr Mono-Rot spielt, reden wir vielleicht von 20 Gebirgen. Klar, die sind nicht besonders teuer, aber aus Boostern bekommt man sie kaum, wenn nur in jedem fünften Magic Booster eins drin ist. Um vier neue Karten zu spielen, müsst ihr also 24 austauschen. Bisher wurden sie auch nur in zwei Sets gedruckt, was sie nicht gerade häufiger macht. Davon abgesehen nervt die Jagd nach diesen Basics auch: Sie geben ja, anders als etwa gute Non-Basics wie Fetchlands, dem Deck keinen eigenen Vorteil, sondern sorgen nur dafür, dass man andere Karten spielen kann.

Ein weiteres Problem ist auch die seltsame Interaktion mit anderen Karten: Für Extraplanar Lens (eine hervorragende Karte in einfarbigen Control-Decks im EDH) spielt man im Optimalfall Snow-Covered Lands, da der Gegner diese im Regelfall nicht hat. 30 Basics für eine Karte auszutauschen ist erneut reichlich nervig. Man kann es jetzt auf die Spitze treiben und auch in anderen Decks nur noch Snow-Covered Länder spielen, um die Leute mit der Extraplanar Lens zu kontern. Ihr merkt, das wird absurd.

Standardländer als Mechanik

Jetzt kann man als Gegenargument anführen, dass die Mechanik die Spieler immerhin dazu zwingt, mehr Basics zu spielen und damit Decks mit weniger Farben unterstützt. Ja, das stimmt. Snow-Covered Basics sind aber einfach nur besser, wenn man mal unspielbare Karten wie Avalance oder Legions of Lim-Dul ignoriert. Okay, Icequake ist vielleicht minimal spielbar, das war’s dann aber auch. Theoretisch wäre es also vermutlich optimal, wenn man nur noch Snow-Covered Länder spielen würde, vielleicht donated einem der Gegner ja mal eine Rimefeather Owl. Passiert nicht, aber man weiß ja nie. Den Gedanken mit den Basics könnte man außerdem viel schöner umsetzen, siehe Imperiosaur. Dieser bietet eine sehr effiziente Kreatur (zumindest für damalige Verhältnisse), ist aber außerhalb einfarbiger Decks sehr schwer zu spielen. Mehr (starke) Karten, die nur mit Basic-Mana bezahlt werden können, wären echt mal cool. So würden einfarbige Decks deutlich gestärkt, was angesichts der niedrigeren Kosten für die Manabase Spielern mit einem knapperen Budget helfen würde.

Fazit

Fairerweise muss man sagen, dass es grundsätzlich keine schlechte Idee ist, dass Wizards mehr Snow-Covered Basics druckt. Gerade die Gebirge wurden in Relation zur benötigten Menge unangenehm teuer, so dass jeder Reprint hilft. Ich halte es jedoch angesichts der obigen Kritikpunkte für eine schlechte Idee, neue Karten mit der Mechanik zu drucken. Man hätte also einfach nur die Länder drucken können. Klar, manchen Spielern wäre das sinnlos erschienen, aber Modern Horizonte richtet sich ja explizit an Modern-Spieler, also erfahrene Magic-Fans. Diese würden es zweifellos verstehen. Auch ein Reprint mancher Snow-Karten wie den oben genannten wäre nett gewesen. Das hätte natürlich nicht ganz in das Konzept gepasst, dass fast alle Karten neu im Modern sein sollen, aber ist dann vielleicht einfach das Konzept nicht so gut? Dazu kommt, dass die neuen Schnee-Karten zum Teil ziemlich gut aussehen. Vielleicht sollte man sich nicht über gute Karten beschweren, aber wie ihr oben sehen könnt, bringen diese für den praktischen Spieler und Deckbauer einige Nachteile mit sich. Eine Review für Modern Horizons ist auch schon in Arbeit. Spoiler: Das Set ist richtig cool!

Beste Grüße

Euer Berkut

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